Ausgabe Nummer 21 (2006)

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Schenkung mit Auflagen

Geschichte

Schenkung mit Auflagen

Nach dem Tod von Königin Hortense verkaufte Napoléon III. das Schloss im Jahr 1843, doch kaufte es seine Frau Eugénie 1855 zurück und liess es zweimal umbauen. Nach dem verlorenen Deutsch-Französischen Krieg hätte Schloss Arenenberg ein zweites Mal Exilsitz werden sollen, doch verhinderte der Tod Napoléons III. ein Übersiedeln der Familie.
Im Jahre 1906 schenkte Kaiserin Eugénie das Schlossgut dem Kanton Thurgau.
Auflagen waren die Überführung des Schlosses Arenenberg in ein Museum, das Lesen von jährlich zwei heiligen Messen in der Schlosskapelle und die Nutzung der Dependance sowie der Ökonomiegebäude für gemeinnützige Zwecke.


Der Arenenberg belebt …, und dies vor 100 Jahren. (Archiv Napoleonmuseum)

Annahme des teuren Geschenkes

Am 9. Mai 1906 unterschrieben der Regierungsrat und die Unterhändler der Kaiserin Eugénie einen Schenkungsvertrag. Laut diesem Vertrag gingen das Schlossgut Arenenberg im Assekuranzwert von 200 000 Franken sowie 13,4 ha Land ins Eigentum des Kantons Thurgau über. Die vertraglichen Auflagen waren die Überführung des Schlosses Arenenberg in ein Museum, das Lesen von jährlich zwei Messen in der Schlosskappelle und die Nutzung der Dependance sowie der Ökonomiegebäude für gemeinnützige Zwecke.
Bereits am 15. Mai 1906 unterbreitete der Regierungsrat eine Botschaft an den Grossen Rat, in welcher er die Genehmigung des Schenkungsvertrages beantragte. Der Kanton nutzte diese willkommene Gelegenheit, um die seit zwei Jahren in der Kaserne Frauenfeld geführte landwirtschaftliche Winterschule nach einigen Umbauten im Jahre 1906 nach Arenenberg zu verlegen.
Seit 100 Jahren betreibt der Kanton Thurgau nun also eine Landwirtschaftsschule und später auch eine bäuerliche Haushaltungsschule, welche sich im Verlaufe der Zeit zu einem modernen, mit zeitgemässen Bildungseinrichtungen ausgestatteten, Bildungs- und Beratungszentrum entwickelte.

Debora Ventura, LBBZ Arenenberg