Ausgabe Nummer 24 (2010)

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Rübenpflanzer orientieren sich aus erster Hand

Rübenpflanzer zeigten sich am Zuckerrüben-Fachtag beeindruckt von der Versuchsbesichtigung. Laut Hansjörg Walter ist die Zuckerpreispolitik auf Kurs.

 

Gegen 150 Rübenpflanzer und -pfl anzerinnen aus der ganzen Deutschschweiz reisten auf das Areal der Gebrüder Meier im Erzenholz bei Frauenfeld. Der Fachtag wurde durch die Ostschweizerische Vereinigung für Zuckerrübenbau (OVZ) und die Schweizerische Fachstelle für Zuckerrübenbau (SFZ) organisiert. Ziel des Fachtages sei es, die Zuckerrüben als attraktive Ackerkultur ins Zentrum zu rücken, erklärte OVZ-Geschäftsführer Andreas Guyer. Er nannte die Zuckerrüben eine spannende Kultur, welche von den Rübenbauern ein hohes Fachwissen verlange und deshalb eine gezielte Weiterbildung von grosser Bedeutung sei. Im ersten Teil des Fachtages fand eine Versuchsbesichtigung zu den Anbauverfahren (Direkt-/ Mulchsaat, Herbst-/Frühjahrsfurche) mit Stefan Wyss statt. Das Thema Sorten und Fungizide behandelte Samuel Jenni, Herbizide, Erfahrungen mit SFZ-LIZ «LIZonline » Andreas Bertschi.

 

Guter Branchenvereinbarung sei Dank

Zurzeit könne man an den schönen Zuckerrübenkulturen Freude haben, erklärte Nationalrat Hansjörg Walter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes und Verwaltungsrat ZAF zum «Rübenanbau in der Schweiz – Perspektiven in den nächsten Jahren». In der Schweiz haben wir beste Bedingungen für die Zuckerproduktion, Ertrag und Qualität sind überdurchschnittlich. Dank einer funktionierenden Branchenvereinbarung werden faire Preise ausgehandelt und die Anbaufl äche bedarfsgerecht festgelegt. Im laufenden Jahr rechne man mit einem Rübenpreis inklusive Direktzahlung von 97,8 Franken je Tonne. Die Zuckermenge werde auf 245 000 Tonnen beschränkt. Die Zollkasse spielt eine wichtige Regulierfunktion. Die Verarbeitungsindustrie erhält Ausgleichszahlungen für die Exporte, welche durch die Zölle der Importe finanziert werden. Nach Walters Angaben ist die Weiterentwicklung der Direktzahlungen für den Schweizer Zuckerbau wichtig.

 

Stevia als Konkurrenz zu bekannten Zuckerprodukten

Als weitere Herausforderung für den Zuckermarkt nannte Walter das neue Konkurrenzprodukt Stevia, das in Europa noch kaum eine Bedeutung habe. Dennoch sei in der Zuckerbranche eine Unsicherheit spürbar. Deshalb sei eine Abklärung nötig, in welchen Verarbeitungsprodukten Zucker durch Stevia ersetzt werden könnte. Dem Bauernpräsidenten ist aufgefallen, dass das BLW und die EDV-Vorsteherin Doris Leuthard in Sachen Agrarfreihandelsabkommen mit der EU vorsichtiger kommunizieren. «Der EU scheint es nicht mehr zu pressieren», sagte Walter. Er ist überzeugt, dass die Schweiz europaweit einen Spitzenplatz im Zuckeranbau beibehält.

 

Etwas höhere Rübenpreise als im Vorjahr

Die Branche garantiere eine gute Mengenregulierung. Als weitere Trümpfe der Zuckerproduktion nannte Walter die kurzen Transportwege, zwei Werke (Aarberg und Frauenfeld), die sich in sehr gutem Zustand präsentieren, sowie eine ökologisch optimierte Produktion. Fritz Blaser, Leiter Rübenmanagement ZAF, betonte nochmals, dass die Anbaufl äche für die Ernte 2011/2012 reduziert werden musste. Erfreulich sei aber, dass das Rübengeld in den nächsten Wochen – früher als bisher – ausbezahlt werde. Laut Armin Gantner, Verwaltungsrat ZAF, wird die Auszahlung der Rübenpreise gegenüber der letzten Kampagne gar leicht höher sein als vorgesehen.

 

Mario Tosato