Ausgabe Nummer 42 (2008)

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Rote Köpfe vermeiden

Gegenseitige Rücksicht und Sicherheit bei Rübentransporten

Seit Ende September sieht man ihre weissen Dampfschwaden wieder von weit her: Die Zuckerfabrik in Frauenfeld ist in Vollbetrieb und damit gehören auch die Rübentransporte mit ihrer kostbaren Fracht wieder zum alltäglichen Strassenbild. Wer auf den Goodwill der Automobilisten zählen will und auch die Verkehrssicherheit nicht unnötig strapazieren möchte, sollte einige Punkte beachten.

Es vergeht kein Herbst, ohne dass verärgerte Strassenbenützer ihrem Zorn Luft verschaffen, indem sie mit Leserbriefen ihrem Unmut Ausdruck geben oder sich direkt beim Thurgauer Bauernverband melden. Grund für die roten Köpfe sind die mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen durchgeführten Zuckerrübentransporte. Die Unzufriedenheit und ein gewisses Unverständnis gegenüber dem Langsamverkehr werden nie ganz auszumerzen sein. Mit einer regelmässigen Sensibilisierung der übrigen Verkehrsteilnehmer in Kombination mit einem toleranzfördernden Verhalten der Rübentransporteure kann jedoch viel Ärgernis im Keim erstickt werden. Der Thurgauer Bauernverband und die Ostschweizerische Vereinigung für Zuckerrübenbau richten sich in dieser Woche mit einer Medienmitteilung an die Öffentlichkeit.

Ausfahren, Abstand halten
Vor allem während der Stosszeiten bilden sich hinter den Rübenzügen bisweilen längere Autokolonnen. Um die Geduld der nachfahrenden Automobilisten nicht unnötig auf die Probe zu stellen und um waghalsigen Überholmanövern vorzubeugen, sollten, wo immer dies möglich ist, Ausweichstellen benutzt werden. Ein Abstand von mindestens 200 Metern zum nächsten Traktorenzug erleichtert den Automobilisten das Überholen. Für die Rübentransporte bezeichnete Ausweichrouten, wie zum Beispiel die «Nordtangente » in Frauenfeld, oder als Transportrouten beschilderte Radwege sind unbedingt zu benützen.

Meine Rüben fahren sicher
Schwere Unfälle bei landwirtschaftlichen Strassentransporten müssen nicht sein. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung BUL hat für den sicheren Rübentransport das Merkblatt «Meine Rüben fahren sicher» herausgegeben.Wichtig ist, die Ladung gut zu sichern und nur mit korrekt signalisierten Anhängern, deren Bremsen richtig eingestellt sind, die Fahrt in Angriff zu nehmen. Das Merkblatt ist auf der Website des BUL www.bul.ch zu finden und kann unter der Nummer 062 739 50 40 bestellt werden. Wenn die Liste der Checkpunkte eingehalten wird, kann das Unfallrisiko ganz erheblich reduziert und lästige Bussen vermieden werden.Ausserdem sollte, wer nicht in Verruf geraten möchte, darauf achten, die Verschmutzung von Strassen so gering wie möglich zu halten.

Transporte überdenken
Die logistische Planung der Rübentransporte auf Schiene und Strasse wurde immer wieder optimiert. Die Bedürfnisse der Zuckerfabrik, der Rübenpflanzer und der übrigen Verkehrsteilnehmer wurden dabei immer wieder hinterfragt. Im Frühjahr 2008 hat nun der Kanton ein Vernehmlassungsverfahren gestartet, mit dem Ziel, die Rübentransporte von der Strasse vermehrt wieder auf die Schiene zu verlagern. Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung der Abteilung Öffentlicher Verkehr/Tourismus, mit Vertretern der Zuckerfabrik, der Vereinigung der Rübenpflanzer und den SBB hatte im Vorfeld mögliche Lösungsvorschläge erarbeitet, die im Rahmen der Vernehmlassung kritisch diskutiert wurden. Noch sind die Resultate dieser Vernehmlassung beziehungsweise das weitere Vorgehen nicht bekannt, es darf aber bis Anfang November mit einem Zwischenbericht gerechnet werden.

Thurgauer Bauernverband/Ostschweizer Vereinigung für Zuckerrübenbau


Die gegenseitige Toleranz der Verkehrsteilnehmer ist im Fall der Zuckerrübentransporte
besonders wichtig. (Bild: Markus Zürcher)
Die gegenseitige Toleranz der Verkehrsteilnehmer ist im Fall der Zuckerrübentransporte besonders wichtig. (Bild: Markus Zürcher)