Ausgabe Nummer 11 (2009)

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Schwerpunkt Biogas: Eine interessante Kombination

Jürg Sprenger aus Wängi ist Grüngutentsorger und Biogasproduzent

Jürg Sprenger aus Wängi entsorgt für Gemeinden das Grüngut und kann den vergärbaren Anteil ideal in seiner Biogasanlage verwerten. Die Gemeinden begrüssen die Nutzung des Grüngutes zur Energiegewinnung. Die Ökologie und die Regionalität sind weitere Argumente, die den Biogasanlagebetreibern die Türe öffnen könnte, um bei den Gemeinden ihrer Umbegung als Grüngutverwerter einsteigen zu können.

Die Biogasproduktion hat in der Familie Sprenger Tradition. Vater Erwin Sprenger betrieb viele Jahre eine Biogasanlage, die ihm die Energie für seinen Hof lieferte. «Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm» ? so nimmt im Dezember 2006 Sohn Jürg Sprenger eine 100-kW-Biogasanlage in Betrieb. Dies nach einer intensiven Projektierungsphase, in der verschiedene Szenarien geprüft wurden. Für Jürg Sprenger ist die Biogasanlage eine ideale Ergänzung zu seinem Landwirtschaftsbetrieb. «Die Arbeit ist flexibel, es fallen keine Arbeitsspitzen an und die Arbeit ist auf dem Hof», nennt er als wichtigste Vorteile. In seiner Biogasanlage werden Gülle und Mist von 30 GVE Schweinen und 70 GVE Milchvieh sowie zirka 2000 Tonnen Kosubstrate vergärt. Die Kosubstrate machen damit einen Anteil von rund 50 Prozent aus. Der produzierte Strom wird ins Netz eingespiesen und seit Januar 2009 nach KEV vergütet. Die Wärme liefert er an 13 Haushalte in unmittelbarer Nähe. Dadurch wird im Winter die gesamte anfallende Wärmeenergie genutzt. Im Sommer muss jedoch überschüssige Wärme entsorgt werden.

Grüngutverwertung als Ergänzung
Vor einigen Jahren hat die Firma SPOWA, an der Jürg Sprenger beteiligt ist, die Grüngutkompostierung der Gemeinde übernommen. Grüngut enthält neben verholztem Material einen wesentlichen Anteil an gut vergärbarem Material wie Rasenschnitt, Laub und Pflanzenreste. Heute macht Jürg Sprenger mit dem Grüngut eine Triage, um so den vergärbaren Anteil zu trennen und zur Energiegewinnung in der Biogasanlage einsetzen zu können. Die Gemeinde organisiert alle zwei Wochen eine Grüngutabfuhr. Dieses Grüngut wird gemischt, das heisst Rasenschnitt Holzschnitt usw. auf dem Kompostierplatz angeliefert. Die gemischte Ware wird geschreddert und anschliessend über ein MultiStar-Sternsieb abgesiebt, um so den Holzteil vom vergärbaren Anteil zu trennen. Für Direktanlieferer ist der Grüngutsammelplatz einen Tag pro Woche geöffnet. An diesem Tag werden die Anlieferungen überwacht, und wenn möglich wird auch bereits eine grobe Aussortierung vorgenommen. Anschliessend wird auch diese Ware geschredert und über das Multi Star-Sternsieb ausgesiebt. Grössere Menge Rasenschnitt, zum Beispiel von Sportplätzen, werden direkt bei der Biogasanlage angeliefert. So schätzt Jürg Sprenger, kann er zirka einen Viertel des Grüngutes für die Vergärung in der Biogasanlage gewinnen.

Gemeinden schätzen das landwirtschaftliche Konzept
Die Gemeinde Wängi schätzt die Initiative von Jürg Sprenger sehr. Wie Herr Nägeli als Ressortverantwortlicher der Gemeindebehörde ausführt, begrüssen sie die ökologisch sinnvolle Verwertung des Grüngutes. Zudem haben sich die Geruchsemissionen mit dem Wegfall des Rasenschnittes aus der Kompostmiete stark reduziert.
Mit dem Argument, dass er den vergärbaren Anteil des Grüngutes zur Energienutzung einsetzt, konnte Jürg Sprenger bereits eine weitere Gemeinde für sein Konzept der Grüngutverwertung gewinnen.
Im Substrat sieht Jürg Sprenger Verbesserungsbedarf. So sind der Erdbesatz und der Holzanteil vielfach noch relativ hoch. Ebenfalls wäre frischere Ware ein Vorteil, dies würde jedoch eine wöchentliche Grüngutsammlung bedingen. Auf die Aussichten der Biogasanlagebetreiber angesprochen, sagt Jürg Sprenger klar, dass der Verdienst zukünftig aus dem Verkauf von Strom und Wärme realisiert werden muss, da der Ertrag aus der Entsorgung von Kosubstraten schwinden wird.
Gemeinden interessieren sich für eine regionale, ökologische und damit auch kostengünstige Verwertung ihrer Grüngutabfälle. Für Jürg Sprenger ist es wichtig, dass Biogasanlagebetreiber die Zusammenarbeit mit Kompostierbetrieben suchen, um zu verhindern, dass diese wertvollen Substrate in die Industrie abwandern. Die Landwirtschaft hat gute Argumente, die sie für die Gemeinden zum attraktiven Partner in der Grüngutverwertung machen ? es gilt nun, diese zu nutzen!

BBZ Arenenberg, Energie und Landtechnik, Christian Eggenberger


Biogasanlage Fermenter (Flüssigvergärung mit Kosubstrat) von Jürg Sprenger. (zVg)
Biogasanlage Fermenter (Flüssigvergärung mit Kosubstrat) von Jürg Sprenger. (zVg)