Thurgauer Bauer

Aktuelle Ausgabe vom
20. April 2018


"The Chemical Brothers" gewinnen den 10. Weizen Junior-Cup

Ausgabe Nummer 39 (2014)

Der Gesamtsieg über beide Wettbewerbs-Verfahren und das Preisgeld von insgesamt 3000 Franken ging beim 10. Weizen Junior-Cup an drei Zürcher Teams.

Andreas Rüsch, Leitung Fachstellen und Dienstleistungen am Strickhof, hielt anlässlich der Preisverleihung zum 10. Weizen Junior-Cup am 19. September kurz Rückblick auf die Entwicklung dieses Berufswettbewerbs, der den professionellen Getreideanbau fördert. Als Vorbild für die Lancierung des Cup ab 2004 dienten die DLG-Feldtage. Der Cup mit seinen Anbauvergleichen habe sich bewährt: «Mindestens 1000 Schüler haben durch ihre Teilnahme am Cup viel Fachwissen für die spätere Praxis erhalten.» Er stellte fest, dass seit Einführung des Cup bis heute die Sorte «Claro» eine besonders hohe Bedeutung einnimmt.

Anspruchsvolle Anbaubedingungen
Martin Bertschi und Katrin Carrel vom Fachbereich Ackerbau erörterten Details rund um den Anbauwettbewerb, an welchem zwei Teams aus Deutschland (Fachschule Haldensleben), teilnahmen. Die Versuchsfelder für diesen Cup befanden sich in Gränichen (AG) auf der Hard-Ebene und wurden von Reto Bucheli (Firma OMYA) betreut. Katrin Carrel stellte fest, dass sich vom Zeitpunkt der Aussaat ab 10. Oktober 2013 alles recht früh entwickelte. Windhalm war ein dominierendes Unkraut auf den Parzellen in Kölliken. Neben der Konkurrenz um Licht und Nährstoffe wurde Windhalm zudem stark von Mehltau befallen und trug so zu einem stärkeren Krankheitsdruck in den betroffenen Flächen bei. Das Getreidehähnchen trat nur in geringem Masse auf und die Frage der Bekämpfung stellte sich nur für eines der Teams. Die Niederschlagsbilanz für das Weizenanbaujahr 2014 lag bei rund 120 Prozent der normalen Niederschlagsmenge. Katrin Carrel zog das Fazit, dass sich die Situation der Weizenernte 2014 auch im Weizen Junior-Cup widerspiegelt: Diese brachte überdurchschnittlich hohe Erträge, eher schlechte Qualität und war von Auswuchsproblemen geprägt. Der durchschnittliche Ertrag lag beim Cup im Extensoanbau mit 68,9 dt rund 13 Prozent über dem Extenso-Ertrag des Vorjahres. Der mittlere Proteingehalt liegt mit 12,5 Prozent unter dem Wert von 2013 (=13,1 Prozent).

Sortenwahl
Besonders auffallend ist der sehr hohe Proteingehalt von Molinera, der bei 15,8 Prozent lag. Ein ähnliches Bild zeigte sich auch in der intensiven Anbau-Variante: Die Erträge liegen mit durchschnittlich 83,3 dt auf hohem Niveau. Im ÖLN-Weizenanbau wurde im Mittel ein Proteingehalt von 12,7 Prozent erreicht. Die Sorte Combin zeichnete sich durch überraschend hohe Proteingehalte aus. Sie wurde diesmal von einem der Teams gewählt, dieses erzielte einen Ertrag von über 90 dt/ha, der Proteingehalt lag bei 13,3 Prozent. Die beiden erfolgreichsten Teams im extensiven Weizenanbau entschieden sich für die Sommerweizensorte Fiorina (Klasse TOP) und eine Saatstärke von 300, respektive 320 Körnern pro Quadratmeter.
Düngung: Die erfolgreichsten Teams entschieden sich für totale N-Gaben zwischen 120 kg und 175 kg Rein-N. Qualität. Im Extenso-Anbau konnten nur drei Teams die IP Suisse-Labelprämie abholen, da bei allen anderen Teams das Hektolitergewicht unter 73,0 kg/hl lag. Herbizid: Die drei erfolgreichsten Teams im Extenso- Anbau wählten ein Herbizid, das gut gegen Windhalm wirkte.
Das erfolgreichste Team der ÖLN-Variante hatte sich für die Sorte Ludwig entschieden. Auch das im ÖLNVerfahren zweitplazierte Team aus Haldesleben (D) wählte mit Rainer eine Sorte der Qualitätsklasse 2; diese Sorten haben gemäss Sortenliste ein gutes Ertragspotenzial im intensiven Anbau.

DB entscheidet über Rangierung
Das Siegerteam «The Chemical Brothers» wählte die Biskuit-Weizensorte Cambrena, die ein hohes Ertragspotenzial zeigte. Die besten drei Teams der ÖLN-Variante wählten Saatdichten zwischen 260 und 350 Kö/m2. Hohe Erträge führten im intensiven Weizenanbau zum wirtschaftlichen Erfolg, sofern eine Brotweizensorte gewählt wurde. Über den Gesamtsieg entscheidet beim Weizen Junior-Cup der Vergleich der mittleren Deckungsbeiträge (DB) beider Anbau-Varianten.
Martin Bertschi gratulierte dem Team «The Chemical Brothers» zum ersten Rang, die Junglandwirte aus dem Kanton Zürich erreichten mit der Sommerweizensorte Fiorina das beste wirtschaftliche Resultat aller Teams. Auch in der ÖLN-Variante erzielten sie den dritthöchsten DB.
Nahe an den Resultaten von «The Chemical Brothers » lag das «Löwenteam», welches ausser Konkurrenz teilnahm. Diese erfahrenen Jungzüchter aus dem Kanton Zürich erreichten einen durchschnittlichen DB von 2304 Franken pro Hektare. Mit einer guten Leistung in beiden Anbauverfahren erreichten die HF-Lernenden vom Strickhof, das Team «Nitrosimonas », den zweiten Rang. Sie setzten im intensiven Weizenanbau auf die Sorte Claro; in der Extenso- Variante auf Camedo. Ihr durchschnittlicher DB liegt bei 2087 Franken pro Hektare. Die ehemaligen Strickhof-Schüler, das Team «Sojabohne», erreichten einen mittleren DB von 2082 Franken pro Hektare und belegen den dritten Rang. Sie entschieden sich im intensiven Weizenanbau für die Sorte Cambrena; im Extensoanbau für Simano.


Isabelle Schwander







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