Ausgabe Nummer 21 (2003)
Rückschnitt bei Birnen misslungen
| Obstbau: Erster Feuerbrandbefall entdeckt |
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Rückschnitt bei Birnen misslungen
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| Letzte Woche wurden am Donnerstag erste Hochstämme mit Feuerbrandbefall entdeckt. Es handelt sich um wüchsige junge Birnenhochstämme. In dieser Parzelle war in unmittelbarer Nähe im Jahr 2001 ein Hochstamm stärker befallen. Dieser wurde gefällt. In der näheren Umgebung zeigten im Sommer zwei Bäume leichte Befallssymptome, welche durch den Besitzer herausgeschnitten wurden (ganze Äste). Die Bäume wurden gut beobachtet und zeigten im Herbst 2001 keine Symptome mehr. Im Jahr 2002 waren im Sommer wieder zwei Bäume befallen und wurden sofort gerodet. Die Kontrolle im Herbst ergab keine Anzeichen, dass noch Feuerbrand vorhanden war. Die jetzt beanstandeten Bäume hatten trotzdem deutliche Cancer (Überwinterungsstellen) und bereits ganz abgestorbene Äste, zeigten aber auch Blüteninfektionen in geringem Ausmass. Dieser Fall zeigt, dass gerade bei Birnen das Herausschneiden seine Tücken hat. Besser wird rigoros gerodet. Der erneute Befall zeigt auch, dass das Bakterium auch nicht sofort zu Schäden führen muss, sondern dass es sich auch über eine längere Dauer ohne Anzeichen von Symptomen halten kann. Obstanlagen und Hochstämme jetzt kontrollieren! Besonders Stellen beobachten, wo es schon Feuerbrand hatte. Schorf Noch ist der Ascosporenflug nicht abgeschlossen. Leichter Flug am Montag mit gleichzeitig längeren Blattnassperioden. Die Infektionsgefahr ist noch gross, da auch Konidieninfektionen möglich sind und nach wie vor ein grosser Blattzuwachs vorliegt. Mittelwahl jetzt: SSH plus Schwefel oder Bayfidan, Vision, Stroby, Flint oder rein kurativ mit Delan plus Schwefel oder Nimrod./Bayfidan. Wickler Durch die kalten Nächte ist der Wicklerflug deutlich gesunken, es wurden durchschnittlich weniger als fünf Apfelwickler pro Falle gefangen. Auch der Flugbeginn von Kl. Fruchtwickler und Schalenwickler verzögert sich. Wo Insegar gegen Apfelwickler und Kl. Fruchtwickler noch nicht eingesetzt wurde, ist dies nach wie vor möglich. Solange es kühl bleibt und die Abendtemperaturen nicht über 16 Grad steigen, kann der Einsatz hinausgezögert werden. Dasselbe gilt für Häutungshemmer und Beschleuniger sowie von Stewart. Je später der erste Einsatz erfolgt, desto besser kann Spätbefall mit einer zweiten Behandlung verhindert werden. Einsatz von Granuloseviren ebenfalls noch hinauszögern, bis wieder ein stärkerer Flug erfolgt. Spinnmilben Da und dort etwas stärkerer Befall, ohne aber die Schadschwelle zu überschreiten. Jetzt kontrollieren. Da jetzt verschiedene Stadien anzutreffen sind, Mittel mischen. Apollo, Trevi oder Matacar mischen mit Neoron, Remacid, Magister, Zenar oder Kiron. Das Mittel Mitrazon kann solo gespritzt werden, der Zusatz wird aber ebenfalls empfohlen. Bitte unbedingt beachten, dass Wirkstoffe nur einmal pro Saison eingesetzt werden dürfen. Dies ist mit grosser Resistenzgefahr in der ganzen Gruppe der Akarizide begründet. Um Wirkungsverluste zu vermeiden, sollten diese Mittel nicht mit reduzierter Aufwandmenge verabreicht und auch nicht gesplittet werden. Nebenwirkungen auf Rostmilben beachten. Bei mässigem Besatz können Milben mit regelmässigem Schwefeleinsatz in Schach gehalten werden (maximal 4 kg pro Einsatz). Nebenwirkungen gegen Rostmilben ausnützen. Birnblattsauger Adulte legen jetzt Eier ab. Behandlung mit Evisect auf Junglarven, eventuell in Kombination mit Vertimec. Warme Temperaturen begünstigen die Wirkung. Unkraut Spätkeimer jetzt am Keimen. Falls vorhanden, mit Bodenherbizid behandeln, nach Niederschlägen bei feuchtem Boden Einsatz ideal. Ausdünnen Bei Golden und anderen späteren Sorten Termin für Essigsäurebehandlung nicht verpassen, ebenfalls Ausdünnung anderer Sorten in höheren Lagen. LBBZ Arenenberg, Fachstelle Pflanzenschutz und Ökologie, Urs Müller, Telefon 079 286 33 19. |
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