Ausgabe Nummer 24 (2005)

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Schneedecke als Schutz für Wintergetreide

80 Landwirte an traditioneller Flurbegehung des LV Bischofszell und Umgebung

Schneedecke als Schutz für Wintergetreide

Dieses Jahr im Mai besuchten rund 80 Landwirte, unter ihnen waren nur gerade zwei Bäuerinnen, die Felder und Äcker von Fritz Lütolf Junior und Senior am Sitterufer in der Degenau beim Schloss Blidegg. Die Vegetation präsentierte sich trotz oder gerade wegen des strengen und lang anhaltenden kalten Winters in einem erstaunlich fortgeschrittenen Zustand.

Schnee ist der Dünger der armen Bauern

Damit bewahrheitete sich wieder einmal eine alte Bauernregel, wonach der Schnee der Dünger der armen Bauern sei, weil er durch die geschlossene, isolierende Schneedecke die darunter liegenden Wiesen und Äcker schütze und sie so frostfrei halte. Dazu kam, dass das Wetter auch im Monat April den Bauern wohlgesinnt war, denn es war überdurchschnittlich warm, und es gab viel Niederschlag. Probleme gebe es jetzt allerdings, so der gelernte Landwirt und heutige Pflanzenschutzberater Willi Bischofberger aus Roggwil, mit der Bildung von Blatt- und Netzflecken sowie dem Mehltau, der durch die feucht-warme Witterung optimale Bedingungen vorfinde und die Blätter und Ähren der Getreidepflanzen befalle.

Gesteckte Saatkartoffeln sind am «Auflaufen»

So muss die Unkrautbekämpfung bei den Kartoffeln, die vor ungefähr drei bis vier Wochen gesteckt wurden und bei denen die ersten Blätter aus dem Boden hervorkommen – was der Fachmann als «Auflaufen» bezeichnet –, jetzt vorgenommen werden. Die eingesetzten Unkrautvertilgungsmittel sind nur gegen Unkräuter wie Taubnessel, Melde, Knöterich, Hühnerdarm und Hundspetersilie wirksam und schaden den noch zarten Kulturpflanzen nicht. Auch die Zuckerrüben, die sich momentan im Zwei- bis Vierblattstadium befinden, müssten nun gegen Unkräuter und Schädlinge wie Schnakenlarven, Drahtwürmer und Nacktschnecken wirksam geschützt werden, da sie im Jugendstadium äusserst anfällig seien.

Im Jugendstadium tägliche Kontrollgänge

Zu diesem Zweck riet Bischofberger den Landwirten, die Kulturen auf den täglichen Kontrollgängen mit grösster Aufmerksamkeit zu beobachten. Beim Mais, der erst in den letzten Tagen gesät wurde und je nach Temperatur und Witterung in den nächsten fünf bis zwanzig Tagen auflaufen dürfte, gibt es im derzeitigen Stadium für die Bauern noch nicht allzu viel Arbeit. Konrad Keller, Düngerberater aus Pfyn, wies auf die ausserordentlichen Bedingungen in diesem Winter hin, die kompakte Schneedecke auf den Feldern und Äckern schützte das darunterliegende Wintergetreide optimal. Angesichts des relativ warmen Frühlings mit relativ wenig Niederschlag riet er den Bauern, den Dünger in drei Gaben auszubringen, um so die jungen und zarten Pflanzen nicht zu verbrennen.

Hohe Saatkosten Kartoffeln

Bei den Kartoffeln sei vor dem zweiten Anhäufeln der Pflanzen, das den Lichtbefall und das Auswaschen verhindert, unbedingt eine Abschlussdüngung einzubringen, um einen möglichst hohen Ertrag zu erzielen. Denn die finanziellen Aufwendungen für das Saatgut seien bei den Kartoffeln mit 2500 Franken pro Hektare mit Abstand am grössten.

Rudolf Steiner