Ausgabe Nummer 32 (2008)
Spannendes Wettpflügen
2000 Besucher erfreuten sich am Wettpflügen in Uesslingen
In der Kategorie Ausscheidung belegten die Gebrüder Ueli und Elias Hagen aus Hüttlingen sowie Urs Vetterli, Frauenfeld, die Ränge 4 bis 6. In der Kategorie Landjugend heisst der Sieger Stefan Spring aus Amlikon.Zurzeit bilden die Baselbieter Wettpflüger in der Kategorie Ausscheidung eine eigentliche Macht. So verwundert es wenig, dass Martin Rupp, Liestal BL, vor dem Vorjahressieger Beat Sprenger, Wintersingen BL, den Sieg holte. Walter Angst, Wil ZH, sowie Ueli und Elias Hagen aus Hüttwilen erzielten je 114 Punkte und belegten die nächsten Plätze. Während die beiden Erstplatzierten von hervorragenden Bedingungen sprachen, hatte der zehnfache Thurgauer Wettplügmeister Ueli Hagen bei der Auslosung wie im vergangenen Jahr Pech. Er musste sich mit einer Pazelle mit tiefem Boden begnügen. In der Kategorie Landjugend nahmen viele erstmals an einem Wettpflügen teil, dennoch sprachen die Experten von sehr guten Leistungen. Ein Kopf-an-Kopf- Rennen lieferten sich die Gebrüder Stefan mit 93,0 Punkten und Dominik Spring aus Amlikon mit 92,5 Punkten. Den 3. Rang belegte Ueli Spöhl aus Engwang mit 87,5 Punkten.
Rangliste (Obere Rangierungen)
Kategorie Ausscheidung:
1. Martin Rupp, Liestal BL, 125,5 Punkte; 2. Beat Sprenger, Wintersingen BL, 118,0; 3. Walter Angst,Wil ZH, 114,0; 4. Ueli Hagen, Hüttwilen TG, 114,0; 5. Elias Hagen, Hüttwilen TG, 114,0; 6. Urs Vetterli, Frauenfeld TG, 111,0 Punkte; 7. Christian Rubin, Rafz ZH, 109,5; 8.Felix Zollinger, Watt ZH, 101,5; 9. Marco Angst,Wil ZH, 98,0; 10. Stephan Frieden, Pflügervereinigung Rickenbach ZH, 96,6.
Kategorie Landjugend:
1. Stefan Spring, Amlikon, 93,0 Punkte; 2. Dominik Spring, Amlikon, 92,5; 3. Ueli Spöhl, Engwang, 87,5; 4. Benedikt Schmid, Berg TG, 85,1; 5. Felix Heller/Markus Heller, Stammheim, 84,0. 6. Andreas Felber/ Sandor Herzog, Arosa/Homburg, 78,5; 7. Timon Siegrist, Illighausen, 78,1; 8. Ralf Hug, Kesswil, 78,0; 9. Thomas Plüer, Triboltingen, 76,0; 10. Andreas Bachmann, Neuwilen, 74,6.
Schönstgeschmückte Traktoren:
1. Adrian Rickenmann und Reto Inauen, 2. Rolf Hahn, 3. Käthy Messerli und Sandra Bläuer.
(tos)
Wettpflügen hat symbolhaften Charakter
«Sauberes Pflügen ist nicht einfach und will geübt sein. Dazu muss man sich gezielt Zeit nehmen, was bei grossem Arbeits- und Leistungsdruck nicht immer einfach ist.Trotzdem lohnt es sich, Zeit ins Training zu investieren. Denn die Einstellung zwischen Traktor, Pflug und Boden muss genau aufeinander abgestimmt sein. Nur so kann der Acker effizient und nachhaltig bearbeitet werden. Dies ist schlussendlich verantwortlich für einen guten Ertrag und den Betriebserfolg», stellte Seraina Ruoss, OK-Präsidentin des 42. Thurgauer Wettpflügens, in ihrem Grusswort fest. Auf dem Rundgang zeigte sich Andreas Binswanger, Präsident des Thurgauer Bauernverbandes (TBV), stark beeindruckt: «Für mich hat des Wettpflügen immer noch einen symbolhaften Charakter, gehören doch Scholle, Pflug und das tägliche Brot seit Menschengedenken zusammen. » Ihn faszinierte die äusserst exakte Arbeitsweise und das überlegte Handeln der Wettpflüger. Nationalrat Hansjörg Walter, Präsident des Schweizerischen Bauernverbandes, freute sich ebenfalls über die ausgezeichneten Leistungen. Nach seiner Meinung machen solche Wettbewerbe Sinn, hänge doch die Ernte zu einem grossen Teil von der Arbeit mit dem Pflug ab.
Komplimente an das junge OK
Über so viel Komplimente freute sich Willi Zollinger, Präsident der Schweizerischen Pflüger-Vereinigung, selbst ehemaliger Wettpflügerweltmeister und dreifacher Vizeweltmeister. Nach seiner Meinung ist das Pflügen mit der modernen Technologie noch anspruchsvoller geworden. Das Pflügen des Trapezes mit einer Länge von rund 100 Metern und Breiten von 16 und 24 Metern stelle hohe Ansprüche. Bei fast idalen Bodenverhältnissen wurde eine Furchentiefe von 21 Zentimetern mit einer Toleranz von plus/minus 2 Zentimetern vorgeschrieben. Zollinger zollte dem jungen OK, dem vorwiegend Frauen angehören, grossen Respekt. «Sie leisteten hervorragende Arbeit und schufen faire Wettkampfbedingungen. Auch die Pflege der Kameradschaft kam in der Festwirtschaft nicht zu kurz», so Zollinger.
Mario Tosato

Der zehnfache Sieger des Thurgauer Wettpflügens, Ueli Hagen, belegte in diesem Jahr den undankbaren 4. Rang. (tos)
