Ausgabe Nummer 47 (2005)
Rettet den Waldeigentümer
Delegiertenversammlung des Waldwirtschaft Verbands des Kantons Thurgau (WVTG)
Rettet den Waldeigentümer
An der Delegiertenversammlung des Waldwirtschaft Verbands des Kantons Thurgau wurden mit Walter Koch, Georg Müller und Walter Knöpfli drei neue Vorstandsmitglieder gewählt. Kritisch äusserte man sich zur eben eingereichten Initiative «Rettet den Schweizer Wald».
Im Zentrum der statutarischen Geschäfte der Delegiertenversammlung des Waldwirtschaft Verbands Thurgau (WVTG) stand die Wahl des Vorstands, traten doch mit Paul Rickenmann (Dingenhart), Peter Sauter (Bissegg) und Willi Vogt (Güttingen) drei langjährige Vorstandsmitglieder zurück. An ihrer Stelle wurden Walter Knöpfli (Kesswil), Walter Koch (Lustdorf) und Georg Müller (Salenstein) gewählt. Bernhard Friedrich (Salenstein) als Präsident sowie Roman Engeler (Ettenhausen), Geri Schwager (Aadorf) und Fritz Zweifel (Münsterlingen) wurden in ihren Ämtern bestätigt.
Unnötige Initiative
Sowohl WVTG-Präsident Bernhard Friedrich wie auch Regierungsrat Hanspeter Ruprecht und der Präsident des schweizerischen Dachverbands, Nationalrat Max Binder, äusserten sich in ihren Grussworten kritisch zur Initiative «Rettet den Schweizer Wald», die kürzlich vom Umweltaktivisten Franz Weber eingereicht wurde und den produktiven Nutzen des Waldes gänzlich in den Hintergrund stellen möchte. Max Binder betonte, dass dieses Vorhaben unnötig sei und den Waldbesitzer nur zusätzlich bevormunden würde. «Eher müsste man fordern, rettet den Schweizer Waldeigentümer», meinte Binder.
Verschiedene Projekte
Im Verlaufe des vergangenen Geschäftsjahres hat der Verband mit der Re-Zertifizierung des Thurgauer Waldes nach den Richtlinien von FSC begonnen, eine erste regionale Holzvermarktungsorganisation geschaffen und sich intensiv mit den beiden Projekten zum Bau von Grosssägewerken beschäftigt. Diese Themen werden auch im laufenden Jahr aktuell bleiben.
Blick über die Kantonsgrenze
In einem Gastreferat informierte Thomas Scheitlin, Präsident des St. Galler Verbands, über die geplanten Änderungen bei der Waldorganisation im Kanton St. Gallen. Zentral ist dabei der Wegfall der Forstreviere, an deren Stelle fünf grosse Waldregionen treten. Diese Regionen können nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten weiter unterteilt werden und laufend eigenständige Optimierungen vornehmen. Die hoheitlichen Aufgaben werden weiterhin durch den Kanton und die Gemeinden finanziert, während Unterstützungsaufgaben, von denen der Waldbesitzer direkt profitiert, von Gemeinde und Waldbesitzer beglichen werden. Die Forstbetriebe sollen in Zukunft allein vom Waldeigentümer getragen werden. Als Leitungsorgan der Waldregionen sind Waldräte vorgesehen, die aus Gemeindevertretern und Waldbesitzern zusammengesetzt sind. Die Neuorganisation soll auf dem 1. Januar 2007 in Kraft treten und 0,5 Millionen Franken Einsparungen bringen.
