Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
26. Juni 2020


Strickhof-Beef-Tag bei Familie Stäheli in Roggwil

Ausgabe Nummer 25 (2018)

Schnitt und Aufbereitung von Maissilage waren die Themen am Strickhof Beef-Tag. Anita und Martin Stäheli-Renggli gaben Einblick in ihren Betrieb in Roggwil TG mit Munimast, Ackerbau und Lohnunternehmen.

Der Beef-Tag, organisiert von Swiss Beef Ost und Strickhof, diene der Wissensvermittlung, aber auch dem Austausch zwischen Arbeitskollegen, sagte Ralph Schudel, Swiss Beef Ost, bei der Begrüssung auf dem Betrieb Stäheli in Roggwil. Der Betrieb eigne sich besonders gut für den diesjährigen Beef- Tag, weil Martin Stäheli die neue Häckseltechnik nicht nur in seinem Betrieb anwende, sondern als Lohnunternehmer in der ganzen Umgebung. Munis beäugten die etwa hundert Gäste aus Landwirtschaft, Beratung und Forschung aus dem offenen Stall. John Deere-Traktoren und -Erntegeräte reihten sich unter dem Vordach und in der Einfahrt auf. «Bei uns in der Bodenseeregion sind viele Bauern in der Obstproduktion spezialisiert und haben daher keine Zeit und Mechanisierung für die Maisaussaat und -ernte», sagte Martin Stäheli. Dabei sei das Gebiet auch ausgesprochen gut geeignet für den Maisanbau. Stäheli sät jährlich viele Hektaren Mais im Lohn an. Für die Ernte ist er mit dem Feldhäcksler von John Deere mit Kernelstar-System mit eingebautem Scheibencracker ausgerüstet.

Zukunft der Häckseltechnik
Alfred Weber, Produktespezialist von John Deere International, berichtete über die Zukunft der Häckseltechnik. Mit dem Feldhäcksler, der mit einem Corncracker ausgerüstet ist, können in einem Arbeitsgang Mais geschnitten sowie Körner gequetscht werden. Mit modernster Digitaltechnik ausgerüstet, wird in einem Arbeitsgang auch der Gehalt des Erntegutes wie Eiweiss und Rohfaser gemessen. Das gebe Aufschluss, was für Komponenten einer Futtermischung noch beigesetzt werden und sogar, womit der Boden für die nächste Kultur gedüngt werden müsse.
Roger Bolt vom Strickhof, dem Kompetenzzentrum für Bildung und Dienstleistungen in Land- und Ernährungswirtschaft, informierte über Verdichtungen und Verzehr von Maissilage mit grösserer Schnittlänge. Versuche haben ergeben, dass sich in der Milchleistung und im Futterverzehr keine Unterschiede bei unterschiedlichen Schnittlängen zeigten. Hingegen gab es grosse tierindividuelle Unterschiede beim Futterverzehr. Die Verdichtung in der Silage sei etwas schwieriger bei grösserer Schnittlänge. Mit der modernen Häckseltechnik, bei der die Körner intensiver zerschlagen und die Faserbestandteile der Maispflanze optimal aufgeschlossen werden, sei es etwas besser.

Landwirtschaft mit Lohnunternehmen
Martin Stäheli stellte seinen Betrieb vor. Auf 36,2 ha landwirtschaftlicher Nutzfläche werden Silomais, Weizen, Zuckerrüben, Raps, Polentamais und Braugerste produziert. 9 ha sind Grünland und Ökofäche. 112 Hochstammobstbäume und eine halbe Hektare Heidelbeeren gehören auch dazu. Ausser dem Betriebsleiterpaar arbeiten zwei Landmaschinenmechaniker, ein Landwirt, ein Lehrling und saisonale Aushilfen mit. In Aufzucht und Mast gibt es 250 Plätze. Die Tränker werden direkt bei den Bauern in der Umgebung eingekauft.

Von der «Babystube» in den Munimaststall
Wenn die Tränkekälber auf den Hof kommen, werden sie zuerst auf den Gesundheitszustand untersucht, geimpft und gewogen. Die Betreuung in der «Babystation», in welcher die Jungtiere noch Milch bekommen, ist Anita Stähelis Aufgabe. Es sei wichtig, dass die Tränker immer von der gleichen Person betreut und beobachtet werden, findet auch ihr Mann, der die Munis ab etwa zehn Wochen im grossen Laufstall betreut. Die Mastmunis werden nach den Richtlinien von IP Suisse gehalten. Das heisst, alle Liegeflächen sind eingestreut, und die Tiere haben Auslauf. Sämtlicher Silomais für die Fütterung stammt aus dem eigenen Betrieb. Der Futtermischung werden ausser Mais- auch Gras- und Rübenschnitzelsilage beigemischt. Tendenziell seien die Tiere ruhiger und legen schneller Gewicht zu, wenn dem Futter Langschnitt-Maissilage beigemischt werde. Stäheli hat die Erfahrung gemacht, dass nicht alle Tiere gleich gute Futterverwerter sind. Das ergab sich auch aus Versuchen, welche am Strickhof gemacht wurden.


Trudi Krieg










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