Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Schweizer Holz - ökologischer und sozialer Mehrwert

Ausgabe Nummer 8 (2017)

Anlässlich der Mitgliederversammlung 2017 von Lignum Thurgau wurde am Donnerstag, 16. Februar der neue Holzbau des Bio-Weinguts Roland und Karin Lenz in Iselisberg mit dem «Herkunftszeichen Schweizer Holz» (HSH) ausgezeichnet.

Bei schon fast frühlingshaftem Wetter begrüsste Präsident Paul Koch die Anwesenden vor dem neuen Gebäude auf dem Weingut Roland und Karin Lenz in Iselisberg. Speziell freute er sich über die Teilnahme von Elisabeth Engel, Gemeindepräsidentin von Uesslingen-Buch, von Gallus Müller, dem «höchsten » Thurgauer als Präsident des Grossen Rates sowie von Daniel Wessner, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit, und Dieter Sahli, Projektleiter Regionalentwicklung, ebenfalls vom Amt für Wirtschaft und Arbeit.
Vor der Ehrung führte Roland Lenz die Besucherschar durch die neue Halle auf drei Ebenen. Dabei kam seine Philosophie und Lebenseinstellung betrieblicher und persönlicher Nachhaltigkeit stark zum Ausdruck. Für ihn war immer klar, dass der Neubau aus Holz sein muss, vielleicht auch beeinflusst durch das Aufwachsen in einer Schreinerei.

Ökologisch handeln, nicht nur davon reden
Das Verbauen von Schweizer Holz trägt zur nachhaltigen Nutzung und Gesunderhaltung der einheimischen Wälder bei. Obwohl importierte Holzprodukte infolge deren Förderpolitik, den niedrigeren Lohnkosten im benachbarten Ausland und der Euroschwäche zwangsläufig etwas billiger sind, beeinflusst der Materialpreis der Konstruktion und der Gebäudehülle die gesamten Baukosten nur unwesentlich. Bio und Nachhaltigkeit gehören bei Roland und Karin Lenz schon seit jeher dazu, so waren auch alle Handwerker möglichst aus der Region. Unser Schweizer Bildungssystem und die tiefe Arbeitslosigkeit gilt es zu erhalten.
Anlässlich der Jahresversammlung der Lignum Thurgau wurde die Auszeichnung «Herkunftszeichen Schweizer Holz» (HSH) von zwei Damen überreicht. Eine war Maria Brühwiler, Inhaberin und Geschäftsführerin der Brühwiler Sägewerk und Fensterholz AG, Wiezikon TG, und Mitglied der Lignum Thurgau. Als einzige Frau in der Branche, setzt sie sich für Schweizer Holz ein und geht mit ihrem Betrieb, den sie 2011 von ihren Eltern übernommen hat, mit gutem Beispiel voran. Die zweite Dame war Elisabeth Engel, Gemeindepräsidentin von Uesslingen-Buch. «Machen, nicht nur träumen», bewunderte sie die Power und den Einsatz des Winzers.

Mitgliederversammlung mit interessantem Ausblick auf Arbeitsplan 2017
Für die eigentliche Versammlung der Lignum Thurgau (ehemals ProHolz), trafen sich die 12 stimmberechtigten Mitglieder und ebenso viele Gäste im hellen, ebenerdigen Saal. Kassier Mathias Rickenbach präsentierte die Rechnung und Bilanz 2016 und auf Empfehlung der Revisoren wurden sie einstimmig angenommen. Der Jahresbericht kam dieses Jahr nochmals per Post, nächstes Mal soll er per pdf verschickt werden – «wir müssen Holz sparen», lachte Präsident Paul Koch. Das Jahresprogramm und Budget 2017 stellte Geschäftsführer Rolf Auer anhand einer übersichtlichen Powerpoint-Präsentation vor. Hervorgehoben wurden dabei das Hauptprojekt «Innovationszelle Wald und Holz» sowie der Arbeitsplan 2017 mit den Kernaktivitäten.
Bei den personellen Veränderungen wurde Käthi Günter als langjährige Sekretariatsmitarbeitende infolge Pensionierung verabschiedet, leider war sie aber nicht anwesend. Dafür durfte Urban Brütsch, langjähriger Präsident und Geschäftsführer von WaldThurgau, den Dank für seinen geleisteten Einsatz und die gute Zusammenarbeit mit Lignum Thurgau persönlich entgegen nehmen. Seine berufliche Laufbahn geht seit Jahresbeginn bei WaldSchweiz weiter. Unter Traktandum Verschiedenes wies Präsident Paul Koch speziell auf zwei wichtige Daten zum Reservieren hin: am 15. und 16. (zum Teil auch 17.) September 2017 finden die «landesweiten Tage des Schweizer Holzes» statt, und die nächste Versammlung von Lignum Thurgau ist auf Donnerstag, 15. Februar 2018, angesetzt.
Toni Horat, Delegierter Holzindustrie Schweiz Regionalverband Ost, stellte das nationale Grossprojekt «Woodvetia» vor, wo 20 bedeutende Schweizer Persönlichkeiten aus Holzstämmen geschnitzt werden und bis September an verschiedenen Anlässen für Aufmerksamkeit sorgen sollen. Die Anlässe werden zeitnah bekannt gegeben auf verschiedenen Kanälen (siehe auch https://www.woodvetia.ch/de/).
Dann folgte der gemütliche Teil mit einem weiteren Apéro und anschliessendem Gschwellti-Znacht mit einheimischem Käse und Wurst. Interessante Gespräche konnten dabei geführt und wertvolle Kontakte geknüpft werden.


Therese Schurter













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