Ausgabe Nummer 52 (2006)
Stabsübergabe beim Verband für Landtechnik
Feinstaub auch für die Land- und Forstwirtschaft ein Thema
Nach 13-jähriger Amtszeit als Präsident des Thurgauer Verbandes für Landtechnik, erklärte Ueli Niklaus, Engwilen, seinen Rücktritt. Zu seinem Nachfolger wurde Hansjörg Uhlmann, Bonau, gewählt.
Als scheidender Präsident wartetet Ueli Niklaus, Präsident des Thurgauer Verband für Landtechnik (TVLT), mit seinen «Hochsitzphilosophien» bis zum Schluss der Generalversammlung, welche in Frauenfeld stattfand. Als es in jungen Jahren darum ging, in der Politik oder in Verbänden mitzumachen, habe er sich zugunsten der Interessenvertretung der Landwirtschaft entschieden, betonte Niklaus. Ein Vorteil habe die Verbandsarbeit gegenüber der Politik, in dem keine «unheiligen» Allianzen eingegangen werden müssen. Für eine erfolgreiche und effiziente Interessenvertretung in der Landwirtschaft nannte Niklaus elf Thesen: 1. Ehrlichkeit, 2. Transparenz, 3. Frühe Einflussnahme, 4. Gute Beziehungen zu den Medien, 5. Beziehungsnetz pflegen und ausbauen, 6. Mehrheiten schaffen, 7. Aufs Wesentliche konzentrieren, 8. Prioritäten setzen, 9. Langfristige Strategien, 10. Beharrlichkeit, 11. Überzeugende Argumente.
Thema Feinstaub beschäftigt auch Thurgauer Regierung
In seinem Grusswort gab Regierungspräsident Kaspar Schläpfer der Freude Ausdruck, dass sich der TVLT in vorbildlichem und grossem Mass für die Verkehrssicherheit und die Unfallverhütung einsetzt. Wie Schläpfer feststellte wird die Feinstabubelastung der Luft bei Inversionslagen im Winter immer mehr zum Thema. Letztes Jahr sei das Vorgehen der Kantone uneinheitlich gewesen. Nun hätten die Bau-, Planungs- und Umweltdirektoren aller Kantone ein einheitliches Interventionskonzept ausgearbeitet, welches vom Thurgauer Regierungsrat in Kraft gesetzt wurde. In der höchsten Interventionsstufe - wenn die anwendbaren Grenzwerte um mehr als das Dreifache überschritten sind - wäre die Land- und Forstwirtschaft direkt davon betroffen. Bei dieser Interventionsstufe sei ein Verbot des Einsatzes von dieselbetriebenen Maschinen und Traktoren ohne Partikelfilter in der Forst- und Landwirtschaft vorgesehen. «Der Regierungsrat ist sich bewusst, dass die Folgen recht einschneidend sein könnten und hofft, dass sie nur selten und wenn schon, so nur für einige Tage zur Anwendung kommen», sagte Schläpfer.
Neuer Präsident einstimmig gewählt
Zum neuen Präsidenten wurde Hansjörg Uhlmann, Bonau, einstimmig gewählt. Der bisherige Vorstand wurde für eine Amtszeit von vier Jahren bestätigt. Geschäftsführer Fredy Moser lobte Niklaus als weitsichtigen, menschlichen und kompetenten «Bauernführer». Als Zeichen der Anerkennung und des Dankes durfte Ueli Niklaus eine «Sumpfeiche» entgegen nehmen.
Kompetente Fachleute informieren
Hans Stettler, Chef Landwirtschaftsamt Thurgau, sprach zum Thema «Erfahrungen und Einschätzungen über die Landwirtschaft». Er glaubt, dass die Landwirtschaft trotz grossen Veränderungen keine Angst vor der Zukunft haben müsse. Allerdings gehöre die Zukunft der Landwirtschaft nur den gut ausgebildeten und innovativen Bäuerinnen und Bauern. Zum Thema «Partikelfilter - Mit welchem Mass muss der Praktiker rechnen», sprach Jürg Fischer, Direktor Schweizerischer Verband Landtechnik. Marco Landis Projektleiter FAT Traktorentest, setzte sich mit dem Thema «Frontüberhang und Achsenlasten - Sind unsere Traktoren fehlkonzipiert». Der Abschluss der interessanten Veranstaltung bildete das Referat «Energiegewinnung in der Landwirtschaft - echte Alternative oder Illusion?» von Christoph Eggenschweiler, Mitglied der Geschäftsleitung des Schweizerischen Bauernverbandes.
Mario Tosato

Der neue Präsident des TVLT Hansjörg Uhlmann (l.) nimmt die Glückwünsche seines Vorgängers Ueli Niklaus entgegen. (tos)
