Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
19. Januar 2018


Swiss Herdbbok Ost tagte in Illnau

Ausgabe Nummer 5 (2015)

Erstmals eine Frau in die Verbandsspitze gewählt

An der Delegiertenversammlung von Swiss Herdbook Ost in Illnau ist mit Sandra Grasser erstmals eine Frau in den Verbandsvorstand gewählt worden. 36 Kühe, davon deren 10 aus dem Thurgau, wurden für eine Lebensleistung von 100 000 kg geehrt.

«Wir haben am Tagungsort auf 29 Höfen 800 Kühe, zwei Betriebe verfügen über einen Roboter», hielt Stadtrat Urs Weiss bei der Begrüssung der 74 Delegierten und zahlreichen Gäste der Delegiertenversammlung von Swiss Herdbook Ost in Illnau fest. Für ihn ist die jährlich stattfindende Viehschau im Ort eine ideale Gelegenheit, um die Landwirtschaft der urbanen Bevölkerung näher zu bringen.
«Unsere erste Zuchtgenossenschaft wurde 1889, ein Jahr vor dem nationalen Dachverband, von 72 Mitgliedern mit 110 Herdebuchtieren gegründet», sagte Kaspar Eggenberger vom gastgebenden Viehzuchtverein Illnau und Umgebung. 2007 wurde die Genossenschaft aufgelöst und der Verein gegründet, welcher heute 11 aktive Züchter mit 350 weiblichen und 3 männlichen Herdebuchtieren zählt. «Wir haben auch züchterisch grosse Fortschritte gemacht. 1989 lag das Mittel bei 5400 kg, heute sind es 8400 kg», so Eggenberger.
Rückblickend sprach Verbandspräsident Samuel Gasser von einem milden Winter und feuchten Sommer. Dies führte mengenmässig zu guten Grundfuttererträgen mit unterschiedlicher Qualität. Beim Milchmarkt blieben die Preise bis in den Sommer hinein stabil und befinden sich nun im Sinkflug. «Mit der Aufhebung der Quoten in der EU drohen uns weitere Preissenkungen und der sinkende Eurokurs wird sich ebenfalls auswirken», so Gasser weiter. Trotz den eher trüben Aussichten auf dem Milchmarkt zeigte sich der Geschäftsführer mit Blick auf die Zahlen erfreut. Im Verbandsgebiet sind aktuell 23 010 Herdebuchtiere aus den Kantonen Zürich (9 480 HB-Tiere), Thurgau (6 487), St. Gallen (4 480), Schaffhausen (1 321), Fürstentum Liechtenstein (450), Graubünden (372), Glarus (161), Appenzell Ausserrhoden (200) und Appenzell Innerrhoden (121) erfasst. Innert Jahresfrist konnte eine Zunahme von 690 Tieren verzeichnet werden. St. Gallen und Thurgau legten mit 374, respektive 367 Tieren zu, während Schaffhausen 71 und das Fürstentum Liechtenstein 99 Tiere verloren. Der Herdebuchbestand wird von 952 Züchtern gehalten, welche ihrerseits in 44 Genossenschaften und Zuchtvereinen organisiert oder als Einzelmitglieder erfasst sind.
Finanziell schloss das Verbandsjahr mit einem Fehlbetrag von fast 4000 Franken, zurückzuführen auf den gesenkten Verbandsbeitrag von 50 auf 20 Rappen je HB-Tier, ab. Die entsprechenden Mittel können aus der Liquidation des vorherigen Verbandes bezogen werden. 2015 wird der Verbandsbeitrag auf tiefem Niveau belassen, erwartet wird erneut ein Defizit, welches aber durch das vorhandene beachtliche Eigenkapital getragen werden kann.

Erstmals eine Frau
Fast Historisches vollzogen die Delegierten unter dem Traktandum Wahlen. Nach dem Rücktritt des St. Galler Vertreters im Vorstand, Pius Giger, war eine Ersatzwahl nötig. Für dieses Amt wurde neu Sandra Grasser (Neuhaus) vorgeschlagen und auch gewählt. Somit gehört erstmals eine Frau dem Verbandsvorstand an. Ruedi Häusler wurde für sein aktives Mitwirken in der Rassenkommission Red Holstein und Holstein geehrt, er ist im vergangenen Jahr zurückgetreten. Rücktrittsabsichten äusserte auch der Oberstammheimer Hanspeter Farner, Mitglied der Fachkommission Swiss Fleckvieh. Im kommenden Jahr möchte er demissionieren. Gesucht wird nun ein geeigneter Nachfolger aus dem Ostschweizer Verband.
Die dreitägige Verbandsreise führt im Juni in den Jura. Am 12. Dezember folgt die grosse, gemeinsam mit der Ostschweizer Holsteinverband durchgeführte Eliteschau.
Dieses Jahr feiert der nationale Dachverband sein 125-Jahr-Bestehen. «Vom 2. bis 4. Oktober steigt das grosse Jubiläumsfest in Zollikofen, am 2. Oktober wird die Jubiläums-Delegiertenversammlung über die Bühne gehen», hielt Ueli Bach vom Vorstand von Swiss Herdbook in seinem Grusswort fest. Er kündigte an, dass aufgrund neuer Bestimmungen im Umfeld der Rechnungslegung die Delegiertenversammlung ab 2016 statt im Dezember im April stattfinden muss.
«Heute dürfen wir 36 Kühe und ihre Züchter ehren, welche eine Lebensleistung von über 100 000 kg erreicht haben», zeigte sich Simon Langenegger vom Verbandssekretariat erfreut. Diese hohen Lebensleistungen haben vier Red-Holstein-, sieben Swissfleckund fünf Holstein-Kühe erreicht, wobei acht davon Pickel- und weitere sechs Stadel-ET-Töchter sind. Zehn Plaketten gehen in den Thurgau.


Roland Müller










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