Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
13. Juli 2018


Stoppelfelder sofort begrünen

Ausgabe Nummer 29 (2015)

Bei reduzierter Bodenbearbeitung bringt es insbesondere bezüglich Unkrautunterdrückung grosse Vorteile, wenn die Stoppelfelder sofort nach der Ernte mit einer Gründüngung oder Zwischenfutter angesät werden. Die Bearbeitung der Böden muss nur so intensiv und so tief erfolgen, wie es für die Unkraut- und Schädlingskontrolle sowie die Kultur und Folgekultur nötig ist. Der trockene Sommer ist auch der richtige Zeitpunkt verdichtete Bodenschichten und Fahrspuren aufzureissen, was eine tiefere Bearbeitung notwendig macht. In diesen Fällen können dann die Bedingungen zum Beispiel für eine beitragsberechtigte Mulchsaat nicht eingehalten werden.

Bodenschutz und Unkrautunterdrückung
Die Stoppelbearbeitung ist grundsätzlich oberflächlich durchzuführen. Sie fördert in erster Linie das Ankeimen des Ausfallgetreides und der Unkrautsamen. Zusätzlich wird auch ein Teil der Bodenschädlinge (Schnecken, Drahtwürmer, usw.) zerstört. Hohe Temperaturen und Trockenheit, wie sie jetzt vorherrschen, verbessern die Wirkung auf Schädlinge. Gleichzeitig kann die Wasserverdunstung gesenkt werden, indem die wasserführenden Poren unterbrochen werden.
Bei reduzierter Bodenbearbeitung haben Gründüngungen eine wichtige Funktion. Gründüngungen schützen den Boden zwischen den Hauptkulturen vor Verschlämmung und Erosion und verbessern die Nahrungsgrundlage für die Bodenlebewesen (zum Beispiel Regenwurmaktivität erhöht, Verrottung der Ernterückstände beschleunigt). Eine hoch und dicht wachsende, nicht winterharte Gründüngung vermag das Unkraut so stark zu unterdrücken, dass unter Umständen sogar auf den Einsatz eines Totalherbizids vor der nächsten Hauptkultur verzichtet werden kann.

Vorteile dank Mischungen
Mit Vorteil wird eine Mischung von Gründüngungspflanzen ausgesät. Mit Leguminosen als Komponente im Gemenge erhöht sich das Stickstoffangebot für die Folgekultur und mit Tiefwurzlern (zum Beispiel Sareptasenf) wird der Boden besser erschlossen. Wegen möglicher Krankheitsübertragungen ist die Wahl der Gründüngungspflanzen auf die angebauten Hauptkulturen und Fruchtfolge abzustimmen. Zum Beispiel sollte ein Gründüngungsgemenge mit hohen Anteilen an Erbsen oder Wicken nicht in Fruchtfolgen mit Erbsen und Bohnen angebaut werden. Ebenso ist in Fruchtfolgen mit Raps und Rüben beim Einsatz von Kreuzblütlern (Senf, Ölrettich, usw.) Zurückhaltung angesagt. Phacelia hingegen verursacht keine Fruchtfolgeprobleme, weil sie nicht der gleichen Familie wie die Kulturpflanzen angehört.

Restfeuchte nutzen
Die Stoppelbearbeitung und Ansaat der Gründüngung sollte möglichst rasch nach der Getreideernte erfolgen. So kann die vorhandene Bodenfeuchtigkeit optimal ausgenutzt werden. Die rasche Wiederbegrünung der Äcker optimiert den Bodenschutz und verbessert die Unkrautunterdrückung markant, was den Herbizideinsatz bei der Direkt- und Mulchsaat deutlich reduzieren kann. Damit die Scheiben die Strohresten (und Spelzen) beim Sävorgang nicht in den Säschlitz drücken (und ungünstige Keimbedingungen schaffen), sondern zerschneiden, sollte das Pflanzenmaterial möglichst brüchig sein. Nach einem stärkeren Regen trifft dies nicht mehr zu. Auch deshalb ist es vorteilhaft, insbesondere bei der Direktsaat sogar am Dreschtag auch noch direkt die Gründüngung auszusäen. Kann die Bodenfeuchtigkeit unmittelbar nach der Ernte zur Ansaat der Gründüngung nicht ausgenützt werden (zum Beispiel infolge Arbeitsspitzen keine Zeit), ist es zweckmässig, die Anlage der Gründüngung vor die nächste Regenphase hinauszuschieben.


BBZ Arenenberg,
Acker- und Futterbau,
Hermann Brenner







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