Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
12. Januar 2018


Startpreise für Kirschen auf Vorjahresniveau

Ausgabe Nummer 28 (2015)

Kreisversammlung 2015 der Steinobstkommission St. Gallen/Thurgau in Bernhardzell

Die zentralen Themen der Kreisversammlung waren die Verbesserung der Information über das Marktgeschehen sowie die nötigen Bestrebungen der Branche für einen reibungslosen Verlauf der Ernte.

Die Steinobstkommission St. Gallen/Thurgau führte ihre Kreisversammlung von Ende Juni auf dem gastgebenden Betrieb der Familie Lehmann in Bernhardzell (SG) durch. Betriebsleiter Rico Lehmann ermöglichte den Versammlungsbesuchern einen geführten Rundgang durch seine Kirschenanlagen. Diese haben auf seinem Betrieb, der auf 700 Meter über Meer liegt und tendenziell eher lehmige Böden aufweist, gute Anbaubedingungen, da kaum Bewässerung nötig ist.
Thomas Lehner, Präsident des Früchtezentrums St. Gallen/Thurgau leitete durch die Kreisversammlung. Bezüglich Ernteaussichten beim Steinobst schätzte er eine Menge von schweizweit knapp 3000 Tonnen Tafelkirschen.

Verbesserung der Information
Nach der schwierigen Vermarktungssaison 2014 haben das Produktezentrum Kirschen/Zwetschgen des Schweizer Obstverbands und Swisscofel einige Neuerungen bei der Durchführung der Vorernteschätzung und im Vermarktungskonzept umgesetzt. Die aktuell als gut einzustufende Konsumstimmung, unterstützt durch die anhaltend gute Witterung, trage sicher wesentlich zu guten Abverkäufen und Preisen bei, meinte Lehner. Im extensiven Anbau, besonders in den Hausgärten, sei in diesem Jahr, bedingt durch die regnerische Witterung im Frühjahr, eine schlechte Qualität der Kirschen festzustellen. Dies trage zu einer verbesserten Nachfrage am Markt bei. Allgemein sei im Erwerbsobstbau ein starker Behang bei den Kirschen festzustellen. In dieser Saison erfolgt die Haupternte der Kirschen schweizweit zwischen der 27. bis mindestens 30. Kalenderwoche. Die Startpreise konnten auf dem Vorjahresniveau gehalten werden.
Um bei den doch beträchtlichen Mengen der Kategorie 28 + flexibler reagieren zu können, wurde für diese Kategorie erstmals ein Aktionsrabatt eingeführt. Als eine wesentliche Verbesserung bezeichnete es Lehner, dass die Kirschenproduzenten künftig noch besser über das Marktgeschehen informiert werden. So erhalten sie während der Erntesaison jeweils am Dienstag nach der Telefonkonferenz aktuelle Marktinformationen per E-Mail.

Radiospots und Degustationen
Thematisiert wurden an der Versammlung die neuen Bezeichnungen für die Qualitätsklassen: Diese seien sinnvoll und stellten eine bedeutende Vereinfachung dar. In der Praxis sorgten die Bezeichnungen der Qualitätsklassen immer wieder für Verwirrung, insbesondere bei den Konsumenten. Als Beispiel dafür bezeichnete er die Werbekampagne eines Grossverteilers, welcher Kirschen mit dem Attribut «Extra» bewarb.
Lehner ist Mitglied der Arbeitsgruppe «Innerer Wert bei den Kirschen». Diese Gruppe geht vertieft der Frage nach, was künftig die ideale Kirsche auszeichnet. Die Festigkeit des Fruchtfleisches habe oberste Priorität und werde künftig als Kriterium noch stärker gewichtet.
Bezüglich Vermarktung der Zwetschgen sei es nötig, dass für diese Früchte eine Überarbeitung des bestehenden Vermarktungskonzepts erfolgt. Die Produzentenvertreter im Produktezentum haben beschlossen, den Werbebeitrag für Kirschen je 100 kg zu verdoppeln. Da dieser Entscheid kurzfristig fiel, blieb für die Planung von Werbemassnahmen nicht viel Zeit. Zusätzliche Werbemittel werden für Radiospots sowie Degustationen bei den Grossverteilern aufgewendet.
Lehner bedankte sich bei all jenen Produzenten, die sich, obwohl die Haupternte ansteht, engagieren und an den Degustationen teilnehmen. Abschliessend appellierte Lehner an die Produzenten, dass auch an der Basis die Informationen besser fliessen müssen und der Austausch mit den Handelspartnern für einen reibungslosen Ablauf der Ernte Voraussetzung ist.


Isabelle Schwander
















« zurück zur Übersicht