Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Schöne und produktive Landschaft

Ausgabe Nummer 20 (2015)

Mit einem «Bluescht-Treffen» eröffnete das BBZ Arenenberg auf seinem obstbaulichen Schul- und Versuchsbetrieb in Güttingen einen Schau- und Lehrgarten, verbunden mit einer Aussichtsplattform.

Martin Huber, Direktor Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Arenenberg; Jimmy Mariéthoz, Leiter Marktsteuerung, BBZ Arenenberg, und Patrick Stadler, Leiter Schul- und Versuchsbetrieb Güttingen, stellten den neuen Schau- und Lehrgarten zusammen mit einer Aussichtsplattform vor. Auf den rund neun Hektaren des Betriebes werden zehn verschiedene Obst- und Beerenarten kultiviert und über 100 Sorten geprüft. Aber nicht nur Sorten, sondern auch mehr als 30 Versuche, Nützlingsmanagemente, Anbau- und Feuerbrandbekämpfungsmethoden sowie biotechnische Verfahren werden in Güttingen vom BBZ Arenenberg gemeinsam mit Agroscope und anderen Partnern getestet. Dazu kommen jährliche Führungen mit mehr als 1500 Fachleuten, Privatpersonen und Schülern.
Die Güttinger Tagung findet jeweils im August statt. Sie ist das Treffen der Obstbranche, ein Muss für jeden Obstbauprofi, der neue Informationen erhalten und sein Netzwerk pflegen will. Nicht zu vergessen ist auch die Arbeit der Betriebsmitarbeiter, ohne deren Wirken alles nicht möglich wäre. Wie BBZ-Direktor Martin Huber erklärte, kostet der Bau der Aussichtsplattform und des Schaugartens in Güttingen rund 25 000 Franken. Eine definitive Abrechnung liegt noch nicht vor. Es sei eine Mischrechnung aus bezahlter Arbeit und Leistungen der eigenen Leute, betonte Huber.

Ein Besuch in Güttingen lohnt sich
Jetzt, im Bluescht, ist die schönste Zeit für einen Besuch in Güttingen. Die verschiedenen Obstsorten blühen und leuchten in vielen Farben. Die Geschichte des Baus ist ein konkretes Beispiel für interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des BBZ Arenenbergs. Von der Idee bis zur Eröffnung waren viele Leute aus verschiedenen Bereichen beteiligt, so die Marketingabteilung und die Direktion für Standort und Bedürfnisse. Es folgten der Betriebsleiter für die Ideenentwicklung, der Schulverantwortliche für den Bau mit Hilfe der Schüler des Wahlfachs Holzbau, die Gruppe Obst, Gemüse und Beeren für die Bewilligungen. Direktion und Buchhaltung waren für die Finanzierung zuständig, der Betriebsleiter für die Umsetzung. Abschliessend sorgten die Damen der Admistration für die Organisation des Treffens.

Beratung wird immer wichtiger
Die Abteilung Beratung des BBZ Arenenberg hat in den vergangenen zwei Jahren besonders die Region Mittelthurgau, aber auch die drei anderen Regionen darin unterstützt, Trägervereine zu gründen, welche sich der Landschaftsqualität annehmen. Der Zusammenschluss von Landwirten, Gemeinden und weiteren Interessierten schafft so die Voraussetzung, dass Landwirte, welche sich an die gemeinsam festgelegten Vorgaben halten, für ihren Beitrag zur Landschaftsqualität mit finanziellen Beiträgen belohnt werden. Landschaftsqualität ist kein statischer Zustand, er kann sich regionstypisch verändern. Qualität ist somit nicht gleichzusetzen mit Schutz und Erhaltung. «Landschaftsqualität miteinander definieren und dynamisch gestalten» so lautet der Arbeitstitel des BBZ Arenenberg zur Umsetzung der Projekte.
Der Blick in die Landschaft bestätigt die dynamische, unaufhaltsame Entwicklung in der Landwirtschaft, in den Dörfern und in der Region. Dorfrandbetriebe sollen Freiraum bewahren können, damit nicht unnötige Konflikte zwischen Nebenerscheinungen der landwirtschaftlichen Tätigkeit und den Vorstellungen der Dorfbewohner entstehen. Betriebe innerhalb der Dörfer, welche sich mit der Betriebsaufgabe befassen, sind ebenso gefordert. Sie müssen entscheiden, was aus ihrem Anwesen werden soll, wenn es nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wird. Der Druck der zunehmenden Bodenknappheit und das Ziel, das Kulturland zu schützen, verlangen diese Entscheidungen.


Mario Tosato







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