Ausgabe Nummer 3 (2012)
Schau genau hin bei der Schweinezucht
Strickhof-Schweinetag in Lindau
Schweinehaltung von Profis für Profis stand im Zentrum des Strickhof-Schweinetages in Lindau. Mit aktuellen Themen aus Zucht und Mast sowie Beiträgen von Praktikern wurden Anregungen und Erkenntnisse vermittelt und diskutiert.
Claude Gerwig, Leiter Berufliche Weiterbildung am Strickhof, sprach zu Beginn des Strickhof-Schweinetages von einem miserablen Schweinejahr 2011. Auch das laufende Jahr verspreche nicht viel besser zu werden. Viele Produzenten halten sich nicht an die Preisbindung. In Zukunft sollten die Unternehmer genauer hinschauen. Gegenüber früheren Jahren stelle man grössere Einflüsse von aussen fest, um die Qualität zu beeinflussen. Er riet den Unternehmern der Schweinemastbetriebe, auch im Stall besser bei den Tieren hinzuschauen, um beim Wachstum und der Entwicklung keine bösen Überraschungen zu erleben. Für eine gute qualitative Entwicklung brauche es entsprechende Prozesse und gesetzeskonforme Stalleinrichtungen. Lukas Schulthess, Fachbereich Schweinehaltung am Strickhof, moderierte die Tagung. Er wies auf die Anforderungen hin, welche für Schweinemäster und -halter stetig steigen.
Aus Brot wird Biogas
Hansjörg Länzlinger, Lägro GmbH, stellte Nebenprodukte in der Fütterung wie Amidofit (Stärke flüssig), Bierhefe frisch, Biertreber frisch und Bisquitsabfälle vor. Das Brot der Migros werde Biogasanlagen zugeführt. Verboten sei die Fütterung der Schweine mit Feedamin und Fleischsuppe. Bei den Nebenprodukten sei auf die Verfügbarkeit, Reinheit, Mengen, Lagerung, Hygiene, Kontrolle und auf die Auswirkungen auf das Tier zu achten. Markus Käppeli, Agro Techniker HF, sprach zu den Vergleichen der Schlachthöfe. Bei rund 38 Prozent der Posten werden keine Fettzahlmessungen erhoben. Die Leberkonfiskate betragen bei der Micarna Courtepin 5,4, Meinen 3,3 und Angst 0,8 Prozent. Der Durchschnitt liegt bei 3,11 Prozent. Bei den Herzkonfiskaten liegt der Durchschnitt bei 4,6 Prozent. Laut Käppeli müssen die Schlachtschweine im optimalen Gewichts- und MFA-Bereich geliefert werden. Die Auszahlungsmasken sind unterschiedlich, doch liegen sie bei den Marktführern nahe beieinander. Wie der Referent erklärt, ist der Verkauf der Schweine am Markt Verhandlungssache. Wolfgang Meier stellte die Meier-Brankenberg GmbH & Co in Extertal D vor. Ziel der Meier-Brankenberg sei der günstige Einkauf durch grössere Mengen. In der Sparte Mineralstoffe sei die Loselieferung Voraussetzung. Durch den gemeinsamen Einkauf werden jährlich rund 600 Tonnen eingekauft. Meier informierte auch über den Einkauf und Verkauf von Getreide. Vorgestellt wurde der Verkauf von Ferkeln und der von Mastschweinen.
Vielseitige Workshops
Zu den Themen «Klima im Stall und Milch und Joghurttränke für Sauferkel» wurden zwei Workshops durchgeführt. Weitere Themen waren das Vollspaltenverbot, Boden und Beläge, Kosten, Eignung und Nutzen. Res Hertach, Hohentannen, orientierte über die Züchtung der Schweine. Dabei sei die Stressminderung beim Management, von grosser Bedeutung.
Mario Tosato
