Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
19. Januar 2018


Starker Auftritt des Thurgaus im Schwarzwald

Ausgabe Nummer 21 (2016)

Praxisbezogene Ausbildung für den Käseexport

Bereits zum vierten Jahr in Folge führt das BZZ Arenenberg in Zusammenarbeit mit Agromarketing Thurgau AG und Thurgau Tourismus wie auch mit einigen Thurgauer Käsereien einen Stand an der Südwestmesse in Villingen- Schwenningen. Dieser Auftritt vom 21. bis 29. Mai verfolgt mehrere Ziele. Beispielsweise die Ausweitung der Markstellung von Thurgauer Käse, hat doch ganz Baden Württemberg bei 11 Millionen Einwohner und 5 Millionen Touristen praktisch keine eigene Käse- produktion mehr. Zugleich soll das Verkaufsflair der Bäuerinnen und Bauern direkt an der Verkaufsfront im nahegelegenen Ausland geschult werden.

Grosses Exportvolumen liegt vor der Haustür
Deutlich ist festzustellen, dass die Kaufkraft der Süddeutschen recht hoch ist, dies durch rund 200 000 Grenzgänger, sehr tiefe Arbeitslosenzahlen und dem spürbaren Willen für regionale Nahrungsmittel mehr zu bezahlen. Dazu gehört klar der Schweizer Käse, wird doch für die würzigen und gutgereiften Schweizer Käse im Schnitt mehr bezahlt als in der Schweiz selbst. Von gesamthaft 68 000 Tonnen exportiertem Schweizer Käse, geht gut die Hälfte nach Deutschland. Ein nahegelegener Markt also, den es mit allen Mitteln zu bearbeiten lohnt. Ergänzend macht «Switzerland Cheese Marketing» grossangelegte Dachwerbung. Die Verkaufsaktivitäten müssen die regionalen Organisationen selbst unternehmen.

130 000 Besucher bieten gute Lerneffekte
Mit dem neuntägigen Auftritt an der Südwestmesse mit rund 130 000 Besucher, sollen einerseits die Marktchancen für den Thurgau im süddeutschen Raum ausgelotet werden, indem der Tourismus und die Käsewirtschaft direkt zusammen spannen. Andererseits soll diese Präsenz als Ausbildungsmöglichkeit dienen, damit Bäuerinnen und Bauern wie auch Käser lernen, direkt an der Verkaufsfront im nahen Ausland zu wirken. Dazu gehört die persönliche Repräsentation zu schulen, Verkaufsgespräche zu führen, zolltechnische Administrationen zu meistern bis hin zur Vernetzung mit dem Verkaufspersonal und den verantwortlichen Einkäufern bei süddeutschen Käsehändlern und Detailhandelsketten.

Starker Auftritt der Ostschweiz
Der Thurgauer Arenenberger-Stand liegt inmitten guter Gesellschaft, nämlich der Säntis Bergbahnen, der Schifffahrtsgesellschaft Untersee/ Rhein und der Bodenseeschifffahrt. Dazu gehört natürlich auch der erstmalige Auftritt der neu kreierten «Mostindientour» von Thurgau Tourismus, selbstverständlich mit «Tour de Suisse»-Velos «Made in Kreuzlingen ». Fünf Thurgauer Käsereien, welche auf dem deutschen Markt die Präsenz stärken oder neu einsteigen wollen, beteiligen sich finanziell am Stand und stellen eigenes Verkaufspersonal. Dieses rekrutiert sich vielfach aus Bäuerinnen und Bauern, welche bereits Käseverkaufserfahrung in den letzten Jahren gesammelt haben. Neu dabei wird dieses Jahr auch die Traditionsmosterei Möhl sein, um einen möglichen Markteintritt in Südwestdeutschland zu testen.

Käsereise in die Schweiz
Als Beispiel einer positiven Folge dieser Thurgauer/ Schweizer-Auftritte im süddeutschen Raum kann gewertet werden, dass Ende Mai ein grosser deutscher Käsehändler mit rund 50 Käsefachleuten auf eine mehrtägige Schweizer Käsefachreise kommt. Diese startet im Schloss Hagenwil mit dem Einbezug des Neubaus der nahegelegenen «Müller Thurgau»-Käserei. Daraus werden sich sicher auch wieder neue Geschäftsbeziehungen und Verkaufserfolge ergeben.


Bernhard Müller
Leiter Regionale Entwicklung
BBZ Arenenberg







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