Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


SchuB-Anbieter auf der Schulbank

Ausgabe Nummer 10 (2017)

Weiterbildung «Schule auf dem Bauernhof SchuB»

Jährlich organisiert die Projektgruppe SchuB Thurgau, unter der Leitung von Köbi Hug, ein Weiterbildungsnachmittag für Bauernfamilien mit SchuB-Angeboten. Die «Schule auf dem Bauernhof»-Betriebe leisten einen sehr wertvollen Beitrag zur Bildung der Schüler. Auch bieten diese Landwirtschaftsbetriebe eine gute Plattform für Lehrpersonen, in pädagogischer Hinsicht, neue und bewährte Wege in der Ausbildungsmethodik zu gehen. Als weiterer sehr positiver Nebeneffekt wirkt SchuB für gute Informationsmöglichkeiten der Landwirtschaft. Diesbezüglich gilt der Blickwinkel nicht nur auf die Kinder, sondern gleichwertig auch auf die Eltern, berichten doch die Schüler zu Hause einiges vom Tag auf dem Bauernhof.

Damit die Bauernfamilien den Lehrpersonen wie auch den Schülern einen sicheren Umgang bieten, aber auch um in pädagogischer Hinsicht möglichst gut vorzugehen, organsiert die Projektgruppe SchuB zusammen mit dem BBZ Arenenberg jährlich einen Weiterbildungsnachmittag. Die fachliche Beraterin und pädagogische Ausbilderin in dieser Gruppe ist Nicole Schwery von der pädagogischen Hochschule Thurgau. Zurzeit bieten rund 15 Betriebe Schule auf dem Bauernhof an. Erfreulicherweise war ein Grossteil dieser SchuB-Anbieter am kürzlich durchgeführten Weiterbildungsnachmittag auf dem Arenenberg anzutreffen. Bei diesem «WK-Mittag» verstand es Nicole Schwery ausgezeichnet, die SchuB-Anbieter in die Welt der Pädagogik einzubeziehen.

Praxisbezogene Beispiele
Praxisbeispiele zeigen dabei deutlich auf, dass eine gute Vorbereitung aber auch das Reagieren auf schöne oder schwierige Vorkommnisse in der Unterrichtslektion sehr wichtig ist. Dabei war es interessant, wie die Kursleiterin praxisbezogene Beispiele zur Diskussion einbrachte. Um eines der Beispiele hervor zu heben: «Wie gehe ich mit einer Schulklasse um, wenn ich zum Unterrichten im Baumgarten stehe und ein Bewirtschaftungsnachbar plötzlich mit dem Pflanzenschutzgerät zu Wirken beginnt?»

Dieses Bespiel, das wissen wir alle, ist nicht an den Haaren herbeigezogen. Vielmehr bringt es einiges an Brisanz mit sich, müssen doch konventionell und biologisch wirtschaftende Betriebe die guten Witterungsfenster nutzen, um optimal Pflanzenschutz zu betreiben. Eine Lösung wäre, sich mit der Schulklasse zurückzuziehen und ein anderes vorbereitetes Thema anzugehen. Solche aktuellen Beispielen regten die Diskussion unter den Kursteilnehmern lebhaft an. So kamen verschiedene Argumente und Vorschläge in der Runde zur Diskussion. Einerseits könnte der Grundstücksnachbar gebeten werden, während der SchuB-Schulstunde im Baumgarten, ein einstündiges Timeout zu gewähren. Andere Vorschläge waren, den allenfalls 4.- bis 6.-Klässlern den Vorgang des Pflanzenschutzes zu erklären, sowohl in der Anbaumethode auf biologischer wie auch konventioneller Basis. Dies immer unter der Sicht, dass der ausgebrachte Pflanzschutzfilm nur wie ein «Fliessblatt» für den Baum wirkt. Bei starkem Regen oder starkem Wuchs wird das «Fliessblatt» zerstört und muss wieder erneuert werden. Andere Vorschläge kamen aus der Gruppenarbeit, beispielsweise den Schülern zu erklären, dass sich der Pflanzenschutzfilm wie ein Art Handcreme verhält, und deshalb grössere Niederschläge ein Abwaschen dieser Schutzschicht bewirken.

Fachleute anderer Interessengruppen beiziehen
Auch muss der Landwirt nicht immer alles selbst erklären. So kann er Bienenhalter oder Vogelkenner zum Unterricht beiziehen. Dieser Beizug fördert zugleich das Verständnis zwischen den Interessengruppen rund um die Landwirtschaft und strahlen Positives nach aussen aus. Dies sind nur einige Beispiele, wie ein praxisbezogener Unterreicht für SchuB-Anbieter aufgebaut werden kann. Für die Präsentation und dass Verständnis der Landwirtschaft ist der Unterricht auf SchuB-Betrieben eine sehr wichtige Grundlage. Somit gilt ein grosser Respekt den Anbietern und Lehrpersonen gegenüber. Es lohnt sich also, sich für SchuB einzusetzen, denn nebst den schönen und interessanten Erlebnissen, wird eine angemessene Entschädigung ausgerichtet. Dazu trägt die Thurgauer Kantonalbank TKB, der Verband Thurgauer Landwirtschaft wie auch die Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten viel bei. Also Mitmachen bei SchuB lohnt sich!

Gerne geben wir weitere Auskünfte:
PG SchuB, Köbi Hug, beziehungsweise die Geschäftsstelle VTL, Selina Hulst, Telefon 071 626 28 88 oder beim BBZ Arenenberg.


Bernhard Müller
Leiter Regionale Entwicklung
BBZ Arenenberg










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