Ausgabe Nummer 48 (2005)
Samichlaus
Ernährung und Rezepte
Samichlaus

Das traditionelle Gebäck zum
6. Dezember (Archiv).
Der 6. Dezember ist ein besonderer Tag in der Adventszeit. Der St. Nikolaus besucht die vielen Kinder, die sehnsüchtig auf ihn gewartet haben. Die Kinder bereiten sich mit Gedichten vor, die sie dann ihm vortragen. Als Dank erhalten sie Nüsse, Mandarinen, Lebkuchen und Schokolade. Die Herzen der Kinder schlagen schneller, wenn der Samichlaus aus dem goldenen Buch beginnt vorzulesen. Die guten Taten rühmt er, für die weniger guten gibt er Verbesserungsvorschläge.
Den historischen Hintergrund der St. Nikolaus-Figur gibt der Heilige Bischof Nikolaus von Myra. Ein Bischof aus der Frühzeit der Kirche, dessen Leben und Wirken sich in der Stadt Myra im Morgenland, der heutigen Türkei, abgespielt hat. Deshalb trägt der Samichlaus noch heute ein würdevolles Messgewand mit der dazupassenden Mitra (Nyffele) und den silbrig glänzenden Bischofsstab. Ein weiteres Merkmal ist der lange, weisse Bart, der den St. Nikolaus ziert und auf sein hohes Alter hinweist. Am Abend des 6. Dezember zieht er jeweils von Haus zu Haus, begleitet von einer Gruppe schwarzvermummter Schmutzlis (in Deutschland heissen sie auch Knecht Ruprecht), die mit Kuhglocken und Treicheln das Kommen des St. Nikolauses ankündigen. Die Schmutzlis helfen ihm auch, die Bescherung für die Kinder zu tragen. Vielfach wird der Samichlaus noch von einem in Weiss gekleideten Diener begleitet, der das goldene Buch trägt und mit einer Laterne den Weg durch die dunkle Nacht weist.
In der Schweiz ist es zum Teil noch Brauch, dass am 6. Dezember herrliche Lebkuchen, Birnenbrote und Weggen aufgetischt werden. Vielerorts gibt es dazu noch Grittibänze aus Zopfteig, dazu Butter, Honig, Milchkaffee, Äpfel und Nüsse.
Die Gestalt des Samichlaus selbst hat mit diesen Leckereien allerdings nichts zu tun, er und sein Begleiter, der Schmutzli, bringen sie, zusammen mit einer Rute, den braven und auch weniger braven Kindern. Hinter dem Namen und der gütigen Bischofsgestalt versteckt sich eine alte dämonische Figur. Davon zeugen noch heute verschiedene Bräuche wie Klausjagen, Klaushornen und -schellen. Der bekannteste ist ohne Zweifel das Klausjagen in Küssnacht am 5. Dezember.
Allerdings wärmen sich die Zuschauer anschliessend in den «Beizen» nicht mit Milchkaffee und Klausgebäck, sondern mit heissen Bratwürsten und etwa einem «Kafi-Schnaps».
(Quelle: www.home.balcab.ch/r.l.sperandio/schweiz_05.html)
Grittibänz
Zutaten:
500 g Zopfmehl oder Weissmehl
11/2 TL Salz
2 bis 3 EL Zucker
20 g Hefe
60 g weiche Butter
3 dl Milch
1 Eigelb zum Bestreichen
Zubereitung:
Mehl in eine Schüssel geben. Salz, Zucker und zerbröckelte Hefe dazufügen. Weiche Butter in kleine Stücke und Milch leicht erwärmen und hineingeben. Alles mischen und zu einem weichen, glatten Teig kneten. Zugedeckt bei Raumtemperatur zirka eine Stunde ums Doppelte aufgehen lassen.
Formen:
Je nach gewünschter Grösse der Grittibänzen den Teig in zwei bis vier Teile schneiden. Dreiviertel von einem Teigstück zu einem Oval formen. Kopf und Arme einschneiden. Mit dem restlichen Teig Mütze und Gürtel formen. Mit wenig Wasser ankleben. Für die Augen Rosinen gut in den Teig drücken und die Nase mit einer Schere einschneiden. Eigelb mit wenig Milch oder Rahm verquirlen und die Teigmänner damit bestreichen. Nochmals aufgehen lassen und anschliessend kurz kühl stellen.
Backen:
Blech in den vorgeheizten Ofen schieben und zirka 20 Minuten bei 200 Grad backen.
Variante:
Aus Papier eine Eselschablone ausschneiden. Als Vorlage könnte ein Esel aus dem Guetzli-Ausstecher-Set verwendet werden, die entsprechend vergrössert wird. Den Teig 11⁄2 Zentimeter dick auswallen, Schablone darauflegen und mit einem Messer den Konturen entlang nachschneiden und verzieren. Mit Eigelb-Rahm- oder Milchmischung bestreichen und wie die Grittibänzen nochmals aufgehen lassen und kurz kühl stellen. Backen wie die Grittibänzen. Der Teig eignet sich auch bestens für kleine Zöpfchen.
