Thurgauer Tafeltrauben bestehen Test
Ausgabe Nummer 47 (2003)
Inlandanteil noch minim
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Hitzesommer ermöglichte erste Ernte |
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| Die Schweizerinnen und Schweizer lieben Tafeltrauben, in der Schweiz werden sie aber kaum produziert. Eine Chance, sagten sich einige Thurgauer und Walliser und die ersten Verkäufe geben ihnen Recht. |
| «Die Trauben wurden uns aus der Hand gegessen», sagt Bruno Hugentobler, Obstbauberater und Initiant von Tafeltraubenversuchen am landwirtschaftlichen Bildungs- und Beratungszentrum (LBBZ) Arenenberg TG. Gegen drei Tonnen konnten die Thurgauer Tafeltraubenproduzenten im ersten Erntejahr schneiden und problemlos absetzen. Möglich wurde die Ernte in diesem Herbst dank dem Hitzesommer. Eigentlich haben die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Thurgauer Tafeltrauben (Thurta) in den vor einem Jahr gepflanzten Anlagen erst für nächsten Herbst einen Ertrag erwartet. Für nächstes Jahr erwartet Hugentobler 30 bis 50 Tonnen Thurgauer Tafeltrauben. Bei Vollertrag rechnet er mit 15 bis 20 Tonnen Trauben pro Hektare. Geerntet werden die bevorzugten Sorten in einem Normaljahr zwischen Mitte September und Mitte Oktober. Vermarkten will die Thurta die einheimischen Trauben aber, wenn die Hauptsaison der Importtrauben vorbei ist, also von Oktober bis Weihnachten. Deshalb werden lagerfähige Sorten bevorzugt und in Zusammenarbeit mit zwei deutschen Forschungsanstalten Lagerversuche durchgeführt. Pflanzmaterial fehlt Decken lässt sich der Bedarf nicht von heute auf morgen, denn Reben werfen frühestens im dritten Jahr nach dem Pfropfen einen ersten Ertrag ab. Entweder werden junge Pfropfreben direkt in den Weinberg gesetzt, oder sie verbringen die ersten zwei Jahre in der Rebschule und werden nachher in den Rebberg gepflanzt. Die Thurgauer haben letztere Variante gewählt. Anders als im Thurgau ist im zweiten Hauptanbaugebiet, dem Wallis, vorerst keine grössere Ausdehnung der Tafeltraubenfläche geplant. «Die Vermarktung ist mit Unsicherheiten behaftet», erklärt Obstbauberater Jacques Rossier gegenüber dem Landwirtschaftlichen Informationsdienst LID die Zurückhaltung der Walliser. In den letzten fünf Jahren haben zehn Produzenten rund 3,5 Hektaren gepflanzt. Dieses Jahr wurden ungefähr fünf Tonnen Tafeltrauben vermarktet, schätzt Rossier. Interessant für Bioproduzenten Inlandanteil noch minim 34 000 Tonnen Tafeltrauben importiert, in den Vorjahren jeweils rund 40 000 Tonnen. (LID) |
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