Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
26. Juni 2020


So geht Zuckerrübenanbau mit den REB-Programmen

Ausgabe Nummer 21 (2018)

Flurbegehung auf dem Gelände der Swiss Future Farm in Tänikon

Neuste Technologien, praktische Erkenntnisse aus dem Zuckerrübenanbau bei Reduktion von Pflanzenschutzmitteln sowie Informationen zum entsprechenden Bundesprogramm – dies alles beinhaltete eine breit angelegte Flurbegehung auf dem Gelände der Swiss Future Farm in Tänikon (TG).

Ab diesem Jahr können Flächen mit Zuckerrübenanbau für einen neuen Massnahmenplan des Bundes zur Reduktion von Pflanzenschutzmitteln (REB) angemeldet werden. Einen Einblick, wie das in der Praxis aussehen kann, zeigte das BBZ Arenenberg in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Fachstelle für Zuckerrübenbau und der Swiss Future Farm Anfang Mai in Tänikon auf.

Ein Entscheid für alle Flächen
Fachstellenleiter Andreas Bertschi stellte die verschiedenen Versuchsstreifen mit den Listensorten sowie der neuen, ALS-toleranten CONVISO SMARTZuckerrübe vor. Er erläuterte die angewendeten Anbau- und Pflanzenschutzverfahren sowie den jeweils aktuellen Stand der Pflanzen aufgrund der diesjährigen Frühlingswitterung.

Einen theoretischen Überblick über Möglichkeiten, die das REB-Programm des Bundes bietet, gab Viktor Dubsky, Ackerbauleiter des BBZ Arenenberg. Neben grundsätzlichen Reglementierungen des Programms bezüglich Pflanzenschutz zeigte er detailliert die Massnahmenvarianten auf (siehe Tabelle).

Die Anmeldung zum REB-Programm erfolgt jährlich. Die Massnahmen seien einzeln oder in Kombination einsetzbar, müssten jedoch auf allen angemeldeten Flächen zwingend gleich zur Anwendung kommen. Flächen, die nicht angemeldet wurden, können neben angemeldeten Flächen konventionell bewirtschaftet werden, betonte Dubsky.

Prototyp made in Tänikon
Mit einem Primeur wartete die junge Crew der Swiss Future Farm auf. Seit letztem September bewirtschaften das BBZ Arenenberg, der US-Agrartechnikkonzern AGCO sowie die Schaffhauser Landtechnikfirma GVS Agrar AG gemeinsam den ehemaligen Bundes-Versuchsbetrieb in Tänikon. Die drei Partner wollen im Pionierprojekt «Swiss Future Farm» (SFF) bezüglich digitaler Landwirtschaft forschen, Innovationen in der Praxis erproben und die Möglichkeiten von Smart Farming für die Landwirte direkt im Einsatz erlebbar machen. Das gewonnene Wissen wird zudem in die Bildung getragen.
An der Flurbegehung präsentierten die SFF-Co-Leiter Nils Zehner, Florian Abt und Marco Landis den in Tänikon eigens für westeuropäische Verhältnisse konzipierten Prototyp einer Sämaschine mit Precision Planting. Auf mehreren Versuchsstreifen war mit verschiedenen Maschineneinstellungen (Saatdichte und Auflagedruck) angesät worden, um die passenden Werte zu eruieren. «Wir testen intensiv, damit der Bauer später kein Lehrgeld zahlen muss», so Zehner.
Die GVS Agrar AG präsentierte zudem live ein kameragesteuertes High-Tech-Hackgerät, das unter anderem mit GPS und Section Control arbeitet.

Mehr wissen über den Rübenanbau
Die an der Flurbegehung vorgestellten Anbaustreifen sind beschriftet und können vor Ort frei besichtigt werden. Am 8. Juni findet am Vormittag zudem auf dem Gutsbetrieb Brunnegg, Kreuzlingen, der Arenenberger Ackerbautreff statt, ein Flurgang zum Thema bodenschonende Anbauverfahren mit Hacktechnik.
Am Abend wird die 6. Internationale Strohballenarena in der Brunnegg durchgeführt, dies zum Thema «Heimische Zucker-Zukunft: bitter oder süss?» (www.strohballenarena.ch).


Sanna Bührer Winiger







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