Ausgabe Nummer 22 (2008)
Schleppschlauchtechnik: Thurgauer Landwirtschaft in Pionierrolle
Vorbildliche Veranstaltung von drei bäuerlichen Organisationen in Frauenfeld
Gegen 1000 Bäuerinnen und Bauern aus der ganzen Schweiz interessierten sich für Schleppschlauchverteiler und die dazugehörenden Techniken.Mit dem Pilotprojekt Ammoniakverluste des Kantons Thurgau stieg auch das Interesse an Fässern mit Schleppschlauchverteiler und Schleppschlauchverteiler für Verschlauchungen massiv. «Mit den Vorführungen von Schleppschlauchverteilern und der Ausstellung wollten wir Bauern und Bäuerinnen Gelegenheit geben, sich über das Neuste auf dem Markt zu informieren. Dabei sollten sie auch die Möglichkeit haben Vergleiche anzustellen und mit Berufskollegen und -kolleginnen Erfahrungen auszutauschen», sagte Michael Dubach, Bildungs- und Beratungszentrum BBZ, Arenenberg. Organisiert wurde die Veranstaltung vom BBZ Arenenberg, dem Thurgauer Verband für Landtechnik und Agro Beratung Thurgau. Das Interesse war sehr gross. Gegen 1000 Personen aus der ganzen Schweiz reisten nach Frauenfeld, wo die Vorführungen auf den Betrieben der Familien Büchi, Burgdorfer und Elliker im Auenfeld stattfanden. Auch das Medieninteresse war gross. Neben dem Grossaufmarsch der Fachpresse war auch das Schweizer Fernsehen anwesend und machte Aufnahmen für «Schweiz aktuell».
Praxisänderung bei der Güllenausbringung
«Mit diesem Anlass möchten wir mithelfen das Ammoniakprojekt Thurgau umzusetzen. Wir möchten auf eine Praxisänderung bei der Güllenausbringung hinwirken », so Dubach. Dazu brauche es problemlose und praxistaugliche Lösungen. Mit der breit abgestützten Veranstaltung soll den Landwirten eine Marktübersicht mit der nötigen Transparenz vermittelt werden. Dazu soll eine Liste mit den technischen Daten sämtlicher gezeigten Maschinen helfen. Die Auswahl an Schleppschlauchverteilern sei sehr gross, deshalb sollen die Besucher mit der Checkliste für den Verteilerkauf sensibilisiert werden. Dabei wird in zehn Punkten einfach und verständlich dargestellt, auf was geachtet werden soll. Auf grosses Interesse stiess der Querverteilgenauigkeitstest. Wie von Experten zu erfahren war, haben Schweizer Firmen gegenüber ausländischen Firmen Nachholbedarf in der technischen Entwicklung der Schleppschlauchverteiler. Aufgrund ähnlicher finanzieller Fördermassnahmen von Schleppschlauchverteilern zur Reduktion von Ammoniak fand im Ausland die technische Entwicklung früher statt. Durch das Ammoniakprojekt Thurgau sei nun auch ein Innovationsschub in der Schweiz ausgelöst worden, freut sich Dubach.
Feldversuche weckten Interesse
Zu Beginn der Fachveranstaltung wurden die einzelnen Schleppschlauchverteiler und Fässer vorgestellt und von Spezialisten kommentiert. Dabei wurde auf Besonderheiten und technische Vorteile aufmerksam gemacht. Die Interessierten erfuhren Wissenswertes über Güllendicke und Stroh in der Gülle, die zu Schwierigkeiten führen, über Wartung und vieles andere mehr. Am Nachmittag bestand die Möglichkeit, die Schleppschlauchverteiler mit den Fässern im Einsatz zusehen. Dabei beeindruckte, dass praktisch keine Geruchsemissionen wahrnehmbar waren, was auch für ein noch besseres Image der Landwirtschaft sorgen dürfte. Es war auch feststellbar, dass viele Bauern, die noch keinen Schlepppschlauchverteiler auf ihrem Betrieb führen, sich mit Berufskollegen unterhielten, die bereits Erfahrung im Umgang mit Schleppschläuchen haben. Grosses Interesse fand auch die Feldvorführung mit Verschlauchungen.
Thurgauer Landwirtschaft in Pionierrolle
Grosse Freude über das Interesse an Schleppschlauchverteilern zeigt auch der «Vater» des Pilotprojektes Ammoniakverluste Thurgau, Hans Stettler, Chef Landwirtschaftsamt Thurgau. Mit diesem Projekt wolle die Thurgauer Landwirtschaft die Verluste von Ammoniak aus der Tierhaltung bis im Jahr 2013 um 20 Prozent pro Jahr reduzieren. Erreicht werde dies, indem mehr Stickstoff aus der Gülle verwertet werden soll. Als weiterer Vorteil sieht Stettler, dass dadurch weniger Mineraldünger eingesetzt werden müssen. Um das Ziel zu erreichen, sollen sich 60 Prozent der Thurgauer Betriebe am Projekt beteiligen. Vor kurzem konnte das Landwirtschaftsamt Thurgau mit dem Bundesamt für Landwirtschaft einen entsprechenden Vertrag unterzeichnen. Der Thurgauer Regierungsrat unterstützt das Projekt, dass innerhalb der nächsten sechs Jahre Kosten von insgesamt 10,7 Millionen Franken verursache. Der grösste Teil davon fliesse in Form eines Hektarbeitrages von 45 Franken pro Gabe in die Förderung emissionsarmer Gülleausbringtechnik. Laut Stettler haben bis jetzt 595 Landwirte die Vereinbarung mit dem Landwirtschaftsamt unterschrieben und können bereits in diesem Jahr von den Förderbeiträgen profitieren. Checklisten können bei Michael Dubach, Telefon 071 626 10 50 oder michael.dubach@tg.ch bezogen werden.
Mario Tosato
Beteiligte Firmen
A. T. G. GmbH,Wellenberg, Grosswangen; Brunner, R-A-B, Bleicken/Rickenbach, Schwarzenbach; KLE AG, Keller Daniel, Weiacherstrasse 57, Rorbas; Fankhauser Maschinenfabrik, Luzernstrasse 36, Malters; GVS Agrar AG, Majorenstrasse, Schaffhausen; H. U. Kohli AG, Industriezone Reuss, Gisikon; Hadorn?s Güllentechnik, Alte Mühle, Lindenholz, Leimiswil; Hochdorfer Technik AG, Siegwartstrasse 8, Küssnacht; Keller Technik AG, Hüttwilerstrasse 8, Nussbaumen; Landtechnik Zollikofen, Eichenweg 39, Zollikofen; Schweizer AG,Wilerstrasse 45, Schwarzenbach.

