Ausgabe Nummer 16 (2005)
TBV hat vier neue Vorstandsmitglieder
| Gut besuchte Delegiertenversammlung des Thurgauer Bauernverbandes (TBV) | |||
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| 213 Delegierte und zahlreiche Gäste sorgten am Donnerstag, 14. April 2005 dafür, dass im Auholzsaal Sugen kaum leere Stühle übrig blieben. Für den Thurgauer Bauernverband (TBV) ist dieses Jahr Wahljahr. Drei Vorstandsmitglieder traten am Freitag vor einer Woche nach zwölfjähriger Amtszeit zurück: Myrta Roth-Züllig, Benno Schildknecht und Hansueli Walser. Mit seiner interessanten Weindegustation setzte der Thurgauer Weinbauverband der DV einen genussvollen Schlusspunkt. |
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| Die Organe des Thurgauer Bauernverbandes werden für eine Amtsperiode von jeweils vier Jahren gewählt. An der ordentlichen Delegiertenversammlung letzte Woche mussten die über 200 anwesenden Delegierten Vorstand, Präsident und die Mitglieder der Kommissionen mit ihrer Wahl bestätigen. Es wurden die folgenden vier neuen Vorstandsmitglieder gewählt: Daniel Burkard, Zezikon, Vertreter der Viehwirtschaftskommission, Markus Hausammann, Langrickenbach, Vertreter der Agroberatungsgruppen, Barbara Scherrer, Freidorf, und Markus Hofer, Oberneunforn, Vertreter der Landjugend. Alle Wahlvorschläge sowie die weiteren ordentlichen Abstimmungen wurden einstimmig genehmigt. Mit den vier neuen Vorstandsmitgliedern zählt der TBV-Vorstand übergangsweise 18 Mitglieder - eine Person mehr als in den Statuten vorgesehen. Für das nächste Vorstandsmitglied, das zurücktritt, wird keine Ersatzwahl durchgeführt, damit der Vorstand wieder ordentlich 17 Mitglieder zählt. Das Publikum reagierte auf den Vorschlag mit allgemeinem Gemurmel, die Delegierten zeigten sich aber mit dem Vorschlag einverstanden. Falsches Signal Präsident Andreas Binswanger sprach vor allem über die kritische Milchpreisentwicklung. Er verglich die Milchpreissenkung mit dem Billigbier, das Discounter anbieten. Sie setzen die Bierbrauereien unter Druck. Der Billigste kann liefern, geht dabei pleite, der Discounter sucht sich eine neue Brauerei und freut sich, weil er wieder ein billiges Bier anbieten kann. Der Konsument hat sein Billigbier, muss aber des Öfteren die Marke wechseln. So befindet sich die Brauereibranche konstant in einer Strukturbereinigung, sagt Binswanger, «Es gibt ein noch schöneres Wort Gesundschrumpfung.» Er beurteilt die Situation auf dem Milchmarkt als schwierig, es herrsche grosse Verunsicherung. Er warnt die Milchproduzenten davor, sich bei Preisanfragen der Grossverteiler gegenseitig so zu unterbieten, wie es die Bierbrauereien getan hatten: «Dann signalisieren Sie doch, dass in den Preisen noch Luft drin ist.» Der Präsident befürchtet, dass dabei einigen Anbietern tatsächlich die Luft ausgehen wird und gleichzeitig die Milchpreise nach unten gerissen werden. Er empfiehlt eine andere Strategie: «Wir müssen unseren Marktpartnern gegenüber stark auftreten.» Schwerpunkte in den Verbandsaktivitäten Strukturen: Im Mai werden die Fragebogen ausgewertet, welche zurzeit von den landwirtschaftlichen Organisationen im Thurgau diskutiert und ausgefüllt werden. Ziel der Umfrage ist es, einen Überblick über das bestehende Angebot landwirtschaftlicher Organisationen zu erhalten. Die Auswertung der eingegangenen Antworten soll helfen, bestehende Strukturen besser zu nutzen, zu straffen und Doppelspurigkeiten zu vermeiden. Weitere Schwerpunkte, in denen der TBV dieses Jahr aktiv ist, sind Raumplanung, Beratung, Agrarpolitik und Standort Marketing. Ein wichtiges politisches Thema ist die Personenfreizügigkeit, über die dieses Jahr am 25. September abgestimmt wird. Der Vorstand des TBV spricht sich klar für die Personenfreizügigkeit aus, da die meisten der jährlich rund 2500 kurzfristigen Arbeitseinsätze in der Landwirtschaft geleistet werden. Der TBV setzt sich hier seit Jahren erfolgreich für das Praktikantenprogramm ein. Eine Ablehnung der Vorlage hätte für die Landwirtschaft einen noch grösseren Druck zur Folge, sie ist auf die Rekrutierung von Arbeitskräften angewiesen (siehe auch Beitrag «Vorstand Thurgauer Bauernverband» in dieser Ausgabe). Rücktritte aus dem TBV-Vorstand Der Präsident bedankte sich bei den drei zurücktretenden Vorstandsmitgliedern für ihren jahrelangen Einsatz. Alle standen während drei Amtszeiten, insgesamt für zwölf Jahre, dem TBV vor. Andreas Binswanger spracht kurz und prägnant über seine abtretenden Kollegin und Kollegen: Myrta Roth-Züllig war bekannt für ihre sehr konstruktive Kritik und ihr Gespür für Soziales. Benno Schildknecht ist immer bedacht, die Interessen der Bauernfamilien und die des Naturschutzes unter einen Hut zu bringen. Hansueli Walser war auch verantwortlich für die WEGA-Aktivitäten und hat mit seiner Initiative für die Grillkurse im Thurgau wertvolle Dienste geleistet. Genussvoller Schlusspunkt Der Thurgauer Weinbauverband (TWV) lud die rund 300 anwesenden Personen ein, drei aussergewöhnliche Thurgauer Weine zu degustieren. Hans-Peter Wägeli stellte die Weine mit viel Begeisterung persönlich vor. Unbestritten betörten die Thurgauer Weine Nase und Gaumen: Der gehaltvolle Müller-Thurgau mit seinem süssen Blütenduft ebenso wie der Garanoir (Gamay 3 Reichenstein), einer Rotweinspezialität, die nach schwarzer Kirsche duftete. Den Abschluss der interessanten Degustation machte ein edler Thurgauer Pinot Noir (Blauburgunder). Mit seiner Weindegustation setzte der Thurgauer Weinbauverband der Delegiertenversammlung des TBV einen genussvollen Schlusspunkt. |
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