Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
20. April 2018


Schweizer Kartoffeln haben bei den Konsumenten ein gutes Image

Ausgabe Nummer 39 (2014)

Die zweite Austragung der Strohballenarena war der Kartoffel gewidmet, 120 Besucher konnten so einen Blick hinter die Kulissen werfen.

Die Regionalplanungsgruppe Frauenfeld fördert in Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft und dem Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Arenenberg, den Zugang der Bevölkerung zur Land- und Ernährungswirtschaft, stellten Frank Burose, Kompetenznetzwerk Ernährungswirtschaft, Daniel Bauer von der Regio Frauenfeld und Bernhard Müller, BBZ Arenenberg, fest. Diesmal stand die Kartoffel im Vordergrund. 120 Personen besichtigten die Steffen-Ris AG in Frauenfeld und warfen einen Blick hinter die Kulissen von Produzenten, Verarbeitern und Vermarktern des Erdapfels. Pius Diener, Geschäftsleiter der Steffen-Ris AG in Frauenfeld stellte den Betrieb in Frauenfeld vor. In der modernen Anlage arbeiten 30 Personen. Verarbeitet werden jährlich 12 000 Tonnen Kartoffeln, 1700 Tonnen Rüebli und 1400 Tonnen Zwiebeln.

Druck aus dem Ausland nimmt zu
Fritz Waldspurger, Kartoffelproduzent, Eschenz, stellte fest, dass auf seinem Betrieb bereits seit dem Zweiten Weltkrieg Kartoffeln angebaut werden. Dabei sei eine präzise Planung und die Auswahl der Fruchtfolge von grosser Bedeutung. Nach seinen Ausführungen verlangt der Markt eine grosse Flexibilität und eine super Qualität. Wichtig für die Konsumenten sei eine Rückverfolgbarkeit bis hin zum Kartoffelproduzenten. Der Durchschnittskonsum von Kartoffeln beträgt in der Schweiz zurzeit 44 Kilogramm pro Jahr. Wie Waldspurger erklärte, nimmt der Druck aus dem Ausland zu. Wichtig ist ihm eine gute Zusammenarbeit zwischen den Produzenten, den Weiterverarbeitern und dem Handel.

280 Kartoffelprodukte für die Migros
Diese Aussagen bestätigte auch Manuel Herrero, Leiter Beschaffung und Mitglied der Geschäftsleitung bei der Bischofszell Nahrungsmittel AG (Bina). Er stellte gleichzeitig fest, dass die Kartoffel eine grossartige Zukunft vor sich habe. Nach seinen Aussagen werden für die Bina 16 Sorten angebaut. 50 Produzenten, davon 25 aus der Ostschweiz, bauen 60 000 Kilogramm Kartoffeln an. Laut Herrero produziert die Bina 280 Kartoffelprodukte für die Migros und für verschiedene Zielgruppen. Während für die Chips der Migros-Billiglinie «M-Budget» auch günstige Kartoffeln aus dem Ausland verwendet werden, müssen bei Produkten, welche mit dem Schweizer Kreuz und dem Vermerk «Schweizer Kartoffeln» und dem Hinweis auf den Produzenten werben, alle aus dem Inland stammen. «Wir öffnen stets eine neue Linie, wenn die Kartoffeln eines anderen Bauern reinkommen. Das ist zwar aufwendig, doch der Aufwand lohnt sich», ist Herrero überzeugt.

Namen auf der Arbeitskleidung tragen
Georg Mauser, Kommunaldienst Weinviertel OG, Dürnkrut (A), stimmte diesen Argument zu, stellte aber fest, dass es nicht reiche, ein Image zu schaffen. Weiter erklärte der Referent: «Wenn Sie sagen, dass Sie Kartoffelproduzenten sind, dann lebt das auch und tragt die Werbung bewusst nach draussen.» Er betonte, dass die Konsumenten wissen wollen, woher die inländischen Produkte stammen. Er empfahl den Landwirten, ihre Namen auf der Arbeitskleidung und an den Fahrzeugen anzubringen.


Mario Tosato




















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