Ausgabe Nummer 39 (2009)

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Schottische Hochlandrinder als Naturschützer

Im Kanton Thurgau wurde das siebte Projekt mit extensiver Beweidung mit Schottischen Hochlandrindern gestartet.

Idyllisch thront die Ruine Neuburg ob dem thurgauischen Mammern und bröckelte leise vor sich hin. Das beliebte Ausflugsziel wurde von Archäologen restauriert. Markus Bürgisser, Geschäftsführer Pro Natura Thurgau, erzählte, dass die steilen Wiesen auch als Naturschutzgebiet entdeckt wurden. So sei im Rahmen einer mehrmonatigen Entbuschungsaktion in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Mammern und dem Forst unterhalb der Ruine Neuburg im Jahr 2005 ein wertvolles Naturschutzgebiet entstanden. Die Fläche sei bis auf einzelne Bäume und Heckenstreifen komplett entbuscht worden. Zusammen mit angelegten Lesestein- und Asthaufen sei ein geeigneter Lebensraum für seltene Arten wie Zauneidechsen, Schlüsselblumen und Wiesensalbei und anderes mehr entstanden.

Siebter Beweidungsversuch im Thurgau
Mit einem Beweidungsversuch sollen zwei schottische Hochlandrinder mit ihren Kälbern zeigen, ob es auf diese Art möglich sei, dieses ökologische Kleinod zu erhalten. Guido Leutenegger, ehemaliger Thurgauer Kantonsrat und Stadtrat von Kreuzlingen, verfügt im Naturschutz und in der Schottischen Hochlandrinderzucht über eine langjährige Erfahrung. «Mit der Pflegeweidung spielen wir im Thurgau eine Vorreiterrolle, handelt es sich doch hier um das siebte Naturbeweidungsprojekt. » Nach seiner Erfahrung sollen die Hochlandrinder vorwiegend im Herbst eingesetzt werden. Leutenegger stellte fest, dass sich diese Rasse mit Gras und Wasser begnüge. Im Winter werde das Gras durch Heu ersetzt. Schmunzelt meint Leutenegger: «Bei zoologischen Naturschutzzielen können Schottische Hochlandrinder gut eingesetzt werden. Die urchigen Viecher tun Laubfröschen oder Eidechsen nichts, hingegen ist eine seltene Orchidee schnell verschlungen.» Leutenegger betreut auch Beweidungsprojekte im Kanton Tessin.

Mario Tosato



Zwei Mutterkühe mit ihren Kälber sollen
in Mammern eine Verbuschung verhindern.
(tos)
Zwei Mutterkühe mit ihren Kälber sollen in Mammern eine Verbuschung verhindern. (tos)