Ausgabe Nummer 36 (2006)

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Schwerpunkt Fütterung: Mais begrenzt einsetzen

Das ?Wundermittel? Mais begrenzt einsetzen


Mais gewinnt in der Milchviehfütterung zunehmend an Bedeutung. In Silagerationen wegen der tieferen Produktionskosten gegenüber Grassilage und in silofreien Betrieben auf Grund der guten Abbaueigenschaften im Pansen, welche gut zu Gras und Heu passen. Es ist aber zu berücksichtigen, dass auch dem Einsatz von Mais Grenzen gesetzt sind, weil die Abbaubarkeit von Stärke in der Verdauung begrenzt ist.

Mais hat eine wesentlich langsamere Abbaubarkeit im Pansen als Gerste und Weizen. Je schneller der Abbau im Pansen, desto mehr wird der Pansen-pH abgesenkt. Mais hat hier deutliche Vorteile. Zudem gelangt durch den langsameren Abbau auch mehr Stärke in den Dünndarm, welche im Fachjargon ?pansenstabile Stärke? genannt wird. Pansenstabile Stoffe haben keinen Einfluss auf den pH was grundsätzlich für deren Einsatz spricht. Es ist aber zu berücksichtigen, dass im Dünndarm nur max. 1-1.5 kg Stärke pro Tag aufgenommen werden können und dass mit zunehmender Stärkeanflutung der aufnehmbare Anteil drastisch sinkt (bei 1.5kg Stärke im Dünndarm auf 60%). Sämtliche Stärke, welche vom Dünndarm in den Dickdarm gelangt, kann von der Kuh nicht mehr verwertet werden. Nährstoffe welche den Dünndarm passieren werden von der Kuh wieder ausgeschieden und sind im Kot als von Bakterien gebildete Bläschen erkennbar. Bekannt ist dieses Phänomen bei Frühlingsweide mit Proteinüberschuss.

Mais ist nicht gleich Mais
Die Abbaugeschwindigkeit und somit auch Menge an pansenstabiler Stärke hängen ganz wesentlich vom Erntezeitpunkt und vom Konservierungsverfahren ab. So wird durch die Gärung beim Silieren die Pansenabbaubarkeit gegenüber Frischmais deutlich erhöht, während sie bei der Trocknung deutlich sinkt. Beim Einsatz von Körnermais erreichen wir bereits beim Einsatz von 3 kg Körnermais pro Kuh und Tag Mengen an pansenstabiler Stärke von über 1 kg im Dünndarm. Bei Maissilage hingegen werden auch beim Einsatz von 10 kg TS Maissilage pro Kuh und Tag Stärkemengen im Dünndarm von unter 600 Gramm anfallen, was auch bedeutet, dass die Pansenstabilität für den Maissilageanteil in der Ration nicht der begrenzende Faktor sein kann. Dagegen muss der Einsatz von Körnermais auf maximal 3 kg pro Kuh und Tag begrenzt werden.

Christof Baumgartner, LBBZ Arenenberg, Fachstelle Nutztierhaltung

Weitere Informationen zum Thema und ausführliche Grafiken: www.lbbz.tg.ch