Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Resultate zugunsten des Schweizer Zuckers

Ausgabe Nummer 46 (2017)

Die Schweizer Zucker AG präsentierte in der Zuckerfabrik Frauenfeld die Ergebnisse einer umfassenden Studie zur Nachhaltigkeit des Schweizer Zuckers.

Andreas Blank, Präsident des Verwaltungsrates der Schweizer Zucker AG, thematisierte die Absicht von Regierung und Organisationen, den Zuckerkonsum der Bevölkerung wegen der angeführten gesundheitlichen Risiken zu verringern. Die Schweizer Zucker AG setze alles daran, die Mehrwerte und die Nachhaltigkeit des einheimischen Zuckers zu kommunizieren. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten müssen Investitionen noch kritischer hinterfragt werden. Die Investition von 90 Millionen Franken in das Holzheizkraftwerk am Standort Aarberg sei ein zukunftsweisender Entscheid in erneuerbare Energien und bestärke das Engagement für Nachhaltigkeit. Beim Pilotprojekt für Pektingewinnung aus Zuckerrübenschnitzeln gehe es darum, einerseits etwas weniger abhängig von der reinen Zuckerproduktion zu werden und andererseits einen zusätzlichen Deckungsbeitrag an die Basisinfrastruktur zu generieren. Andy Spörri, Studienleiter bei der EBP Zollikon, präsentierte die Ergebnisse der Studie zum Umweltfussabdruck zwischen Schweizer und aus Europa importiertem Zucker im Vergleich.
In der Analyse wurde die gesamte Produktionskette betrachtet. Diese beinhaltet vier Hauptprozesse: Anbau der Zuckerrüben, Rübenanlieferung zum Kunden, inklusive der Herstellung der für die Hauptprozesse erforderlichen Vorleistungen (zum Beispiel Mineraldünger, Prozesswärme) sowie die Entsorgung der Produktionsabfälle.

Umgang mit Nebenprodukten
Andy Spörri erörterte die Resultate der Studie: Generell weise der Schweizer Rübenzucker einen deutlich geringeren Umweltfussabdruck als der importierte Zucker aus der EU auf. Entlang der gesamten Produktionskette fallen beim Schweizer Zucker rund 30 % weniger Umweltbelastungen an. Die Höhe des Unterschieds resultiert aus der gewählten Methode des Umgangs mit den Nebenprodukten aus der Zuckerfabrik (zum Beispiel Pressschnitzel, Melasse) und variiert zwischen 23 % (Allokation über Substitution) und 36 % (ökonomische Allokation). Grundsätzlich fällt beim Schweizer und europäischen Zucker der landwirtschaftliche Anbau der Zuckerrüben stark ins Gewicht. Der Anteil am Umweltfussabdruck liegt in beiden Fällen bei rund 70 %. Die Hauptgründe sind die Landnutzung, Mengen und Typen der eingesetzten Dünger und die damit zusammenhängenden Feldimmissionen in die Umwelt (zum Beispiel Nitrat ins Grundwasser, Ammoniak in die Luft, Schwermetalle in den Boden).
Ein Fazit der Studie lautet: Die Schweiz schneidet wegen der höheren Felderträge im Anbau und der Zuckerausbeute in den Fabriken besser als die EU ab. Die Studie mit dem Vergleich des Umweltfussabdrucks und der sozialen Risiken der Produktion von Bio-Rübenzucker und Bio-Fairtrade-Rohrzucker aus Paraguay ist inhaltlich weitgehend abgeschlossen, die Kommunikationsmassnahmen sind aktuell in Ausarbeitung.
Hansjörg Walter, Vizepräsident des VR, thematisierte die politischen Herausforderungen der Branche, zu denen unter anderem die Diskussion um die Einführung einer Zuckersteuer gehört. Die Schweizer Zucker AG ist gegen die Einführung einer neuen Lenkungsabgabe. Diese führe sicher nicht zu weniger Konsum, aber zu mehr Kosten und administrativem Aufwand. Deshalb sei es wichtiger, die Konsumenten aufzuklären. Zu den Vorzügen des einheimischen Anbaus zählen unter anderem, dass wir gute klimatische Bedingungen haben und die Zuckerrübe für die Fruchtfolge wertvoll ist.
Guido Stäger, CEO, versicherte, dass die Ergebnisse der Studie von der Schweizer Zucker AG als eine Verpflichtung betrachtet werden, der Nachhaltigkeit Sorge zu tragen und diese in Bereichen wie zum Beispiel dem Rübentransport noch zu verbessern.


Isabelle Schwander


Weitere Informationen: www.nachhaltigkeit.zucker.ch










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