Ausgabe Nummer 2 (2007)

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Schwerpunkt Familie und Freizeit: Mit dem Töff nach China

Tierhaltergemeinschaft ermöglichte den Traum

Dank der Tierhaltergemeinschaft mit Familie Bommer und der tatkräftigen Unterstützung ihrer Eltern konnten sich Gerda und Peter Schweizer einen langgehegten Traum erfüllen: Sie waren mit dem Töff für mehr als zwei Monate unterwegs und fuhren in Richtung China.

«Als ich 1998 den elterlichen Hof in Welfensberg übernahm, arbeitete ich sehr motiviert. Mit der Zeit störte es meine Frau Gerda und mich immer mehr, dass wir nicht weggehen konnten.Wenn wir an einem Sonntag einen Besuch machten, war es immer ein ?Ghetz?, da wir wieder zurück in den Stall mussten. Oft konnten wir nicht einmal das Dessert essen», erinnert sich Peter Schweizer. Gerda Schweizer fügt an, dass sie sich dann oft überlegten, ob sie überhaupt noch weggehen wollten.«Vermutlich war es für unsere Eltern noch anders, da es üblicher war, an den Wochenenden zu arbeiten. Da fehlte ihnen das Fortgehen weniger», stellt Peter Schweizer fest. Seine Frau ergänzt: «In der heutigen Gesellschaft ist man sich gewohnt, nach Lust und Laune überall hinzugehen. Da fällt es schwerer, nicht weggehen zu können.»

Tierhaltergemeinschaft
2003 gründete die Familie Schweizer mit der Familie Bommer eine Tierhaltergemeinschaft und baute einen neuen Stall. «Sicher war die Planung der Freizeit ein wichtiger Grund für den Zusammenschluss, aber im Vordergrund stand für mich mehr Absicherung bei Unfall und Krankheit. So schnell kann es gehen und man liegt im Spital», erklärt Peter Schweizer die Gründe für den Zusammenschluss. «Seit wir die Tierhaltergemeinschaft gründeten, haben wir mehr Ferien und Freizeit. Jede Familie hat vier Wochen Ferien pro Jahr zugute und jedes zweite Wochenende frei. Da der Stalldienst geregelt ist, muss vor einer Reise nicht viel organisiert werden», erläutert Peter Schweizer die Ferienplanung. «Wir können in jeder Jahreszeit in die Ferien fahren, auch im Sommer. Häufig sind die Arbeiten schwierig zu planen. So können lang anhaltende Regenfälle einen Strich durch die Arbeitsplanung machen. Im schlimmsten Fall muss der Zuhausegebliebene mehr arbeiten. Bei Kleinigkeiten entscheidet derjenige, der Stalldienst hat, was zu tun ist. Bei grösseren Sachen telefonieren wir einander. » Wenn auf dem Hof wenig Arbeit anfällt, können die beiden Familien auch kurzfristig wegfahren.
Gerda und Peter Schweizer geniessen die Freiheiten, die ihnen die Tierhaltergemeinschaft bietet. «Nach den Reisen haben wir wieder viel mehr Freude und Motivation am Bauern», stellt Peter Schweizer zufrieden fest. Positiv wirke sich auch aus, dass bei Abwesenheiten keine Mehrkosten entstehen, da keine teure Aushilfe bezahlt werden müsse.

Mit dem Töff nach China
«Nach unserer Hochzeit erfüllten wir uns einen langjährigen Traum:Wir fuhren mit dem Töff nach China.Wir waren mehr als zwei Monate lang unterwegs. In China hatten wir Schwierigkeiten mit der Einreise. Wir hätten nur mit einem chinesischen Begleiter durch das Land fahren dürfen. Da wir dies nicht wollten, änderten wir unsere Pläne:Wir stellten unseren Töff in Kirgistan ein und flogen zurück in die Schweiz. Ein Jahr später flogen wir nach Kirgistan zurück und fuhren über Russland mit dem Töff nach Hause.Anfänglich hatten wir ein mulmiges Gefühl, unseren Töff in Kirgistan stehen zu lassen. Doch wurde er dort sehr gut gewartet. Sogar unser platter Pneu wurde repariert», blicken Gerda und Peter Schweizer zurück. Sie erzählen weiter: «Auf der Reise durch die verschiedenen Kulturen wurden wir überall sehr freundlich aufgenommen. und alle Leute wollten uns behilflich sein. Auch Polizisten und Zöllner machten nur ihre Arbeit; so wie wir zu ihnen freundlich waren, waren sie es mit uns. Einzig in Turkmenistan wurde es mit dreissig Polizeikontrollen in zwei Tagen doch etwas zu viel. Grössere Pannen hatten wir nicht. Nur in Griechenland, dort wo wir es nicht erwartet hätten, erhielten wir Benzin, welches mit Petrol gestreckt war.»
Anfänglich dachten die beiden, eine solche lange Reise sei unmöglich. Doch dank grosszügiger Unterstützung von Peter Schweizers Eltern und der Familie Bommer konnten sie ihren Traum verwirklichen. Nun hat auch Familie Bommer eine längere Reise zugute, die sie, sobald ihre Kinder mit der Ausbildung fertig sind, antreten werden.

Ursina Hulmann



Betriebsspiegel
Betriebsleiter: Markus Bommer und Peter Schweizer.
Arbeitskräfte: 2, bei speziellen Anlässen helfen Familienmitglieder
Produktionsart:ÖLN.
Fläche und Lage: 690 Meter über Meer, und 34 Hektaren.
Produktionszweige: 50 Milchkühe und 400 Hochstammobstbäume.


Der neun Monate alte Sohn Joël zieht den
Kinderwagen noch dem Töff vor. (uhu)
Der neun Monate alte Sohn Joël zieht den Kinderwagen noch dem Töff vor. (uhu)