Ausgabe Nummer 5 (2005)
Stille Brunst ein Problem
| Fragen und Antworten aus der Milchvieh-Spezialberatung | ||
| Stille Brunst ein Problem | ||
| Frage: Ich habe in der letzten Zeit häufig Kühe, bei denen ich nur schwach oder fast keine Brunst feststellen kann. Oft stelle ich erst nach dem Abbluten fest, dass eine Kuh stierig war. Was kann ich unternehmen? |
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| Die so genannte stille Brunst kann viele Ursachen haben. Es kann sich um ein Problem der Kuh handeln. Vielfach sind es aber Fehler in der Beobachtung. Als erste Massnahme ist die Brunstbeobachtung zu überprüfen. Erste Voraussetzung ist das Führen eines Brunstkalenders. Mit konsequent 4-mal am Tag je 15 Minuten Beobachtung erkennen Sie praktisch jede Kuh, die ihre Brunst zeigt. Die Beobachtungen sollten im Abstand von 4 bis 6 Stunden erfolgen. Meistens beginnt die Brunst am Morgen. Achtung: Während des Melkens und Fütterns zeigen die Kühe in der Regel kaum Brunstsymptome. Deshalb muss die Beobachtung gezielt ausserhalb der Melk- und Fütterungszeiten erfolgen. Unbedingt auch im Laufhof und spät abends beobachten! Testen Sie die fraglichen Kühe: Zeigen Sie einen Duldungsreflex? Die Scheidenkontrolle bringt weitere Sicherheit (feucht, Schleim). Wenn die Kühe die Brunst nicht zeigen, so kann es daran liegen, dass die Kühe nicht aufreiten. Ursachen können rutschige Böden im Stall oder im Auslauf sein: die Tiere haben Angst, dass sie beim Aufreiten stürzen. Dies können Sie durch Beobachten der Tiere beim Gehen leicht erkennen. Oder aber den Kühen tun infolge einer versteckten Klauenrehe die Klauen weh. Auch das ist am Gang ersichtlich, sie laufen häufig mit leicht aufgekrümmtem Rücken. In jedem Fall sollten Sie die Fütterung überprüfen. Wie steht es mit der Struktur? Wie mit der Mineralstoffversorgung? Wenn Kühe trotz guter Fütterung, guter Beobachtung und guten Bodenverhältnissen die Brunst nicht zeigen, muss der Tierarzt die Funktion der Eierstöcke überprüfen. Er kann auch feststellen ob Zysten vorhanden sind. Übrigens: Eine verpasste Brunst kostet 200 bis 250 Franken. Markus Harder, Milchviehteam |
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