Ausgabe Nummer 30 (2003)
Stallhygiene ist entscheidend
| Tierwohl | |||||||||||||||||||
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| «Tötet man im April eine Fliege, so tötet man damit gleich eine Million; tötet man im Mai eine Fliege, dann tötet man damit immer noch tausend; tötet man aber im Juni eine Fliege, dann tötet man nur noch eine einzige.» Dieser alte Spruch zeigt in aller Deutlichkeit, dass die frühzeitige Bekämpfung die wirksamste Möglichkeit der Fliegenbekämpfung ist. |
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| In diesem Sommer ist die Fliegenplage besonders schlimm. Fliegen stören die Ruhe in den Nutztierställen und erschweren insbesondere in der Rindviehhaltung eine saubere Milchgewinnung. Ausserdem können sie für die Übertragung von schädlichen Keimen verantwortlich sein. Eine verminderte Milchleistung wie auch Milchqualität sind die Folgen. Eine Fliege lebt drei bis 18 Tage lang und erträgt Temperaturen von ?10 °C bis 50 °C. Die Weibchen sind 30 Stunden nach ihrem Schlupf aus der Puppenhaut geschlechtsreif. Nach der Paarung legen sie Häufchen von etwa 120 Eiern. Bei Temperaturen unter 15 °C bleibt die Eiablage meistens aus. Die Eier brauchen mindestens 90% Luftfeuchtigkeit, um sich entwickeln zu können. Bei 16 °C braucht das Fliegenei 34 Tage, um sich zur Fliege zu entwickeln, bei 35 °C dauert die Entwicklung gerade noch acht Tage. In unseren Breitengraden gibt es maximal 10 Fliegengenerationen pro Jahr, in den Tropen können es bis zu 30 Generationen sein. Kein Wunder also, dass sich bei einer kurzen Wärmeperiode Ende April oder Mai und bei günstigen Nahrungs- und Brutbedingungen aus einer kaum beachteten Fliegenpopulation eine echte Plage entwickeln kann. Brutstätten bekämpfen Sofort nach dem Schlüpfen suchen die erwachsenen Tiere geeignete Nahrung wie Abfälle, Zucker- und eiweisshaltige Lebensmittel oder Exkremente auf. Beim Fressen wird das zur Eireifung erforderliche Eiweiss aufgenommen. Die Eier werden an bevorzugten Brutstätten, wie Futterresten in Ecken, nicht entferntem Mist oder der Schwimmdecke der Gülle abgelegt. Es entwickeln sich kopf- und beinlose Maden, welche sich im dritten Larvenstadium trockenere Stellen zur Verpuppung suchen. Die rotbraunen Puppen können beim Ausmisten der Tiefstreue, vor allem entlang der Wand oder im 2 bis 3 Wochen liegen gelassenen Kälbermist gefunden werden. Der wichtigste Grundsatz bei der Fliegenbekämpfung ist die Eindämmung bzw. Verhinderung der Brutmöglichkeiten durch bauliche oder pflegerische Massnahmen. Hygiene ist das A und O Aufgrund von optimalen Wärme- und Feuchtigkeitsverhältnissen, vorhandenen Milchresten und gärendem Mist ist die Kälberecke die optimale Fliegenbrutstätte. Aus dem Kälberstall können bis zu 90% der vorhandenen Fliegen stammen. Es empfiehlt sich in dieser Hinsicht, die Kälber ausserhalb des Milchviehstalles aufzuziehen. Eine optimale Stallentmistung sowie die Reinigung der Futterkrippen müssen durch viel Licht im Stall, wenig hinderliche Pfosten, leicht zugängliche Ecken und eine weite Stalltüröffnung gewährleistet sein. Die Ansiedlung von Schwalben im Stall durch die Montage von künstlichen Schwalbennestern hilft, die Fliegen zu bekämpfen. Eine gründliche Frühjahrsreinigung aller Ställe vernichtet die überwinternde Fliegenbrut weitgehend. Zur andauernden Zerstörung der frischen Brut müssen die Kälberställe alle 9 bis 10 Tage gründlich ausgemistet werden. In Ställen mit Spaltenböden muss die oberste Schwimmschicht der Gülle immer wieder zerstört oder entfernt werden. Während der Sommermonate sollte der Mist so schnell als möglich auf die Felder verteilt werden. Auch der Einsatz von Fliegenfängern in der Nähe von Fliegenansammlungen oder -fangbändern über den Kühen sind Erfolg versprechend. Ein andauernder Luftzug unter der Stalldecke, welcher verbrauchte Luft, überschüssige Wärme, Gerüche und Staub abführt, vermiest den Fliegen einen beliebten Aufenthaltsort. Auch die Anlockung von weiteren Tieren wird dadurch ausgeschaltet.
Zu beachten Trotz der erwähnten Hygiene- und Vorbeugemassnahmen kann manchmal nicht auf den Einsatz von chemischen und biologischen Mitteln verzichtet werden. Wer zu chemischen Mitteln greift, sollte aber einige Punkte beachten:
LBBZ Arenenberg Fachstelle Betriebsberatung und Landtechnik Fabienne Stahel (Quelle FAM) |
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