Ausgabe Nummer 3 (2012)

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Kantonale Obstbautagung 2012

Die kantonale Obstbautagung in Zihlschlacht stand im Zeichen neuer Tafelobstsorten. Der Mengenanteil bei den Tafeläpfeln aus Thurgauer Produktion beträgt 2011 rund 34 Prozent. Die Mostobsternte war um 29 Prozent grösser als die Schätzung.

Unter der Leitung von Bruno Hugentobler, Leiter Obst- und Rebbau, BBZ Arenenberg, diskutierten Tania Schönholzer, Marketing Früchte Migros, Zürich; Benno Neff, Tobi Seeobst AG; Reto Leugger, Obstbauer; Markus Kobelt, Sortenzüchter, und Simon Egger, Sortenforscher, Forschungsanstalt Agroscope Changins- Wädenswil ACW, über Premiumsorten und Kundenbedürfnisse. Laut einer Statistik isst der Schweizer pro Kopf im Durchschnitt rund 20 Kilogramm Äpfel und Birnen pro Jahr. Wie Kobelt ausführte, hat ein Sortenzüchter immer Visionen für neue Produkte. Gesucht würden unter anderem nach kernenlosen Sorten und interessanten Aromen. Wichtig sei neben der Grundlagenforschung und dem Ertrag auch die Qualität. Er stellte fest, dass einige gute Sorten entwickelt wurden, wovon viele aber feuerbrandanfällig seien. Wie Tania Schönholzer erklärte, braucht der Markt gute, neue Sorten. Der Markt werde aber weitgehend vom Konsumenten bestimmt. Die Podiumsteilnehmer stellten auch fest, dass das Kernobst in der Werbung mit «Emotionen aufgeladen» werden sollte. Für Benno Neff und Reto Leugger ist es wichtig, das alle, Produzenten und Handel, in die Wertschöpfungskette eingebunden werden.

Durchwegs ertragsreiche Ernten
Edwin Huber, Präsident Thurgauer Obstverband (TOV), sprach von einem erfreulichen Jahr bei den Tafeläpfeln, von denen die Bäume voll behangen waren. Nun sei es eine Herausforderung, dass kein Preiszerfall stattfinde. Die grösste Mostobsternte der letzten zehn Jahre bereitete eine weitere Herausforderung bei der Verarbeitung und dem Verkauf. Aber auch die Baureglemente werden die Branche beschäftigen. Bruno Hugentobler zog ebenfalls ein positives Fazit. Rund 30 Prozent der grossfrüchtigen Tafelkirschen stammen aus der Ostschweiz. 2011 war auch ein gutes Zwetschgenjahr. Etwas mehr als ein Drittel der Tafelzwetschgen stammen aus den Kantonen Thurgau und St. Gallen. Hugentobler erinnerte an das Projekt «Zukunft Obstbau Thurgau», wo zwei Ostbauzonen mit unterschiedlicher Überwachungs- und Bekämpfungsintensität gebildet wurden.

Regierung setzt auf Feuerbrandbekämpfung.
Ein wichtiges Standbein im Kanton Thurgau sei der Obstbau, stellte Regierungspräsident Kaspar Schläpfer in seiner Ansprache fest. So sei der Thurgau der bedeutendste Kanton der Schweiz, was die Tafelobstproduktion betreffe. Dies verdanke er den rund 1500 Hektaren Tafelobst und den 200 000 Hochstammbäumen, welche von vielen Familien gepflegt werden. Nicht umsonst sei der Apfel neben den beiden Leuen das Logo des Kantons. Unter anderem befasste sich Schläpfer mit der Feuerbrandbekämpfung. Für sie wurden bisher 30 Millionen Franken aufgewendet. Der Regierungsrat werde sich weiterhin für eine wirkungsvolle Bekämpfung einsetzen. «Leider verfügen wir heute mit Streptomycin nur über ein zugelassenes Mittel mit hohem Wirkungsgrad. Wir unterstützen vom Thurgau aus die Forschung nach feuerbrandtoleranten Sorten und nach alternativen Pflanzenbehandlungsmitteln », so Schläpfer. Der Kanton Thurgau habe schon einiges unternommen, um die Obstbranche zu unterstützen. Abschliessend erklärte der Regierungspräsident, dass die Landwirtschaft und gerade auch die Obstbranche mit dem Jahr 2011 ein sehr gutes Jahr hinter sich habe, was die Erträge angehe. Leider liessen sich die sehr guten Erträge wirtschaftlich nicht immer umsetzen, was auch im letzten Jahr der Fall war.


Mario Tosato