Ausgabe Nummer 14 (2004)
Schiff soll wieder auf Erfolgskurs segeln
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Präsident Markus Frei heisst die neue Geschäftsführerin Natascia Gava im Kreis von AgroMarketing Thurgau willkommen. (hil) |
Nach einem finanziell schwierigen Jahr wagt der Verein AgroMarketing Thurgau (AMT) einen Neuanfang. Nur knapp ist der Verein im Jahr 2003 am Konkurs vorbeigeschliddert. Präsident Markus Frei sprach anlässlich der Generalversammlung am Montag dieser Woche in Weinfelden Klartext: Mit rund 310000 Franken stand AMT Ende letzten Jahres in der Kreide. Unter Beizug der Weinfelder Treuhandfirma Thalmann und unter Mithilfe der beiden Hauptträgervereine Thurgauer Bauernverband und Thurgauer Milchproduzenten sowie der Raiffeisenbank Bürglen konnte der Verein vor dem Schlimmsten bewahrt werden. In seinem Jahresbericht legte Präsident Frei die Gründe für die finanzielle Entgleisung offen: «Das interne Controlling hat versagt. Wir waren zu gutgläubig, und der Vorstand wurde mit überzogenen Erwartungen auf gute Erträge vertröstet.» So sei die Mitfinanzierung bei verschiedenen Projekten nicht vertraglich abgesichert gewesen, und die Eigenleistungen an Projekten seien nicht oder zu wenig verrechnet worden.
Controlling verbessern
Markus Frei zählte eine Reihe von Punkten auf, wie es AgroMarketing Thurgau in Zukunft gelingen soll, einerseits die Finanzen zu gesunden und andererseits die operativen Ziele als Marketingorganisation zu erreichen:
Kundenorientierung/Kundenpflege
Kooperationen mit leistungsfähigen Partnern aufrecht erhalten respektive ausbauen
Zusammenarbeit mit den Produzentenverbänden und LBBZ Arenenberg stärken
Standortmarketing mit den erforderlichen Ressourcen weiterhin pflegen
Gegenwärtigen Standort halten bei PRAktionen und Rezeptdienst
Weiter innovative Projekte fördern und Projektbeiträge nutzen
Keine Handelstätigkeit und Auslandprojekte
Daneben gelte es, das interne Controlling zu verbessern. Erste Schritte dazu wurden im Rahmen einer Statutenrevision und einer Überarbeitung des Verwaltungsreglements bereits unternommen. So sind in Zukunft Geschäftsführerin, Präsident und Vizepräsidentin nur jeweils zu zweien zeichnungsberechtigt. Zudem wurde in den Statuten die finanzielle Haftung der Mitglieder auf die Höhe ihrer jeweiligen Jahresbeiträge limitiert.
Vertrauen ausgesprochen
Trotz heftiger finanzieller Turbulenzen wurde die Existenz von AgroMarketing Thurgau an der Versammlung nicht in Frage gestellt. Die Aktivitäten des Vereins an der Marketing-Front will niemand missen. «Der Nutzen für den Kanton Thurgau ist erkannt. AgroMarketing Thurgau ist ein Imageträger», war verschiedentlich zu hören. Volkswirtschaftsdirektor Kaspar Schläpfer hielt in einem kurzen Votum fest, dass der ganze Thurgauer Regierungsrat geschlossen hinter der Marketingorganisation stehe. Die Rechnung 2003 wurde kommentarlos gebilligt und dem Vorstand und der Geschäftsstelle Décharge erteilt.Auch das Planbudget für das laufende Jahr wurde abgesegnet. Dieses geht von tieferen Fixkosten (vor allem bei den Personalkosten) einerseits und von deutlich höheren Erträgen aus Eigenleistungen andererseits aus. Angestrebt wird ein Jahresgewinn von rund 25 000 Franken.
Drei neue Vorstandsmitglieder
Drei Vorstandsmitglieder hatten auf die Generalversammlung 2004 hin ihren Rücktritt angekündigt: Peter Dürrenmatt als Vertreter von Thurgau Tourismus, Peter Widmer als Vertreter des Thurgauer Obstverbands und Vreni Reifler als Vertreterin der Thurgauer Gemeinden. Alle drei waren seit der Gründung von AMT im Vorstand und wurden von Präsident Markus Frei mit einem Präsent verabschiedet. Einstimmig und diskussionslos wurden Patricia Grübel, Thurgau Tourismus, Benno Neff,Thurgauer Obstverband, und Hansjörg Huber,Thurgauer Gemeinden, neu in den Vorstand gewählt. Im Rahmen von Gesamterneuerungswahlen wurden die verbleibenden Vorstandsmitglieder und Präsident Markus Frei bestätigt.
Neue Geschäftsführerin
Nach dem offiziellen Teil stellte sich die neue Geschäftsführerin von AgroMarketing Thurgau kurz vor. Die St. Gallerin Natascia Gava freut sich sichtlich auf ihre neue Herausforderung. Als sie sich im Rahmen des Bewerbungsverfahrens auf einen Vortrag vorbereiten musste, habe sie die Wein- und Gourmetmesse Schlaraffia besucht, in einem Thurgauer Hofladen eingekauft und sei einen halben Tag durch den Thurgau gefahren, um sich ein Bild zu machen. Sie habe zudem viele interessante Gespräche geführt und sei mittlerweile ein «kleiner Thurgi-Fan» geworden. Als Leiterin einer Marketing-Abteilung des LV Landverbands St. Gallen kenne sie sowohl die Sprache des Marketings als auch die der Landwirtschaft. Sie wisse auch, wie man mit beschränkten Mitteln möglichst viel erreichen kann. An ihrem ersten Arbeitstag Anfang Mai will sie zuerst einmal auf einem Landwirtschaftsbetrieb mitanpacken. (hil)

