Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
7. Dezember 2018


Swissness - die neue Schweiz?

Ausgabe Nummer 2 (2017)

Eine Gesetzesänderung, die am 21. Juni 2013 vom Parlament beschlossen wurde, kommt nun zur Umsetzung. Ab dem 1. Januar 2017 treten die Änderungen des Markenschutzgesetzes (MSchG) über die Verwendung von schweizerischen Herkunftsangaben für Lebensmittel in Kraft. Änderungen, die wie oft Vor- und Nachteile haben. Dass die Marke Schweiz zu schützen ist, da sind sich alle einig.

Am «Swissnes Event» vom 30. August in Bern wurde viel über den Wert der Marke Schweiz gesprochen. Überall auf der Welt ist die Schweiz bekannt für ihren hohen Qualitätsstandard, was immer wieder zu Nachahmungen von Schweizer Produkten führt. Um die Glaubwürdigkeit von Schweizer Produkten zu wahren, wird nun festgelegt, wann ein Produkt als schweizerisch und somit mit der Marke Schweiz bezeichnet werden darf. Es wurde viel über die Vorund Nachteile der nun in Kraft tretenden Gesetzesänderung diskutiert. Patrik Aebi vom Bundesamt für Landwirtschaft hat in einem kurzen Referat deutlich gemacht, wie lang und hürdenreich der Prozess der Ausarbeitung des Gesetzes war. Die «Swissness» betrifft sowohl die produzierende Landwirtschaft als auch die Industrie.

Swissness bei Lebensmitteln
Das Markenschutzgesetz unterscheidet zwischen Naturprodukten und Lebensmitteln. Die Herkunftsangabe dieser Produkte wird in den Artikeln 48a und 48b geregelt.

Die Berechnung des jeweiligen Anteils an Schweizer Rohstoffen erfolgt anhand der Rezeptur. Je nach Selbstversorgungsgrad werden die Produkte voll, nur teilweise oder gar nicht der Berechnung angerechnet. Der Selbstversorgungsgrad wird jährlich aktualisiert.

Das BLW stellt für die Berechnung des erforderlichen Mindestanteils an Schweizer Rohstoffen ein Excel- Tool zur Verfügung, wo alle Rohstoffe einer Rezeptur nach dem Selbstversorgungsgrad eingetragen werden können.

Sonderregelungen und Ausnahmen:
– Wasser wird von den Berechnungen ausgeschlossen (ausser
   in Getränken, wo es wesensbestimmend ist und nicht der
   Verdünnung dient)
– Bagatellzutaten können von der Berechnung ausgenommen
   werden (weniger als 3 % bezogen auf die Rezeptur)
– Zusatzstoffe können bei der Berechnung generell vernachlässigt
   werden
   1.) Lebensmittel, die nur aus Zusatzstoffen und/ oder anderen
   nicht landwirtschaftlichen Naturprodukten bestehen, werden nach
   Artikel 48c MschG (Industrieprodukte) berechnet (zum Beispiel
   bestimmte Kaugummis oder Nahrungsergänzungsmittel).
   2.) Lebensmittel, welche hauptsächlich aus Zusatzstoffen
   bestehen und Naturprodukte nur in gewichtmässig
   vernachlässigbaren Mengen enthalten, können ebenfalls nach
   Artikel 48c MSchG berechnet werden (zum Beispiel zuckerfreies
   Kräuterbonbon).
– Halbfabrikate können bei der Berechnung des erforderlichen
   Mindestanteils zu 100 % angerechnet werden (zum Beispiel
   Schokoladenglasur in einem Schokoladenbiskuit)
– Schoggi- und Kaffeeklausel: Schokolade und Kaffee, die
   ausschliesslich aus Naturprodukten bestehen, die aus
   natürlichen Gründen in der Schweiz nicht produziert werden
   können, dürfen die Marke Schweiz verwenden. Die Verarbeitung
   muss allerdings vollständig in der Schweiz erfolgen.


BBZ Arenenberg
Regionale Entwicklung
Manuela Vogel
















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