Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. April 2018


Schwierige Lage im Milchmarkt

Ausgabe Nummer 14 (2016)

An der Generalversammlung der Thurgauer Milchproduzenten im Thurgauerhof Weinfelden wurden verschiedene Beschlüsse gefasst, welche die Zukunft der Milchproduktion sichern sollen.

Wie der «Thurgauer Bauer» bereits letzte Woche berichtete, wurde an der Generalversammlung der Thurgauer Milchproduzenten (TMP) im Kongresszentrum Thurgauerhof Weinfelden, der Antrag auf Abberufung des Präsidenten Ruedi Schnyder und der Vorstandsmitglieder Hans Keller, Jörg Schöni, Beat Schwager und Fritz Stettler zurückgezogen. Es wird eine paritätische Kommission zur Überprüfung der Organisationsform der Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten gebildet. Wie Ruedi Schnyder betonte, bleiben die Beiträge zur LactoFama AG geschuldet. Rund 15 % der Thurgauer Milchproduzenten haben diese Zahlungen noch nicht geleistet.

Godi Siegfried sprach von einem guten basisdemokratischen Abend
Godi Siegfried, Präsident der PMO Züger/Foster und Roland Werner, Präsident der Thur Milch Ring AG, warfen dem Vorstand der TMP unter anderem undurchsichtiges Verhalten bei der Bildung der Delegiertenstimmen vor. Siegfried sprach von einem guten basisdemokratischen Abend. Er sei zu 80 % mit dem Verlauf des Abends zufrieden. Nicht zufrieden sei er mit dem Entscheid bezüglich LactoFama AG.

Der Milchmarkt befindet sich in einer schwierigen Lage
Kurt Nüesch, Direktor der Schweizer Milchproduzenten, sprach von einer schwierigen Lage auf dem Milchmarkt. Zu dieser Situation hätten die expansive Milchproduktion in der EU mit der Aufhebung der Quotenregelung, das Russland-Embargo und der schwächelnde Markt in China sowie der starke Schweizer Franken geführt. Nüesch betonte, dass die Preise unter Druck geraten seien. Die Milchmenge in der Schweiz sei für den gegenwärtigen Absatzmarkt zu gross. Der Direktor der Schweizer Milchproduzenten, stellte fest, dass die Massnahmen, welche der Lactofama AG zur Verfügung stünden, nicht perfekt seien. Dennoch seien sie auch für das laufende Jahr nötig. Es sei wichtig, einen unverhältnismässigen Anstieg der Butterlager zu verhindern. Durch das Abräumen saisonal bedingter Billigmilch werde die Produktion von Billigkäse eingeschränkt. Nüesch betonte, dass die Aktivitäten der LactoFama AG im Bezug auf die Segmentierung reglementskonform seien und auch nicht im Widerspruch zu den Zielen der Segmentierung stünden.

Arbeitsgruppe wurde gefordert
Längerfristig sei eine Steigerung der Käseexporte anzustreben. Dies sowohl mengen- als auch wertmässig. Der Export von Schweizer Käse sei weiterhin zu forcieren. Gleiches gelte auch für den Pro-Kopf-Konsum. Für das «Schoggigesetz» sei eine gute Nachfolgeregelung zu realisieren.
Mathias Roth forderte im Namen einer Gruppierung, dass eine Arbeitsgruppe mit sieben bis neun Mitgliedern einzusetzen sein. Diese solle Aufgaben, Organisationsform, Ziele und den Mitgliedernutzen prüfen. In dieser Arbeitsgruppe sollen sämtliche Produktionsrichtungen vertreten sein, betonte Roth.


Mario Tosato







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