Ausgabe Nummer 51 (2010)

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Spargelanbau wird immer anspruchsvoller

Im Spargelanbau werden immer anspruchsvollere Produktionsmethoden gefordert. Die Ausrichtung auf die Konsumentenwünsche verlangt viele Anforderungen.

 

In den letzten Jahren hat der inländische Spargelanbau einen eigentlichen kleinen Boom erlebt. Doch nach wie vor bewegt sich der Inlandanteil am gesamten Schweizer Marktvolumen deutlich in einem eher tiefen einstelligen Prozentbereich. An die 80 Spargelproduzenten aus der ganzen deutschsprachigen Schweiz trafen sich kürzlich in Wülfl ingen, um sich über neuste Erkenntnisse im Spargelanbau wie auch Lagerung und Aufbereitung informieren zu lassen. «Wir sind heute in der glücklichen Lage, dass wir mit Ludger Aldenhoff von der BDSE Bruchsal einen kompetenten Referenten und Kenner der Spargelszene verpfl ichten konnten», führte Johann Kling von der Fachstelle Gemüsebau am Strickhof aus. Heute wünscht der Konsument immer früher einheimische Spargeln auf dem Teller. Dies ermöglicht den Produzenten auch zugleich bessere Preise. Gleichzeitig wird aber auch eine Verlängerung der Saison erwünscht. Zum letzteren musste Aldenhoff aber eine Absage erteilen. Eine natürlich bewirkte Verspätung der Spargel ist kaum realisierbar. Der Einsatz einer weissen Folie oder Stroh, welche das Erwärmen des Dammes oder des Bodens bremsen sollte, ergaben in grösseren Versuchen keine messbaren Effekte. Anderseits ist man bestrebt, die Spargelsaison mit einheimischer Ware möglichst früh zu starten. «Die billigste Verfrühungsmethode liegt in der fl achen Pfl anzung», betonte Aldenhoff. Die besten Resultate ergaben sich dabei mit einer Pfl anztiefe von 15 cm, wobei der Gesamtertrag bei 129 Prozent des gewählten Standardverfahrens lag, die Stangengewichte mit 108 Prozent ebenfalls wie auch der Gesamterlös mit 140 Prozent überdurchschnittlich waren.

Vermehrt setzten die Produzenten auch auf das Verfrühen mit dem Einsatz von Tunnels oder Folien, um den Boden respektive die Dämme schneller aufzuwärmen. Damit wird der vegetative Start der Spargelpfl anze früher angeregt und beginnt somit früher mit dem Wachstum. «Daios-Tunnels haben sich in der Praxis aber nicht bewährt. Zu hohe Materialkosten, Probleme bei der Stabilität und die fehlende Möglichkeit, die Temperatur gezielt zu steuern, sprechen gegen dieses Verfahren», betonte Aldenhoff. Entsprechend stehen für ihn die Möglichkeiten mit einem Minitunnel und Folienbedeckung im Vordergrund. Für dieses System sprechen die minimalen Kosten und die ideale Möglichkeit, die Temperatur zu steuern, wobei dieses vorwiegend für Direktvermarktungsbetriebe verwendet werden soll.

 

Lagerungsarten

Bekanntlich bestimmt das Frühlingswetter den Spargelwuchs, so dass eine kontinuierliche Marktversorgung schwierig ist. Deshalb drängen sich in der Praxis vermehrt Möglichkeiten auf, um auch mit einer Lagerung eine gewisse Marktausgleichung zu erreichen. «Die Spargel ist nicht eine reife Frucht, die geerntet wird, sondern ein im Wachstum befi ndlicher Pfl anzentrieb», rief Aldenhoff in Erinnerung. Entsprechend lässt sich die Spargel nur unter schwierigen Umständen lagern. Aldenhoff machte deutlich, dass die Qualität durch die Lagerung abnimmt. Deshalb muss beim Einlagern darauf geachtet werden, dass nur eine Verlangsamung des Qualitätsverlustes möglich ist, wobei die Nacherntebehandlung von entscheidender Rolle ist. Austrocknung, Verfärbungen und eine sehr aktive Stoffwechselaktivität der Spargel, welche im Vergleich zu anderen Gemüse- oder Früchtearten sehr gross ist, führen zu einer Veratmung und Verholzung wie auch Rotverfärbung. So sind der Wasserzwischenlagerung auch Grenzen gesetzt. Im Vordergrund für eine ideale Einlagerung steht für Aldenhoff die Nacherntebehandlung. Dabei ist eine Lichteinwirkung schon auf dem Feld zu vermeiden und die Spargeln müssen nach einem raschen Abtransport im Feld möglichst rasch auf 2 °C gekühlt werden. Im Lagerraum bei maximal 2 °C muss jede Lichteinwirkung vermieden werden und die Luftfeuchtigkeit muss über 98 Prozent liegen, wobei vernebeltes Sprühwasser eingesetzt werden sollte. Aldenhoff machte auch darauf aufmerksam, dass sich der Grünspargel weniger für eine Lagerung eignet als der Bleichspargel. Im Kühlhaus sollten diese stehend gelagert und die Spargelköpfe nicht benässt werden.

 

Roland Müller