Ausgabe Nummer 16 (2005)
Regenschirme, Jungpferde und viel Matsch
| Feldtest der Freiberger und Haflinger-Pferde in Niederbüren | |||
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| Viel Regen und sogar etwas Schnee: Petrus hatte schlechte Laune am Feldtest der Freiberger und Haflinger. Trotzdem wurden 48 dreijährige Pferde am letzten Samstag in Niederbüren vorgestellt. In vier Teilprüfungen wurden das Exterieur, die Gänge, das Verhalten und die Reit- und Fahreignung bewertet. | |||
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| Am Feldtest werden die jungen Pferde an der Hand, am Wagen und unter dem Reiter vorgeführt. Die Dreijährigen sind erst seit einigen Wochen eingeritten und eingefahren. Mit Schulkindern verglichen sind sie noch in der Primarschule und haben soeben lesen und schreiben gelernt. Vor allem für Stuten ist dieser Test wichtig: ihre Fohlen erhalten nur einen Abstammungsausweis, wenn die Stute den Feldtest bestanden und beide Eltern anerkannte Papiere haben. Bei Wallachen ist der Feldtest vor allem für die Zuchtwert-einschätzung ihrer Eltern wichtig. Der Feldtest soll auch den Verkauf von Jungpferden fördern. So bescheinigt er Kaufinteressierten, dass das Pferd die Anforderungen der Zuchtorganisation erfüllt und eine Grundausbildung abgeschlossen hat. Zum ersten Mal fand der Feldtest der Pferdezuchtgenossenschaft Thurgau auf dem Gelände von Susanne und Richard Wagner in Niederbüren statt. Zuerst beurteilte der Experte bei den an der Hand vorgeführten Pferden das Exterieur und die Gänge. Für den Eintrag in das Herdenbuch mass er die Grösse der Pferde. Um ihre gute Erziehung und Umgänglichkeit zu zeigen, mussten sie die Hufe geben und das Spritzen mit einem Wasserzerstäuber neben sich dulden. In der nächs-ten Teilprüfung wurden die Pferde einspännig am Wagen vorgestellt. Zuvor wurden sie unter dem kritischen Blick des Experten eingespannt, der dabei wieder auf das Verhalten achtete: Stieg ein Pferd, hatte es den Test nicht bestanden. Dann stellten die Jungpferde Fahreignung, Lenkbarkeit, Gehorsam, und Willigkeit in einem Dressurprogramm unter Beweis. Um ihre Nervenfestigkeit zu zeigen, mussten sie zwischen zwei Regenschirmen durchschreiten. Die Pferde sollten ohne treibende Hilfen, wie Stimme oder Peitsche, dieses Hindernis passieren. Scheuen oder die Weigerung zwischen die Schirme zu treten gab Abzug. Im letzten Teil der Prüfung wurden die Pferde geritten. Neben den Grundgangarten Schritt, Trab und Galopp wurde das Stillstehen beim Aufsitzen bewertet. Ein grosser roter Gummiball stellte wiederum die Nervenfestigkeit unter Beweis. Die Aufgabe war, dass die Pferde den Ball mit den Vorderbeinen berühren. Während einige geborene «Fussballer» waren, zeigten sich andere sehr kritisch gegenüber diesem roten Ding. Die Punktzahl der Teilteste wurde am Schluss zusammengezählt. Einige wenige Pferde erreichten ein ungenügendes Gesamttotal. Diese können den Test einmal wiederholen. Durch die anhaltenden Regenfälle war der Boden tief. Der Matsch hinterliess Spuren an Pferden, Kutschen und Reitern. Der Wasserschlauch wurde viel genutzt, aber er konnte dem Dreck nicht Herr werden. Trotz des schlechten Wetters fanden sich viele Pferdefreunde und Kaufinteressierte ein. Wem es im Regen zu kalt wurde, konnte sich in der gemütlichen Beiz in Wagner’s Stall aufwärmen und über die vorgestellten Pferde fachsimpeln. uhu |
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