Ausgabe Nummer 8 (2006)

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Stopp mit Feuern im Wald!

Stopp mit Feuern im Wald!

In letzter Zeit hatten wir eine Trockenperiode, nur waren keine Waldbrände zu befürchten. Dafür droht die Gefahr, dass viele Menschen in ihrer Gesundheit ernsthaft Schaden nehmen. In dieser Situation von «Smog-Alarm» – wenn sie auch nicht so bezeichnet wurde – ist jedermann, der im Wald arbeitet oder Wald besitzt, dringend zum völligen Verzicht auf das Feuern im Wald aufgerufen.

Darauf wurde schon beim Aufräumen nach Lothar hingewiesen. Wir denken da natürlich nicht an das Lagerfeuer der Pfadfinder. Es geht um das Verbrennen von frischen Ästen und Wipfeln (Restholz) in grossen Feuern, die von Hand oder sogar mit dem Forwarder gespiesen werden. Der Qualm solcher Feuer enthält grobe Russpartikel und giftige Gasgemische. Vor allem richtet der so genannte Feinstaub in den Lungen nicht wieder gutzumachende Schäden an. Die Asche enthält Schwermetalle und andere giftige Verbindungen. Weil Bäume solche Stoffe aus der Luft ausfiltern und viel Restholz an derselben Stelle verbrannt wird, liegt das Problem in ihrer Anreicherung. Der Ärger mit Nachbarn in nahe gelegenen Wohnquartieren ist vorprogrammiert. Mit Recht kann es zu Klagen führen und zu kräftigen Bussen. Die Fachstelle für Luftreinhaltung im kantonalen Amt für Umwelt nimmt auch über das Wochenende Meldungen entgegen. Bei der Waldbewirtschaftung fällt viel Restholz an. Für dessen Absatz braucht es weitere Energieanlagen mit Abluftfiltern. Dazu ist der Goodwill der Stimmbürger nötig.

Was gilt denn für den Normalzustand?

Gemäss Luftreinhalteverordnung ist das Verbrennen von frisch gefälltem Ast- und Wipfelmaterial im Freien auch unter den Umständen ohne «Smog-Alarm» verboten. Frisches Restholz darf nur in zwei Ausnahmesituationen im Freien verbrannt werden.
1. Wenn sich in der Rinde oder im Holz Waldschädlinge, insbesondere Buchdrucker-Borkenkäfer, befinden, die durch Verbrennen zu vernichten sind.
2. Wenn zum Beispiel wegen der Geländesteilheit oder auf Kulturland keine Ökohaufen möglich sind und der Aufwand viel zu gross wäre, um das Restholz wegzuführen.

Restholz zu Ökohaufen aufschichten anstatt verbrennen

Restholz ist ein Hindernis für die Waldverjüngung. Aber jedermann weiss, dass es als Ökohaufen wertvolle Lebensräume bietet und in wenigen Jahren in sich zusammenfällt. Der Wald wird unterschiedlich intensiv bewirtschaftet. Nicht jeder Quadratmeter muss voll als Produktionsraum genutzt werden. Es entstehen keine Waldlücken, weil wegen eines Ökohaufens für ein paar Jahre kein junger Baum aufwachsen kann.
Müssen Waldbäume ins Kulturland hinaus gefällt werden, kann das Restholz entlang dem Waldrand aufgeschichtet werden. Das leistet einen Beitrag an einen strukturierten Waldrand. Achten Sie als Waldeigentümer darauf, was mit Ihrem Nutz- und Energieholz geschieht, aber auch mit dem im Wald verbleibenden Restholz. Machen auch Sie anderen Waldeigentümern Mut, den neuen Weg der Waldverjüngung und -pflege einzuschlagen – den Weg ohne Feuer!

Forstamt Kanton Thurgau, Paul Pfaffhauser