Ausgabe Nummer 48 (2007)
Sicherheit im Bauern- und Privatwald
Im kommenden Winter wird im Bauernwald bestimmt wieder Holz geschlagen. Doch
mit zunehmender Holzschlagmenge steigt erfahrungsgemäss auch die Zahl der Unfälle.
Bevor Sie einen Holzschlag beginnen, gilt es deshalb auch, Überlegungen zum Unfallrisiko
zu machen. Die BUL informiert mit der Kampagne «Profi» im eigenen Wald und
mit der Erweiterung www.holzerkurse.ch über Gefahren, Sicherheitsanforderungen und
Massnahmen.
Die BUL beschäftigt sich laufend mit dem Unfallgeschehen im Bauern- und Privatwald. Sie arbeitet eng mit den Institutionen der Forstbranche und den Lieferanten von Maschinen und persönlicher Schutzausrüstung zusammen. Sie hat die Broschüre «Holzernte und Brennholzverarbeitung im Bauern- und Privatwald» aktualisiert und den neuesten Erkenntnissen angepasst. «Profi» im eigenen Wald Die BUL fasst ihre Informationen zum Thema «Sicherheit bei der Waldarbeit» unter dem Titel «Profi» im eigenen Wald zusammen. Dies bedeutet, dass jeder für die zu beginnende Arbeit die nötigen Fähigkeiten und Ausrüstung braucht. Daher muss sich jeder private Waldbesitzer oder Bewirtschafter entscheiden:
? Bin ich fähig, diese Arbeit sicher auszuführen
- habe ich die nötige Ausrüstung?
? Muss ich die Arbeit einem Unternehmer übergeben, der die Arbeit professionell ausführt?
Für diejenigen, die sich entscheiden, die Arbeiten selber auszuführen, informiert «Profi» im eigenen Wald über nötige Massnahmen: Die Kampagne für mehr Sicherheit im Bauern- und Privatwald orientiert sich an den fünf Hauptpunkten.
1. Ausbildung
2. Persönliche Schutzausrüstung
3. Sichere Maschinen und Geräte
4. Korrekte Arbeitshilfsmittel
5. Arbeitsorganisation
Die Informationskampagne «Sicherheit im Privatwald» wird gemeinsam von BAFU, Suva,WVS und BUL getragen.
1. Ausbildung
Es wird zunehmend wichtiger, dass sich Arbeitgeber Gedanken machen betreffend Sicherheit und Gesundheitsschutz auf ihrem Betrieb. Wer an einem Unfall mitschuldig ist, zum Beispiel wegen vernachlässigter Sicherheitsmassnahmen, kann zur Rechenschaft gezogen werden. Maschinen und Arbeitsprozesse werden immer komplizierter, und das verlangt von den Verantwortlichen eine entsprechende Aus- und Weiterbildung. Die gefährlichste Arbeit ist das Fällen. Rund 50 Prozent der tödlichen Unfälle passieren beim Fällen.Wer sich mit Fällen beschäftigt, braucht deshalb eine seriöse Ausbildung oder die nötige Erfahrung im Umgang mit der heutigen Technik. Die wichtigste Massnahme ist eine korrekte Fallkerbe. Deren Form ist abhängig von der Fällrichtung und vom Zustand des Baumes. Zudem gilt es, die nötigen Sicherheitsdistanzen einzuhalten. Im Fallbereich darf sich während des Fällschnittes niemand aufhalten, alle Personen im Gefahrenbereich sind vor dem Fällschnitt zu warnen. Besondere Vorsicht ist geboten bei Hängern, faulen Bäumen oder Laubbäumen mit einseitiger Krone. Interessierte finden Kursangebote unter www.holzerkurse.ch und können sich dort auch online anmelden. Eine Alternative ist die direkte Anmeldung bei einem Stützpunktbetrieb. Solche Betriebe führen laufend Kurse für verschiedene Anwender durch. Im Einzugsgebiet des Thurgauer Bauern ist das der Forstbetrieb Fischingen/ Aadorf c.engeler@bluewin.ch.
2. Persönliche Schutzausrüstung
Wer im Wald arbeitet, trägt die komplette persönliche Schutzausrüstung. Dies gilt auch für Landwirte und private Holzer. Zur persönlichen Schutzausrüstung gehören:
? Forsthelm mit Gehör- und Gesichtsschutz, eventuell Nackenschutz
? Handschuhe
? Auffällige Forstbluse
? Schnittschutzhosen
? Forstschuhe oder -stiefel
? Mit Vorteil funktionelle Unterwäsche.
In den letzten Jahren wurde die Forstkleidung stark weiterentwickelt und entsprechend verbessert. Der Tragkomfort von Schnittschutzhosen ist abhängig vom Oberstoff, vom Schnitt, von den Taschen und vom Schnittschutz. In den neuen Forstkleidern werden Hightechmaterialien eingesetzt und die Oberstoffe massiv verbessert. Um der hohen Belastung standzuhalten, wird vorne an den Beinen Keflar oder Cordura verwendet. Für die weniger strapazierten Teile wie Rücken, Gesäss, Ärmel usw. werden elastische, atmungsaktive Materialien verwendet. Bei den Forsthosen und Blusen der neuen Generation werden die Materialien exakt nach Anforderungen der Fachleute kombiniert, zum Beispiel Strapazierfähigkeit, Tragekomfort, Farben, Funktionalität, Bedarf an Taschen.
3. Sichere Maschinen und Geräte
Wer eine Maschine kauft oder damit arbeitet, muss darauf achten, dass sie keine Sicherheitsmängel hat. Jede Maschine, gleich welchen Alters, darf nur in sicherem Zustand eingesetzt werden. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Maschinen aus der EU oder der Schweiz den geltenden Sicherheitsvorschriften entsprechen.Aber nur, wenn mit der Maschine eine Konformitätserklärung und eine Bedienungsanleitung in der Sprache des Kunden mitgeliefert wird. Vergewissern Sie sich bei jedem Kauf, dass diese Unterlagen dabei sind. Zur Übergabe einer Maschine gehört eine gezielte Instruktion durch den Verkäufer. Denken Sie daran, auch neue Mitarbeiter oder Mieter mit der Maschine vertraut zu machen.
4. Korrekte Arbeitshilfsmittel
Für sicheres Arbeiten braucht es auch eine Anzahl Hilfsmittel. Dazu gehören Axt, Spalthammer, Doppelmeter, Messband, Fällkeile, Rückeketten, Umlenkrollen, Seilstruppen, Nothilfeset, Feilen usw. Diese Hilfsmittel müssen in ausreichender Menge und in sicherem Zustand verfügbar sein. Defekte Geräte sind umgehend zu reparieren oder zu ersetzen.
5. Arbeitsorganisation
Bevor mit einem Holzschlag begonnen wird, ist die Arbeit zu planen. Dazu gehören Schlagbewilligung, Fachkenntnisse, Ausrüstung, Bestimmen der Sortimente, Lagerplatz, die nötigen Hilfskräfte, Absperren des Holzschlages usw. Vermehrt werden Holzschläge unter privaten Waldbesitzern gemeinsam organisiert und Mit zur Organisation gehört auch ein Sicherheitskonzept gemäss EKAS-Richtlinie 6508. Diese Anforderung erfüllt agri- TOP mit dem Modul Bauernwald. Damit erfüllt der Landwirt auch für Waldarbeiten die Anforderungen der EKAS-Richtlinie.
Nützliche Unterlagen der BUL
Die neu erschienene Broschüre «Holzernte und Brennholzverarbeitung» informiert umfassend über Sicherheit bei der Waldarbeit, «Sicherheit ist kein Zufall», enthält das Produktesortiment der BUL. Für Rückfragen steht Ihnen die BUL gerne zur Verfügung, www.bul.ch, BUL, Prävention Landwirtschaft, 5040 Schöftland, Telefon 062 739 50 40 oder E-Mail: bul@bul.ch.
Ruedi Burgherr, BUL Schöftland
Die BUL beschäftigt sich laufend mit dem Unfallgeschehen im Bauern- und Privatwald. Sie arbeitet eng mit den Institutionen der Forstbranche und den Lieferanten von Maschinen und persönlicher Schutzausrüstung zusammen. Sie hat die Broschüre «Holzernte und Brennholzverarbeitung im Bauern- und Privatwald» aktualisiert und den neuesten Erkenntnissen angepasst. «Profi» im eigenen Wald Die BUL fasst ihre Informationen zum Thema «Sicherheit bei der Waldarbeit» unter dem Titel «Profi» im eigenen Wald zusammen. Dies bedeutet, dass jeder für die zu beginnende Arbeit die nötigen Fähigkeiten und Ausrüstung braucht. Daher muss sich jeder private Waldbesitzer oder Bewirtschafter entscheiden:
? Bin ich fähig, diese Arbeit sicher auszuführen
- habe ich die nötige Ausrüstung?
? Muss ich die Arbeit einem Unternehmer übergeben, der die Arbeit professionell ausführt?
Für diejenigen, die sich entscheiden, die Arbeiten selber auszuführen, informiert «Profi» im eigenen Wald über nötige Massnahmen: Die Kampagne für mehr Sicherheit im Bauern- und Privatwald orientiert sich an den fünf Hauptpunkten.
1. Ausbildung
2. Persönliche Schutzausrüstung
3. Sichere Maschinen und Geräte
4. Korrekte Arbeitshilfsmittel
5. Arbeitsorganisation
Die Informationskampagne «Sicherheit im Privatwald» wird gemeinsam von BAFU, Suva,WVS und BUL getragen.
1. Ausbildung
Es wird zunehmend wichtiger, dass sich Arbeitgeber Gedanken machen betreffend Sicherheit und Gesundheitsschutz auf ihrem Betrieb. Wer an einem Unfall mitschuldig ist, zum Beispiel wegen vernachlässigter Sicherheitsmassnahmen, kann zur Rechenschaft gezogen werden. Maschinen und Arbeitsprozesse werden immer komplizierter, und das verlangt von den Verantwortlichen eine entsprechende Aus- und Weiterbildung. Die gefährlichste Arbeit ist das Fällen. Rund 50 Prozent der tödlichen Unfälle passieren beim Fällen.Wer sich mit Fällen beschäftigt, braucht deshalb eine seriöse Ausbildung oder die nötige Erfahrung im Umgang mit der heutigen Technik. Die wichtigste Massnahme ist eine korrekte Fallkerbe. Deren Form ist abhängig von der Fällrichtung und vom Zustand des Baumes. Zudem gilt es, die nötigen Sicherheitsdistanzen einzuhalten. Im Fallbereich darf sich während des Fällschnittes niemand aufhalten, alle Personen im Gefahrenbereich sind vor dem Fällschnitt zu warnen. Besondere Vorsicht ist geboten bei Hängern, faulen Bäumen oder Laubbäumen mit einseitiger Krone. Interessierte finden Kursangebote unter www.holzerkurse.ch und können sich dort auch online anmelden. Eine Alternative ist die direkte Anmeldung bei einem Stützpunktbetrieb. Solche Betriebe führen laufend Kurse für verschiedene Anwender durch. Im Einzugsgebiet des Thurgauer Bauern ist das der Forstbetrieb Fischingen/ Aadorf c.engeler@bluewin.ch.
2. Persönliche Schutzausrüstung
Wer im Wald arbeitet, trägt die komplette persönliche Schutzausrüstung. Dies gilt auch für Landwirte und private Holzer. Zur persönlichen Schutzausrüstung gehören:
? Forsthelm mit Gehör- und Gesichtsschutz, eventuell Nackenschutz
? Handschuhe
? Auffällige Forstbluse
? Schnittschutzhosen
? Forstschuhe oder -stiefel
? Mit Vorteil funktionelle Unterwäsche.
In den letzten Jahren wurde die Forstkleidung stark weiterentwickelt und entsprechend verbessert. Der Tragkomfort von Schnittschutzhosen ist abhängig vom Oberstoff, vom Schnitt, von den Taschen und vom Schnittschutz. In den neuen Forstkleidern werden Hightechmaterialien eingesetzt und die Oberstoffe massiv verbessert. Um der hohen Belastung standzuhalten, wird vorne an den Beinen Keflar oder Cordura verwendet. Für die weniger strapazierten Teile wie Rücken, Gesäss, Ärmel usw. werden elastische, atmungsaktive Materialien verwendet. Bei den Forsthosen und Blusen der neuen Generation werden die Materialien exakt nach Anforderungen der Fachleute kombiniert, zum Beispiel Strapazierfähigkeit, Tragekomfort, Farben, Funktionalität, Bedarf an Taschen.
3. Sichere Maschinen und Geräte
Wer eine Maschine kauft oder damit arbeitet, muss darauf achten, dass sie keine Sicherheitsmängel hat. Jede Maschine, gleich welchen Alters, darf nur in sicherem Zustand eingesetzt werden. Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass Maschinen aus der EU oder der Schweiz den geltenden Sicherheitsvorschriften entsprechen.Aber nur, wenn mit der Maschine eine Konformitätserklärung und eine Bedienungsanleitung in der Sprache des Kunden mitgeliefert wird. Vergewissern Sie sich bei jedem Kauf, dass diese Unterlagen dabei sind. Zur Übergabe einer Maschine gehört eine gezielte Instruktion durch den Verkäufer. Denken Sie daran, auch neue Mitarbeiter oder Mieter mit der Maschine vertraut zu machen.
4. Korrekte Arbeitshilfsmittel
Für sicheres Arbeiten braucht es auch eine Anzahl Hilfsmittel. Dazu gehören Axt, Spalthammer, Doppelmeter, Messband, Fällkeile, Rückeketten, Umlenkrollen, Seilstruppen, Nothilfeset, Feilen usw. Diese Hilfsmittel müssen in ausreichender Menge und in sicherem Zustand verfügbar sein. Defekte Geräte sind umgehend zu reparieren oder zu ersetzen.
5. Arbeitsorganisation
Bevor mit einem Holzschlag begonnen wird, ist die Arbeit zu planen. Dazu gehören Schlagbewilligung, Fachkenntnisse, Ausrüstung, Bestimmen der Sortimente, Lagerplatz, die nötigen Hilfskräfte, Absperren des Holzschlages usw. Vermehrt werden Holzschläge unter privaten Waldbesitzern gemeinsam organisiert und Mit zur Organisation gehört auch ein Sicherheitskonzept gemäss EKAS-Richtlinie 6508. Diese Anforderung erfüllt agri- TOP mit dem Modul Bauernwald. Damit erfüllt der Landwirt auch für Waldarbeiten die Anforderungen der EKAS-Richtlinie.
Nützliche Unterlagen der BUL
Die neu erschienene Broschüre «Holzernte und Brennholzverarbeitung» informiert umfassend über Sicherheit bei der Waldarbeit, «Sicherheit ist kein Zufall», enthält das Produktesortiment der BUL. Für Rückfragen steht Ihnen die BUL gerne zur Verfügung, www.bul.ch, BUL, Prävention Landwirtschaft, 5040 Schöftland, Telefon 062 739 50 40 oder E-Mail: bul@bul.ch.
Ruedi Burgherr, BUL Schöftland

