Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
20. April 2018


Tänikon bleibt wichtiger Agroscope-Standort

Ausgabe Nummer 34 (2016)

Am vergangenen Mittwoch informierten Regierungsrat Walter Schönholzer; Bernard Lehmann, Präsident Agroscope-Rat; Ueli Bleiker, Chef Landwirtschaftsamt; und Michael Gysi, Chef Agroscope; über die Bestärkung des Agrar-Forschungsstandortes Ostschweiz.

Walter Schönholzer, Chef des Departementes für Inneres und Volkswirtschaft, freute sich, die Medien darüber zu informieren, dass dank der Zusammenarbeit mit dem Kanton Thurgau der Agroscope- Standort in Tänikon erhalten bleibt. Bernard Lehmann erörterte das Projekt Neupositionierung Agroscope scope. Am 1. Januar 2014 wurde Agroscope neu aufgestellt mit primär folgenden Zielen: Eine einzige Leitung (CEO) für die gesamte Institution, einen Agroscope- Rat für die strategische Führung und eine effizientere, flexiblere Führung mit Trennung der Verwaltungsratsebene von der Geschäftsleitungsebene. Damit verbunden sollte ein verbesserter Einsatz der Mittel (Synergien) und eine Stärkung der Zusammenarbeit innerhalb der Institution sein. Diese Ziele wurden nur teilweise erreicht. Es zeigte sich, dass Anspruchsgruppen und Eigner mehr erwarten. Forschende bemängelten lange, ineffiziente Dienstwege, und zudem verschärfte sich die finanzielle Situation. Fazit: Die Zukunftsfähigkeit von Agroscope als Ressortforschungsanstalt des Bundes ist ohne weitere grundlegende Weiterentwicklungen in Frage gestellt. Der Departementsvorsteher rief im Herbst 2015 eine Projektorganisation ins Leben und beauftragte den Agroscope-Rat, ein Projekt auszuarbeiten.

Anwendungsorientierte Forschung
Zu den Zielen I gehören: 1. Die praxisrelevante wissenschaftliche Leistung ist gestärkt, hat im nationalen und internationalen Wettbewerb (Wissenschaftsund Praxisrelevanz) eine gute Position und baut diese laufend aus. 2. Das Leistungsprofil ist geschärft und leistet im zunehmenden Wettbewerb um knappe Ressourcen (Personal und Finanzen) relevante, klar definierte Beiträge, die den Bedürfnissen der Nachfrager entsprechen (Politik, Verwaltung, Anspruchsgruppen). Es geht dabei um die bestmögliche Allokation (Zuteilung) der Ressourcen. 3. Die Flexibilität ist erhöht. Das heisst, es gibt mehr Spielraum, um neue inhaltliche Herausforderungen anzugehen. Zu den Zielen II gehören: 4. Die Führung ist vereinfacht und gestrafft. Dies wird durch die Streichung einer Führungsebene erreicht. Die zukünftigen Geschäftsleitungsmitglieder haben damit eine grössere Nähe zu den Themenschwerpunkten und den Forschenden. 5. Durch konsequente Straffung der baulichen Infrastrukturen, inklusive Standorte, sind die Gemeinkosten zusätzlich gesenkt worden. Damit können die vorhandenen Mittel stärker auf die nachgefragten Leistungen konzentriert und der Spardruck wird seitens der öffentlichen Hand besser aufgefangen. Die Synergien für Agroscope: Fokussierung auf Kernaufgabe (Forschung), zukunftsorientiertes Tätigkeitsportfolio, Steigerung der Flexibilität, Synergien im Wissenstransfer (Forschung, Bildung, Beratung, Praxis) und Kostenreduktion.

Zukunftsweisende Lösung für die Landwirtschaft und den Kanton TG
Ueli Bleiker erörterte die Entstehung der Zusammenarbeit, die an sich nicht neu ist. Im Oktober 2014 lag der Entscheid bezüglich Verlagerung der Nutztiere nach Posieux vor. Dies hätte den Abbau von mittelfristig über 100 Arbeitsplätzen in Tänikon, gekürzte Bundesinvestitionen in der Ostschweiz und den Verlust des Anschlusses an das nationale Agrar-Forschungsnetzwerk bedeutet. Im März 2015 erfolgte der Einsatz der Arbeitsgruppe «Weiterentwicklung Tänikon», im Frühling 2016 die Ausrichtung auf die Neupositionierung Agroscope und im August nun die Unterzeichnung der Grundsatzvereinbarung. Ueli Bleiker betonte, dass die langfristige Zusammenarbeit und nicht die Pacht im Vordergrund steht. Die vertiefte Zusammenarbeit zwischen BBZ Arenenberg und Agroscope nutze Synergien (Forschung, Bildung, Beratung, Praxis), fördere Wissenstransfer/ Innovation / Umsetzung, Systemforschung / Wettbewerbsfähigkeit (Futterbau, Milchproduktion, Ressourceneffizienz) und die Bearbeitung des Forschungsgebietes «Smart Farming». Er bezeichnete die vertiefte Zusammenarbeit als zukunftsweisende Lösung für die Landwirtschaft und für den Kanton Thurgau. Michael Gysi wies auf den Zeitplan hin. Ab 1. Januar 2017: Start der neuen Organisation Agroscope. 1. Januar 2017: Übernahme des Landwirtschaftsbetriebs Tänikon durch den Kanton Thurgau und 1. Januar 2018: Start des Arbeitsprogramms Agroscope 2018 bis 2021 (hier bleibt etwas mehr Zeit für den Übergang).


Isabelle Schwander










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