Ausgabe Nummer 3 (2007)

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Rezept: Käsefonduevariationen

Wenn die Tage kurz und die Temperaturen tiefer sind, wird ein gemütlicher Abend in warmer Stube bevorzugt. Dazu eignet sich ein herrliches Käsefondue, das je nach Region und eigener Fantasie sehr unterschiedlich zubereitet werden kann.

Ein Fondue ist weit mehr als eine Käsemahlzeit. Der Genuss und die Gemütlichkeit stehen im Vordergrund. Das Essen aus dem gleichen Gefäss fördert und stärkt die Zusammengehörigkeit. Am bekanntesten ist das klassische Fondue, das seinen Ursprung in der Westschweiz hat. Dieses Grundrezept lässt sich aber beliebig verändern. Nicht nur Brotwürfel können in den heissen Käse getaucht werden. Gut schmecken auch Essiggurken, Silberzwiebeln, kleine geschwellte Kartoffeln, knackig gegartes Saisongemüse, Mix Pickles, Apfel- und Birnenstücke, Speck- und Schinkenröllchenusw. Zudem ist die Wahl der Käsemischung von Bedeutung. Die einen wählen rezentere Käse, andere mildere. Zum klassischen Grundrezept gehören Greyerzer und Vacherin. Andere Käsesorten wie Appenzeller,Tilsiter, Emmentaler eignen sich ebenfalls. Wer dem Fondue eine spezielle Note verleihen will, wagt beispielsweise etwas Schabziger beizuraffeln oder gibt drei bis vier Esslöffel Pesto bei.

Das klassische Fondue (Grundrezept)

Zutaten:
1 Knoblauchzehe
3 dl Weisswein
4 TL Stärkemehl
400 g Greyerzer
200 g rezenter vollfetter Appenzeller
200 g Freiburger Vacherin
Pfeffer, Muskat
Paprika nach Belieben
1 kleines Gläschen Kirsch
Halbweiss- oder Ruchbrot in Würfel geschnitten

Zubereitung:
Caquelon mit der Knoblauchzehe ausreiben. Wein hineingiessen, das Stärkemehl dazugeben und gut verrühren. Erwärmen und den geriebenen Käse beifügen und unter ständigem Rühren erhitzen und sämig kochen. Würzen und den Kirsch hineingiessen. Gut rühren und sofort servieren.

Thurgauer Mostfondue

Zutaten:
3 dl Apfelwein
4 TL Stärkemehl
1 TL Zitronensaft
400 g Appenzeller extra
200 g Appenzeller rezent
200 g Tilsiter
1 Knoblauchzehe
1 Gläschen Thurgados
Pfeffer, Muskat
Ruchbrot in Würfel geschnitten

Zubereitung:
Apfelwein in eine Caquelon geben. Maizena einrühren und mit dem Zitronensaft unter Rühren erwärmen. Geriebenen Käse hineingeben. Unter ständigem Rühren erhitzen. Knoblauchzehe hineinpressen, Thurgados beifügen und würzen.

Käsefondue mit Saisongemüse

Zutaten:
Gemüse:
1 kg verschiedenes Saisongemüse zum Beispiel Rüebli, Sellerie, Lauch, kleine Kartoffeln Chicoree usw.
Essiggürkchen
Silberzwiebeln
Mix Pickles

Fondue:
3 Knoblauchzehen
600 g Greyerzer rezent oder mild
200 g Freiburger Vacherin (ohne Rinde)
3,5 dl Weisswein
4 TL Maizena
1 kleines Gläschen Kirsch
1 Spritzer Zitronensaft
Pfeffer, Paprika und Muskat

Zubereitung:
Die Gemüse rüsten, waschen und in so grosse Stücke schneiden, dass sie mundgerecht sind und mit einer Fonduegabel aufgespiesst werden können. Die Gemüse (je nach Sorte) in wenig Salzwasser einige Minuten vorkochen (sollen noch Biss haben!), abtropfen lassen und auf Platte anrichten. Essiggemüse auch darauf anrichten. Für das Fondue den Knoblauch schälen, eine Zehe halbieren und mit einer das Caquelon ausreiben, dann die Knoblauchzehen in Scheibchen schneiden. Greyerzer und Vacherin separat raffeln, zuerst den Greyerzer zusammen mit dem Knoblauch ins Caquelon geben. Den Wein zufügen und unter Rühren aufkochen lassen, dann den Vacherin beigeben und unter Rühren ebenfalls schmelzen lassen. Maizena mit dem Kirsch und dem Zitronensaft anrühren, zum Käse geben und alles unter starkem Rühren nochmals kurz kochen lassen. Das Fondue abschmecken, sofort auf das Tisch-Rechaud stellen. Anstelle des Brotes werden die Gemüsestückli in den Käse getaucht.
Tipp: Etwas Rohessspeck und einige Schinkenstreifen aufrollen und auf einer mit Petersilie garnierten Platte dazu servieren.

Wussten Sie ...
Wer sein Brot im Fondue verliert, wird bekanntlich bestraft. Die Busse ist die einzige in der Schweiz, die man gerne begleicht. Für ein verlorenes Stück Brot wird eine Flasche Wein gespendet oder eine spezielle Freude bereitet. Das ist ein weiterer Vorteil des Fondues und möglicherweise auch der Grund für seine Beliebtheit.

BBZ Arenenberg, Fachstelle Ländliche Hauswirtschaft und Familie, Pia Lenz


FIGUGEGL – Werbemotto in den 1970er- und 1980er-Jahren: «Fondue Isch Guet Und Git E Gueti Luune».
FIGUGEGL – Werbemotto in den 1970er- und 1980er-Jahren: «Fondue Isch Guet Und Git E Gueti Luune».