Ausgabe Nummer 25 (2007)

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Richtiges Verhalten im Umgang mit Feuerbrand

Bei der Feuerbrandbekämpfung auf den Hochstämmen ist das Herausschneiden der Befallsstellen erlaubt, sofern der Kontrolleur und der Bewirtschafter dies miteinander besprochen haben und die entsprechenden Bäume gekennzeichnet sind. Das richtige Verhalten im Umgang mit Feuerbrand ist aber wichtig, um nicht noch Schlimmeres zu verursachen.

Sind Bäume mit einem, zwei oder drei Punkten gekennzeichnet, hat der Hochstammkontrolleur die Befallsstärke der Bäume so eingeschätzt, dass eine Sanierung mit Rückschnitt möglich erscheint. Der Baumbewirtschafter muss die Arbeit aber innerhalb einer nützlichen Frist durchführen können. Diese muss zwischen dem Kontrolleur und dem Bewirtschafter festgelegt werden.
Im Rahmen der Möglichkeiten wird auf die Betriebsstrukturen Rücksicht genommen, fachliche Aspekte sind aber ebenfalls zu berücksichtigen. Kann ein Betriebsleiter die Frist nicht einhalten, muss er mit dem Kontrolleur das weitere Vorgehen besprechen, allenfalls die Bäume roden, wenn die Zeit für den Rückschnitt fehlt. Beim Rückschnitt oder Riss ist auf eine regelmässige Desinfektion der Hände und der Schnittwerkzeuge zu achten. Für die Hände eignet sich das Produkt Sensiva, die Desinfektion ist schnell und das Mittel greift die Hände auch bei häufigem Desinfizieren nicht an. Am besten wird ein kleiner Zerstäuber verwendet. Die eingesprühten Hände verreiben. Hochprozentiger Alkohol (70 Prozent) eignet sich auch. Scheren, Sägen, Motorsägen mit Lysetol, Gigasept Instu AF 2 (beide für Sofortwirkung, 10 Prozent, anmachen, am Abend mit Wasser sauber abwaschen) oder mit anderen, bakteriell wirkenden Mitteln regelmässig desinfizieren. Scheren und Sägen können auch mit einem Gasbrenner abgeflammt werden, dies ist schnell und sicher. Bei Motorsägen die Ketten gut ölen, dann kann das Bakterium auch nicht überleben. Lysetol, Gigasept und Sensiva erhalten sie in der Landi oder bei Urs Papst in Hatswil. Schuhe und Leitern müssen nur dann desinfiziert werden, wenn viel Bakterienschleim vorhanden ist. Dies ist im Sommer meistens nicht der Fall. Kipper, Paloxen oder andere grössere Geräte, welche mit verseuchtem Material in Kontakt kommen, heiss abdampfen oder ebenfalls mit Lysetol oder Gigasept desinfizieren.
Rückschnitt wenn möglich nur bei trockenem Wetter durchführen. Kleider mit 60 Grad waschen.
Es hat dieses Jahr wenig Monilia, jedoch viel Mehltau und leere Gespinste der Gespinstmotten auf den Bäumen. Um die Bäume besser überwachen zu können, lohnt es sich, solche Stellen ebenfalls zu entfernen. Rückschnitt braucht viel Zeit und es ist meistens mit einem bis zwei Durchgängen nicht getan. Es ist aber wichtig, dass diese Massnahme sehr konsequent durchgeführt wird. Je weiter eine Infektion bereits ist, desto stärker muss der Rückschnitt sein. Normalerweise ist eine Distanz von 40 bis 50 cm hinter der letzten Infektion erforderlich, um wirklich sicher zu sein, das der Befall entfernt wurde. Wer genau beobachtet, stellt fest, das einige Sorten nur kleine Infektionen aufweisen, dafür aber sehr viele. Bei solchen Stellen muss nicht 40 cm weggeschnitten werden, weniger reicht auch. Ist jedoch auch Triebspitzenbefall vorhanden, Rückschnitt sehr grosszügig durchführen, wenn nötig ganze Äste entfernen. Ist zum Beispiel bei jungen Bäumen die Hauptachse des Mitteltriebes direkt am Stamm betroffen, muss diese ganz entfernt werden. Befallenes Material aus dem Bestand entfernen, direkt vor Ort verbrennen oder der Abfuhr mitgeben.Keinesfalls im Gras liegen lassen. Die Feuchtigkeit ermöglicht es den Bakterien, sich wieder zu vermehren und eventuell neue Infektionen (zum Beispiel durch Insekten oder Wasserspritzer) zu verursachen.Kupfer hat eine bakterielle Wirkung, kann im Sommer aber Verbrennungen und Phytotoxizität auslösen, wenn zu hohe Mengen bei heissem Wetter gespritzt werden. Maximal 2 kg Kupfer, 50 Prozent, können zum Beispiel nach einem Hagelschlag ohne grössere Schäden gegen Bakterien gespritzt werden. Solche Spritzungen sind grundsätzlich eine Ausnahme und sollen im Spritzplan ausdrücklich mit der Feuerbrandbekämpfung begründet und aufgeführt werden.
Verschiedene Besitzer von Hebebühnen stellen ihre Geräte für den Rückschnitt zur Verfügung.
Auch die Thurella, Egnach, hat ein Gerät im Einsatz. Die Hochstammkontrolleure sind im Besitz einer Liste, auf der nebst den Hebebühnenbesitzern auch andere Unternehmen aufgeführt sind, welche die Bekämpfung oder die Rodung erleichtern können.
Für Rodearbeiten können Rodeequipen eingesetzt werden. Das anfallende Material muss nicht zwingend verbrannt werden, das Häckseln ist ebenfalls möglich und wesentlich rationeller. Grobes Holz kann als Brennholz genutzt werden. Um eine Verschleppung durch Insekten zu verhindern (austretender Saft) sollen die Holzbeigen abgedeckt oder die Schnittflächen mit einem Gasbrenner abgeflammt werden. Häcksel von Stöcken kann den Hallimasch begünstigen, wenn das Material vor Ort liegen bleibt. Dieser Bodenpilz ist besonders bei Wiederbepflanzung mit Steinobst sehr heimtückisch.

BBZ Arenenberg, Urs Müller


Rationelle Entsorgung von gerodeten Bäumen mittels Holzhacker. (Urs Müller)
Rationelle Entsorgung von gerodeten Bäumen mittels Holzhacker. (Urs Müller)