Ausgabe Nummer 16 (2005)
Weichen für die Zukunft gestellt
| Bereit für den vorzeitigen Ausstieg aus der Milchkontingentierung | |||
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| Die Aktionäre der Thur Milch Ring AG haben an der Versammlung sämtlichen Anträgen des Verwaltungsrates zugestimmt und so die Möglichkeit für einen vorzeitigen Ausstieg aus der Milchkontingentierung per 1. Mai 2006 geschaffen. | |||
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| Vor fünf Jahren hat die Thur Milch Ring AG (TMR) ihre Geschäftstätigkeit aufgenommen. An der Aktionärsversammlung im Mehrzwecksaal des LBBZ Arenenberg zeigte der Präsident Roland Werner, Wäldi, auf, dass sich die TMR in diesen Jahren erfolgreich auf dem Milchmarkt behauptet hat. Die TMR zahle immer einen der höchsten Milchpreise im Thurgau. Er dankte den Aktionären dafür, dass sie den Kurs der TMR mitgetragen haben. Das Motto «Wir unternehmen etwas, statt zu jammern» gelte für die TMR auch für die Zukunft. Eigenes Handeln hinterfragen Für Roland Werner zeigen die bundesrätlichen Vorschläge zur Weiterentwicklung in der Landwirtschaftspolitik klar auf, dass sich der Staat mittelfristig gänzlich aus der Marktregulierung zurückziehen wird. Die Verantwortung wird also den Marktbetreibern übertragen. Für den Präsidenten bedeutet dies, dass der Milchmarkt in Zukunft viel dynamischer sein wird. Dies wird für die Milchproduzenten und Marktpartner Auswirkungen und Veränderungen haben. Kurzfristig kann das Abblocken von Veränderungen zwar zu einem Pseudoerfolg führen. Im Nachhinein muss jedoch vielfach festgestellt werden, dass die notwendigen Anpassungen stattfanden, aber fremdbestimmt erfolgten. Wer erfolgreich auf dem Markt sein will, darf sich daher nicht scheuen, das eigene Handeln immer wieder kritisch zu hinterfragen und die notwendigen Anpassungen entschlossen vorzunehmen, ist Roland Werner überzeugt. 1 Rappen Bonus für die Milchlieferanten Im Geschäftsjahr 2004 hat sich der Lieferantenbestand um einige neue Milchproduzenten auf rund 280 erhöht. Nebst den bisherigen Milchverarbeitern Emmi Schweiz AG und der Schweizerischen Milchgesellschaft AG in Sulgen hat die TMR auch silofreie Käsereimilch vermarktet. Die Umsätze sind in diesem Bereich für den Präsidenten noch bescheiden, aber dank des übersichtlichen Konzeptes zukunftsorientiert und ausbaufähig. Aufgrund des erfolgreichen Geschäftsjahres kann die TMR ihren Milchlieferanten wiederum einen Bonus von 1 Rappen pro kg gelieferter Milch für das Milchjahr 2004/05 auszahlen. «Geben und Nehmen» Die TMR hat sich im vergangenen Jahr stark mit der Zukunft der Milchwirtschaft auseinander gesetzt. Nach verschiedenen Informationsveranstaltungen, Diskussionen und intensiven administrativen Vorbereitungen wurde das Reglement zum vorzeitigen Ausstieg aus der Milchkontingentierung per 1. Mai 2006 erarbeitet. Der Präsident erklärte den Aktionären noch einmal, weshalb die TMR als Produzenten-Milchverwerter-Organisation (PMO) mit der Hochdorf Nutritec AG aus der Milchkontingentierung aussteigen wird. Nach dem liberalisierten Markt sei es wichtig, dass Produzenten und Verarbeiter gemeinsam auftreten. Nur ein gesundes Wachstum bei den Verarbeitern garantiere auch den Produzenten gute Absatzmöglichkeiten. Das stetige Suchen nach Sündenböcken schade der gesamten Milchwirtschaft. «Geben und Nehmen» ist für Werner Roland auch für den zukünftigen Milchmarkt ein wichtiger Leitsatz. Anträgen des Verwaltungsrates zugestimmt Den notwendigen Statutenänderungen, damit die TMR aus der Milchkontingentierung aussteigen und sich zu einer PMO zusammenschliessen kann, wurden ohne Gegenstimme zugestimmt. Ebenfalls wurde einer Erhöhung des Aktienkapitals von 130000 auf 170000 Franken sowie einer Vergrösserung des Verwaltungsrates von sieben auf neun Mitglieder zugestimmt. Als Vertreter der Milchverarbeiter nimmt Werner Schweizer, Geschäftsfeldleiter Milch bei der Hochdorf Nutritec AG, Hochdorf, und Bruno Walser, Landwirt, Buch bei Märwil, als Vertreter der Käsereimilchlieferanten Einsitz im Verwaltungsrat. Als Ersatz für Daniel Vetterli, Rheinklingen, wurde zudem Hermann Kunz, Landwirt, Bethelhausen, Islikon, in den Verwaltungsrat der TMR gewählt. Die Entschädigung für den Verwaltungsrat für das Jahr 2005 bleibt gleich wie im Vorjahr und beträgt 400 Franken pro Million kg umgesetzte Milch. Milchpreissenkung um 2,7 Rappen Alfons Knüsel von der Emmi, Luzern, informierte die Aktionäre über das Resultat der am Nachmittag abgeschlossenen Milchpreisverhandlungen. Er wies auf den vor einem halben Jahr ausgebrochenen Preiskampf im Schweizer Detailhandel, insbesondere der beiden Grossverteiler im Hinblick auf das Auftreten der Lebensmitteldiscounter aus Deutschland hin. Obwohl Emmi mit neuen Produkten wie Café Latte und Choco Latte auf dem Markt sehr aktiv sei, habe man im vergangenen Jahr Marktanteile verloren, die man wieder zurückholen wolle. Die Preisverhandlungen seien in einer guten Atmosphäre und mit gegenseitigem Verständnis verlaufen. Das Resultat sei eine Reduktion um 2,7 Rappen/kg. Alfons Knüsel bedauerte, dass die Milchlieferanten ab dem 1. Mai eine Milchpreissenkung in Kauf nehmen müssen. Er wies aber darauf hin, dass der Milchpreis der Emmi nach wie vor deutlich über dem Preis der Mitbewerber im Schweizer Milchverarbeitungsmarkt liege. he |
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