Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Rolf Kuhn zum neuen Präsident der Kommission Landtechnik gewählt

Ausgabe Nummer 47 (2017)

Zentrale Themen der Jahresveranstaltung VTLKommission Landtechnik waren die Neuwahlen im Vorsitz der Kommission sowie Informationen zum Projekt «Swiss Future Farm».

Hansjörg Uhlmann, Präsident der VTL-Kommission Landtechnik (Verband Thurgauer Landwirtschaft), führte Ende November zum letzten Mal durch die traditionelle Jahresveranstaltung in Weinfelden. Er hatte seinen Rücktritt auf den Zeitpunkt des Jahresanlasses angekündigt. Zunächst hielt Markus Koller, Geschäftsführer, einen Rückblick auf das Berichtsjahr mit den verschiedenen Schulungs- und Ausbildungsangeboten, Informationen und der Interessenvertretung der Mitglieder. Dazu gehöre, so Koller, unter anderem die Gestaltung der Tempo-30-Zonen in den Dörfern sowie die Gestaltung der Kantonsstrassen, und bei diesen insbesondere die Einmündungen anderer Strassen. Er wies darauf hin, dass es wichtig sei, dass sich Landwirte über neu aufgelegte Projekte informieren und bei Bedarf Einsprachefristen nutzen. Eine Grundthematik, mit der sich die Kommission befasst, sind Informationen zur korrekten Reinigung von Spritzen und die Verminderung von Punkteinträgen. Im Tätigkeitsprogramm der Kommission nehmen, nebst fachlichen Informationen, immer auch Reisen und Exkursionen einen hohen Stellenwert ein.
Wahlen: Karl Vetterli, Kommissionsmitglied, würdigte Einsatz und Verdienste von Hansjörg Uhlmann, der seit 2006 das Präsidium der Kommission Landtechnik führt. Als Nachfolger wurde Rolf Kuhn aus Mettendorf, bisheriges Kommissionsmitglied, ins Präsidium gewählt; neues Mitglied wurde Stefan Frei aus Hörhausen.
Nach dem statutarischen Teil folgten Referate, in denen der Einzug der Digitalisierung in der Landwirtschaft thematisiert wurde. Thomas Anken von Agroscope erörterte das Smart Farming und dessen Nutzen für die Praxis.

Smart Farming und «Swiss Future Farm»
In einem von mehreren Beispielen schilderte Anken, wie bei Bewässerungssystemen mittels intelligenten Systemen Ressourcen geschont werden. Das ortsspezifische Ausbringen von Nährstoffen ist mittels NIR-Sensor auf dem Güllefass möglich, die Fahrgeschwindigkeit des Traktors wird automatisch reguliert. Ein Marktführer in der Landtechnik hat erste Systeme im Praxiseinsatz. Anken erläuterte den heutigen Stand und meinte, dass bei automatischen Lenksystemen enorme technische Fortschritte erfolgt sind und diese in absehbarer Zeit zur Standardausrüstung gehören könnten.
Christian Eggenberger vom BBZ Arenenberg stellte das Projekt «Swiss Future Farm (SFF) – Visionen auf dem Versuchsbetrieb Tänikon» vor. Am Projekt mitbeteiligt sind die AGCO Corporation, die GVS Agrar AG sowie das BBZ Arenenberg. SFF greife die Möglichkeiten der digitalen Technik auf und biete eine vollumfängliche und einmalige Plattform für einen professionellen Austausch auf Augenhöhe mit den Landwirten. Fachleute erleben die hochmodernen Maschinen in Verbindung mit Smart-Farming-Technologien live und unter realen Bedingungen im Einsatz sowie den Datenaustausch mit unterschiedlicher Farm-Management-Software in Echtzeit. Der Betrieb ermögliche so die Erfassung von Daten, die laufend ausgewertet und in die Entwicklung neuer Technologien und Bewirtschaftungsoptimierung eingebunden werden können. Der Nutzen der digitalen Technik soll damit aufgezeigt werden. Die automatische Datenerfassung soll es zudem ermöglichen, die verschiedenen Aufzeichnungspflichten in der Landwirtschaft zukünftig einfacher zu erfüllen. Eggenberger sagte, dass derzeit Schritt für Schritt die Technologien eingesetzt und die Grundlagen geschaffen werden, sodass im Herbst 2018 erste auswertbare Daten vorliegen.


Isabelle Schwander







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