Ausgabe Nummer 48 (2007)

zurück zur Übersicht

Richtige Arbeitskleidung im Winter

Die Herbst- und Winterzeit stellen höhere Anforderungen an Kleidung und Umgang mit unserem Körper.Wer schwer arbeitet, hat immer wieder Probleme mit seiner Kleidung. Man schwitzt und friert fast gleichzeitig, und das ist sehr unangenehm. Funktionelle Kleidung und korrekte Körperpflege helfen Gesundheitsschäden zu vermeiden.

Ein Sportler kleidet sich heute nach einem genauen Plan und wählt die Kleider so, dass sie zusammenpassen. Je nach Temperatur trägt er verschiedene Schichten von Kleidern. Man redet vom Zwiebelprinzip. Jede Kleidungsschicht hat eine gezielte Funktion, und das Wohlbefinden wird gesteigert, wenn alles zusammenpasst. Funktionell bedeutet das, dass die passenden Textilien in der richtigen Schicht getragen werden und dass Taschen dort sind, wo sie benötigt werden. Deshalb lohnt es sich in der Regel auch, etwas mehr Geld für gute Kleidung auszugeben, denn mehr Komfort steigert die Arbeitsleistung. Der Tragekomfort ist stark abhängig von der Unterbekleidung. Diese hat die Aufgabe, angenehm zu sein und die Feuchtigkeit nach aussen zu transportieren. Anstelle der Baumwolle tritt auch da die funktionelle Unterbekleidung. Baumwolle saugt die Feuchtigkeit auf und wird beim Schwitzen immer unangenehmer. Zudem reduziert feuchte Kleidung die Isolation und man empfindet eher kalt.Kunstfasern transportieren die Feuchtigkeit besser nach aussen, nehmen aber den Körpergeruch auf, wenn sie nicht speziell behandelt sind. Angenehm ist Unterbekleidung, die Merinowolle enthält. Merinowolle ist sehr angenehm zu tragen und saugt keine Feuchtigkeit auf. Sie gibt die Feuchtigkeit leicht nach aussen ab und ist daher sehr bequem.

Schwitzen ohne zu frieren
Bei einem Trageversuch wurde Unterbekleidung aus Merinowolle von den Testpersonen sehr positiv beurteilt, und 89 Prozent würden sie weiterempfehlen. Ein wichtiger Vertreter dieser Art ist Ullfrottee. Solche Unterbekleidung ist besonders wichtig bei wechselnder Arbeitsintensität. Dies ist zum Beispiel bei Waldarbeiten der Fall. Deshalb sind Unterhosen aus Merinowolle auch sehr gut geeignet zum Tragen unter Schnittschutzhosen. Da die funktionelle Unterbekleidung den Schweiss gegen aussen fördert, muss die nächste Schicht die Feuchtigkeit aufnehmen und weitertransportieren. Dies ist wiederum bei den neuen technischen Fasern besser gewährleistet. Diese nächste Schicht ist heute bei vielen Kleidern eine Membrane oder eine Beschichtung, am besten bekannt sind Gore-Tex oder Sympatex. Es gibt aber immer mehr solche Folien, welche alle die gleiche Funktion haben. Sie sind atmungsaktiv und gleichzeitig wind- und regendicht. Regendichtigkeit wird nur erreicht, wenn die Nähte verschweisst sind. Da diese Folien nicht für mechanische Belastungen geeignet sind, braucht es eben noch eine Aussenschicht. Die äusserste Schicht muss Wind, Regen und Sonne ertragen sowie die mechanischen Einwirkungen aushalten. Sie soll möglichst atmungsaktiv sein. Atmungsaktiv bedeutet, den Schweiss und die Wärme nach aussen zu transportieren, aber keine Feuchtigkeit von aussen nach innen zu befördern.

Keine kalten Füsse
Damit Sie nicht kalte Füsse kriegen, müssen verschiedene Anforderungen erfüllt sein. Geeignete Socken sind wiederum aus Ullfrottee mit den bereits erwähnten Eigenschaften. Dazu kommen trockene, gut isolierende Schuhe oder Stiefel mit dicken, rutschhemmenden Sohlen. Für trockene Stiefel verwendet man am besten einen Schuhtrockner. Dieser trocknet und wärmt die Stiefel gleichzeitig.Winterstiefel aus Polyurethan, zum Beispiel Dunlop Thermo+ oder Bekina Thermolite haben kein störendes Innenfutter, sind aber dicker geschäumt als normale Stiefel. Dadurch isolieren sie sehr gut. Viele Landwirte machten bisher positive Erfahrungen mit solchen Stiefeln und möchten sie nicht mehr missen. Schuhtrockner kann man auch zum Trocknen von Handschuhen verwenden. Schuhtrockner sind mit einer Heizung und einem Gebläse ausgerüstet. Dadurch brauchen sie wenig Energie und wärmen die Stiefel mittels Schaltuhr genau zur richtigen Zeit vor.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie unter www.bul.ch/shop oder in den BUL-Broschüren Nr. 24 «Sicherheit ist kein Zufall». Die Broschüre ist erhältlich bei: BUL, Postfach, 5040 Schöftland,Telefon 062 739 50 40 oder E-Mail: bul@bul.ch.

Ruedi Burgherr, BUL, Schöftland