Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
15. Juni 2018


Solar - mobil - visionär

Ausgabe Nummer 27 (2017)

Landi Matzingen und Agrola luden zur Einweihung der Solar-Tankstelle

Die Agrola und die Landi Matzingen sind von der elektromobilen Zukunft überzeugt und haben eine solarenergiebetriebenenen Tankstelle errichtet. Am vergangenen Wochenende erfolgte die Einweihungsfeier mit Anlagenbesichtigung und Informationen zur Elektromobilität sowie PV-Anlagen.

Am vergangenen Freitagabend, 30. Juni, waren die Genossenschafter, lokale Behördenvertreter und Geschäftsleitungsmitglieder von fenaco und Agrola zur Einweihungsfeier geladen. Vorgängig erhielten die Besucher die Gelegenheit zum Probefahren von Elektroautos verschiedener Marken. Am Eröffnungsakt hielten Markus Hausammann, Daniel Bischof, Leiter Departement Energie, fenaco, und Andrea Paoli, Leiter Abteilung Energie des Kantons Thurgau, Festreden. Kajetan Mazenauer, Vorsitzender der Geschäftsleitung, sagte, er sei angenehm überrascht vom Innovationsgeist dieser Genossenschaft. Die überwiegende Mehrheit der Genossenschafter bewilligte den Kredit für den Bau eines Solar-Carports, an dem Elektroautos an zwei Schnell- und sechs Normalladestationen aufgetankt werden können. Und dies mit Strom, der mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach des Carports produziert wird. Neu ist dabei, dass der Strom beim Carport mittels einer Batterie gespeichert und dann verwendet werden kann, wenn er auch tatsächlich benötigt wird. Die Schnellladestationen sind sehr effizient: Kunden, die dringend Strom für ihre Elektrofahrzeuge benötigen, können nach rund 15 Minuten Ladezeit wieder bis zu 200 km zurücklegen.

Aufwertung des Standortes
«Durch die Investition in einen Batteriespeicher können einerseits Energieengpässe bei grosser Energienachfrage vermieden werden. Andererseits sind wir in der Lage, noch mehr von unserem Solarstrom zu nutzen. Mit diesem grossen Solarengagement wollen wir neue Massstäbe in der Elektromobilität setzen », so Kajetan Mazenauer. Man will damit die «ganz gewöhnlichen Kunden» erreichen, und bei rund 16 Kunden pro Tag ist die Rentabilität der Solartankstelle gewährleistet.
Anlässlich der Einweihung der Solartankstelle informierte die Genossenschaft Landi Matzingen über den Umbau des Agrola TopShops. Das neue Schwergewicht liegt auf Convenience, mit einem grossem Sandwichangebot und der Erweiterung des Brotangebotes. Um den Ansprüchen der Kundschaft, die vormittags rasch eine Arbeitspause eingelegen möchte, noch besser gerecht zu werden, wurde die Kaffee-Ecke platzmässig erweitert sowie eine zusätzliche Kaffeemaschine aufgestellt. Und es wurde eine Handy-Ladestelle errichtet.
Kajetan Mazenauer ist überzeugt, dass die Solartankstelle den Standort des Agrola Shops insgesamt aufwertet. Peter Haas, Präsident der Genossenschaft der Landi Matzingen betonte, Nachhaltigkeit sei für die Genossenschaft eine Herzensangelegenheit. Für Karl Scheck, Mitglied der Geschäftsleitung der Landi Matzingen, bedeutet die Solartankstelle ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Genossenschaftsgeschichte.

Engagiert – und «unter Strom»
An der Einweihungsfeier erhielten die Besucher die Gelegenheit, die PV-Anlage der Landi Matzingen zu besichtigen und sich bei Mitarbeitern der Solvatec AG, Basel, über Energiemanagement und Speichersysteme zu informieren. Dieses Unternehmen ist Teil der Landi-Fenaco-Gruppe und bietet abgestimmte, integrierte Lösungen für PV-Anlagen für Ein- und Mehrfamilienhäuser, Industrie und die Landwirtschaft an. Markus Hausammann informierte sich über die technischen Details der Solartankstelle und überbrachte am Eröffnungsakt die besten Grüsse und Gratulation des Verbandes Thurgauer Landwirtschaft. Er sagte, es bestehe nach wie vor ein unmittelbarer Bezug zwischen Landi und Landwirtschaft, obwohl das Sortiment heute auf eine breitere Bevölkerungsschicht ausgerichtet sei. «Zwei Jahre nach dem 125-Jahr-Jubiläum hat Ihre Landi Matzingen bereits wieder einen Grund zum Feiern. Es wäre unangebracht, das Engagement einer Landi an ihren Festivitäten zu messen. Die Landi Matzingen hat dies auch nicht nötig, wie der Grund zum heutigen Anlass, die Solar-Tankstelle, zeigt. Die Landi Matzingen ist auch sonst ‹unter Strom›.» Markus Hausammann thematisierte das Energiegesetz, dem das Stimmvolk am 24. Mai zugestimmt hatte. «Mit der Annahme dieses Gesetzes haben wir Ja gesagt zu einer sicheren und vom Ausland weniger abhängigen Energieproduktion. Es gewährleistet mehr Planungssicherheit für die Energiewirtschaft, die Energieforschung und das Gewerbe.»

Teil der Veränderung werden
Die Landi Matzingen bewege sich mit ihrer neuesten Veränderung auf einem Weg, der auch eine Mehrheit der Bevölkerung so gehen will. «Mit der Erstellung Ihrer Solar-Tankstelle und weiteren Veränderungen stellen Sie Ihre Innovationsfreudigkeit unter Beweis und verbreiten unternehmerischen Optimismus. Und dies in einer für die Schweizer Wirtschaft nicht einfachen Zeit», so Markus Hausammann. Solche Zeichen seien wichtig, auch für die Landwirtschaft. «In vielen massgeblichen Produktionsbereichen herrschen angespannte Marktverhältnisse, und in dieser Woche kündigte der Bundesrat eine reale Kürzung des Landwirtschaftsbudgets um 3 % (rund 100 Mio. Franken) an. Solche Zeiten sind herausfordernd, für die Verbände, aber vor allem für die Betriebsleiterinnen und -leiter.» Vor allem anstehende Investitionen müssten auf zukunftsträchtige Sparten ausgerichtet werden. Die Branchenverbände könnten so gut als möglich unterstützen, aber letztlich den Betrieben und Unternehmungen die Entscheide nicht abnehmen. Seine Festrede beendete Markus Hausammann mit einem Zitat von Mahatma Gandhi, welches ihm für die Feier besonders zutreffend erschien: «Du musst selbst zu der Veränderung werden, die du in der Welt sehen willst.»
Andrea Paoli informierte über die Energieförderprogramme und wie der Kanton die Bundesgelder investiert. Daniel Bischof von der fenaco, Abteilung neue Energien informierte, dass die Agrola intensiv an neuen Konzepten rund um die E-Mobilität arbeitet.
Am Samstag, 1. Juli, lud die Landi Matzingen dann die Bevölkerung der Region zum grossen Eröffnungsfest mit zahlreichen Attraktionen für die ganze Familie ein.


Isabelle Schwander













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