Ausgabe Nummer 1 (2006)
Strukturwandel geht weiter
Strukturwandel geht weiter
Aus der jährlich vom Landwirtschaftsamt durchgeführten landwirtschaftlichen Betriebsstrukturdatenerhebung geht hervor, dass die Zahl der Landwirtschaftsbetriebe im Kanton Thurgau weiter rückläufig ist. Vor allem hat sich die Zahl der mittelgrossen Betriebe reduziert, während die grösseren Betriebe an Bedeutung gewinnen.
Im Vergleich zum Vorjahr wurden im Jahr 2005 rund 30 direktzahlungsberechtigte Landwirtschaftsbetriebe weniger gezählt. Dies entspricht einer Abnahme von gut 1 Prozent. Im Verlauf der letzten sechs Jahre haben sogar fast 10 Prozent der direktzahlungsberechtigten Betriebe ihre Tore geschlossen.
Mittelgrosse Betriebe unter Druck
Vor allem hat sich die Zahl der mittelgrossen Betriebe mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche zwischen 10 und 25 Hektaren reduziert. Seit 1999 ist in dieser Kategorie praktisch jeder fünfte Betrieb verschwunden.
Demgegenüber haben die grösseren Betriebe mit einer landwirtschaftlichen Nutzfläche von über 25 Hektaren auffallend an Bedeutung zugenommen. Machten diese grösseren Betriebe im Jahr 1999 noch einen Anteil von 13 Prozent aus, so waren es im Jahr 2005 bereits 19 Prozent. Bei der Flächennutzung ist Ackerland zu Lasten der Grünflächen leicht im Vormarsch.
Auch die durchschnittliche Nutzfläche pro Betrieb ist im Verlauf der letzten Jahre stetig leicht angestiegen. Im Jahr 2005 verfügte der durchschnittliche Thurgauer Landwirtschaftsbetrieb über eine Nutzfläche von 1695 Aren, 10 Aren mehr als im Vorjahr und rund 130 Aren mehr als 1999.
Höherer Nutztierbestand
Der Nutztierbestand ist zwischen 2004 und 2005 mit Ausnahme des Nutzgeflügels und der Sammelgruppe der «übrigen Tiere» in allen Nutztierkategorien angestiegen. Insbesondere der Schweinebestand wuchs mit gut vier Prozent kräftig. Im Frühling 2005 wurden im Thurgau rund 10 Prozent mehr Schweine gehalten als im Jahr 1999.
Der Rindviehbestand zwischen 2004 und 2005 hat erstmals seit mehreren Jahren wieder etwas zugenommen. Damit lag der Bestand an Rindvieh Anfang Mai 2005 aber immer noch um knapp 9 Prozent unter jenem des Jahres 1999. Demgegenüber verlor das Nutzgeflügel zwischen Mai 2004 und Mai 2005 erstmals seit längerem etwas an Bedeutung. Im Vergleich zu 1999 wurden jedoch im Kanton Thurgau im Frühling 2005 beinahe 30 Prozent mehr Geflügel gehalten.
Mehr Teilzeitpensen
Anfang Mai 2005 waren gut 8700 Personen in der Thurgauer Landwirtschaft beschäftigt. Dabei handelt es sich beim weitaus grössten Teil um familieneigene Arbeitskräfte; lediglich jede fünfte in der Landwirtschaft tätige Person stammt nicht aus der eigenen Familie. Von den gut 8700 in der Landwirtschaft Beschäftigten (ohne Erntehelfer) weist nur ungefähr jeder Zweite einen Beschäftigungsgrad von mindestens 75 Prozent aus.
Das Durchschnittsalter der Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter betrug bei der letzten Erhebung 49,5 Jahre und wies in den Vorjahren nur kleine Schwankungen auf.
Vermarktete Milch pro Betrieb steigt erneut
Die Zahl der Betriebe mit Milchkontingent ist erneut zurückgegangen. Die vermarktete Milchmenge pro Betrieb nahm jedoch wie in den Vorjahren zu. Im Milchjahr 2004/2005 wurden je Betrieb 142 883 kg Milch vermarktet knapp 6800 kg mehr als im Vorjahr.
Mehr Direktzahlungen und Beiträge im Jahr 2005
Im Jahr 2005 wurden an die Landwirtschaft im Kanton Thurgau gemäss provisorischen Angaben Direktzahlungen und Beiträge im Umfang von rund 97 Mio. Franken entrichtet gut 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies ist vor allem auf die ökologischen Direktzahlungen zurückzuführen, allen voran die Beiträge für besonders tierfreundliche Haltung landwirtschaftlicher Nutztiere sowie die Beiträge für ökologische Ausgleichsflächen.

