Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Ruhige Generalversammlung der Thurgauer Milchproduzenten

Ausgabe Nummer 13 (2017)

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr verlief die diesjährige Generalversammlung der Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten im Thurgauerhof in Weinfelden sehr ruhig. Simon Schönholzer und Peter Altwegg ersetzen im Vorstand Jörg Schöni und Beat Schwager.

«Mein letztjähriger Jahresbericht war geprägt von der Auseinandersetzung rund um die Einhaltung demokratisch gefällter Entscheide und die Auswirkungen auf unser Genossenschaftsgeschehen», erklärte Ruedi Schnyder, Präsident der Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten (TMP), zu Beginn der Generalversammlung in Weinfelden. Wer erfolgreich Güter oder Dienstleistungen herstellen und verkaufen wolle, habe sich an die Marktgesetze zu halten, mahnte der Präsident. «Ich habe gelernt, dass auch bei strengen Rahmenbedingungen immer Angebot und Nachfrage den Preis bestimmen». Die Botschaft im Verbandsjahr 2015 sei es gewesen, dass es zu viel Milch auf dem Markt gegeben habe. Die Folgen waren vor allem bei der Molkereimilch massive Preissenkungen, welche bis heute anhalten. Aber auch der Bereich der Käsereimilch sei nicht verschont geblieben, weil der starke Franken im Export und steigende Importe Mengen- und Preisdruck auslösten.

Mit Ausnahme der Butter in allen Bereichen verloren
Rudi Schnyder betonte, dass der Absatzmarkt mit Ausnahme der Butter in allen Bereichen verloren habe, wohl im tiefen Prozentbereich, was aber in einem gesättigten Markt schwer wiege. Ein Kernproblem unseres Milchmarktes seien die sehr grossen Milchpreisunterschiede. Sie seien das Abbild der sehr komplexen Verwertungsstrukturen und der Abhängigkeit vom Ausland. Schnyder wies darauf hin, dass jeder dritte Liter Milch exportiert und jeder vierte Liter wieder importiert werde. 60 Prozent aller Milch gehe in den Detailhandel und 40 Prozent in die Industrie. Je geschützter und lokaler der Käse oder das Milchprodukt, umso höher die Preise. Je anonymer und austauschbarer die Produkte, desto tiefer die Preise. «Eine Balance zwischen Menge und Preis ist möglich, wenn besser verkauft und Milch und Milchmenge unter Kontrolle gehalten werden. Dies betrifft jeden, der in irgendeiner Weise beteiligt ist», so Ruedi Schnyder.

Werbung für Thurgauer Milch
Jürg Fatzer, Geschäftsführer TMP, wies im Geschäftsbericht darauf hin, dass «Swissness» ein wichtiges Verkaufsargument sei. Die Marke Schweiz geniesse einen hervorragenden Ruf im In- und Ausland. Für Lebensmittel regle die Bezeichnung «Schweiz» und die Verwendung des Schweizer Kreuzes das Markenschutzgesetz. Fatzer wies auch auf die Öffentlichkeitsarbeit der TMP hin. So zeigten sie sich an der Tier und Technik in St. Gallen und an der WEGA in Weinfelden, bei der rund 8000 Milchshakes abgegeben wurden.

Die TMP erwirtschaftete einen Gewinn
Jürg Fatzer konnte einen Finanzertrag von 817 153 Franken präsentieren, welcher aus dem Kursgewinn der Hochdorf-Aktien stammt. Diese hat seit Sommer zu einem Höhenflug angesetzt, der zwischenzeitlich wieder etwas stagniert. Damit diese extremen Schwankungen aufgefangen werden können, wurden neue Kursschwankungsreserven von 20 Prozent gebildet. Als Jahresergebniss resultierten 385 294 Franken, welche dem Genossenschaftsvermögen gutgeschrieben wurden.
Die Versammlungsteilnehmer genehmigten die Jahresrechnung 2016 unter Entlastung des Vorstandes.

Wechsel im Vorstand
Ihren Rücktritt aus dem Vorstand TMP erklärten Vizepräsident Jörg Schöni, Pfyn, und Beat Schwager, Wängi. Zu ihren Nachfolgern wurden Simon Schönholzer, Schönholzerswilen, und Peter Altwegg, Guntershausen, gewählt. Andreas Elliker, Frauenfeld, beantragte, dass der Vorstand prüfen sollte, ob die TMP, die in den letzten beiden Jahren angefallenen LactoFama-Beiträge übernehmen soll.
Als Gast wurde auch der neue Direktor der Schweizer Milchproduzenten (SMP), Stefan Hagenbuch vorgestellt. Dieser äusserte sich unter anderem zum politischen Umfeld und zum Schoggigesetz. Stefan Arnold, Bereichsleiter Marketing SMP, referierte danach noch zum Projekt «Basismarketing – jetzt erst recht!». Darin sprach er über die Neuausrichtung des Basismarketings für Schweizer Milch. Er zeigte auf, dass diese neu auf «Herkunft, Genuss und Gesundheit/ Fitness = Mehrwert» aufgebaut ist.


Mario Tosato










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