Ausgabe Nummer 12 (2005)

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Stagnation bei Fleisch im Laibelbereich

Ostschweizer Viehhändler wehren sich gegen neue Vorschriften im Tiertransport
 
 
Wie an der Generalversammlung des Verbandes Ostschweizerischer Viehhändler (VOV) zu erfahren war, muss bei Labelfleisch eine Stagnation festgestellt werden. Sven Bradke orientierte über das Projekt Aldi Suisse.
 
Albert Brühwiler (l.) überreicht Sven Bradke einen Korb mit Appenzeller Produkten.
(tos)
 
Im Berichtsjahr 2004 sei gesamthaft 1 Prozent weniger inländisches Fleisch als im Vorjahr produziert worden, erklärte Albert Brühwiler, Präsident des Verbandes Ostschweizerischer Viehhändler (VOV), Fischingen, an der Generalversammlung vom letzten Samstag in Appenzell. Mit den rekordverdächtigen tiefen Kuhzahlen von knapp 700000 Tieren wurde erstmals seit vier Jahren wieder Wurstfleischimport nötig. Ohne Preiszerfall wurden im Mai bis Ende Juli 1200 Tonnen und im Oktober 150 Tonnen importiert.

Stagnierende Nachfrage bei Labelfleisch
Unzufrieden ist Brühwiler mit der Entwicklung im Bereich Label, wo beim Rindvieh die Preise weiter sanken und teilweise gar kein Labelzuschlag mehr bezahlt wird. Gleiches gelte auch für die Schweine. Während im Jahr 2002 die Preise der Labeltiere noch 13 bis 41 Prozent über den konventionellen Preisen lagen, waren es 2004 noch magere 3 bis 19 Prozent Unterschied. Sorgen bereite Brühwiler auch die Entwicklung bei den Milchproduzenten, waren 1999 noch rund 40000 Milchbetriebe registriert, sind es 2004 noch 30000. Erfolgreich verlief die Rinderauktion an der letztjährigen WEGA in Weinfelden, welche erstmals durch den VOV durchgeführt wurde. 65 Prozent der aufgeführten Tiere konnten verkauft werden. Aus diesem Grund wird die Rinderauktion an der diesjährigen WEGA wiederholt. Der Präsident kritisiert den Abzug von 25 Franken bei Schlachtkühen für die Entsorgungskosten. Brühwiler trug die statutarischen Geschäfte speditiv ab. Zum neuen Ehrenmitglied wurde Edi Walliser, Mörschwil, ernannt.

Aldi Suisse
Sven Bradke, Sprecher Aldi Suisse, stellte die Projekte von Aldi Suisse vor. Nach seinen Ausführungen lautet die Philosophie des Aldi-Konzerns, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Oberstes Gebot sei dabei eine gute Qualität zu günstigen Preisen. Das Sortiment betrage rund 700 Artikel und werde zum grössten Teil aus Schweizer Produkten bestehen. Im Thurgau sind Filialen in Weinfelden, Kreuzlingen, Amriswil und Romanshorn geplant. Hier liegen auch die Baubewilligungen bereits vor.

Tierschutzkonforme Tiertransporte
Ernst Rutz, Geschäftsführer der Interessengemeinschaft für tierschutzkonforme Tiertransporte und Schlachthöfe, stellte die IG vor, welche eine tierschutzkonforme Behandlung von Tieren auf Transporten und in Schlachtanlagen mit gezielter Ausbildung umsetzen will. Diskussionen löste Rutz mit der Vorstellung der geplanten Ausweise für Chauffeure, welche Tiere transportieren. Einige Händler glauben, dass die bestehenden Vorschriften genügen. Hier werde wieder versucht, Einnahmen zu generieren, und der administrative Aufwand werde wohl weiter ausgebaut. Rutz empfahl dem Verband dringend, an der Vernehmlassung des Bundesrates, welche demnächst durchgeführt werde, teilzunehmen.

Mario Tosato
 
 
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