Ausgabe Nummer 14 (2010)

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Thur Milch Ring beantragt Austritt aus der SMP

Die Lieferantenvereinigung der Thur Milch Ring AG fordert den Austritt der Genossenschaft Thurgauer Milchproduzenten aus der Dachorganisation.

 

Die Produzentenorganisation PO Ostschweiz des Milchhändlers Walter Arnold beschloss vor kurzem, die Beiträge für die Dachorganisation der Schweizer Milchproduzenten (SMP) nicht mehr einzuziehen. Nun stellte die Lieferantenvereinigung der Thur Milch Ring AG an der sehr gut besuchten Generalversammlung der Genossenschaft Thurgauer Milch Produzenten (TMP) in Weinfelden, gar die Einberufung einer ausserordentlichen Delegiertenversammlung, um den Austritt aus der SMP zu beschliessen. Laut TMP-Präsident Ruedi Schnyder wurde der von den Statuten geforderten zehnte Teil der Unterschriften der Mitglieder geleistet. «In den letzten Jahren fühlte wir uns von der SMP zu wenig unterstützt und glauben, dass die geforderte Unterstützung auch in Zukunft fehlen wird», nannte Fredi Irminger, Präsident der Lieferantenvereinigung der Thur Milch Ring AG, als Grund. Schnyder schlug Irminger vor, dass vor der Einberufung einer Delegiertenversammlung die Entwicklung im SMP abgewartet werden soll, und an einer Sitzung mit dem Vorstand TMP am 12. April eine Analyse erarbeitet werden soll.

 

SMP muss zum Dienstleistungsbetrieb werden

In seinem Jahresbericht stellte Schnyder fest, dass die Probleme aus dem Jahr 2008 auch im vergangenen Jahr geblieben seien. Einzig sei im letzten Jahr die Branchenorganisation (BO) gegründet worden. Schnyder ist der Überzeugung, dass sich der Berufsverband von der Rolle der Gewerkschaft verabschieden müsse. «Wir müssen hin zu einem Berufsverband selbstständig erwerbender Milchproduzenten, welcher ein Dienstleistungszentrum bietet und Vermittler ist zwischen den unterschiedlichen Meinungen», so Schnyder. Deshalb müsse relativ schnell der Sprung vom Vollzugsorgan SMP zum Dienstleitungsbetrieb SMP geschaffen werden. Dieser Wandel verhelfe zu einer grösseren Anerkennung am Markt, in der Politik und in der Bevölkerung.

 

Wechsel im Vorstand

Geschäftsführer Jürg Fatzer präsentierte die Rechnung mit einem Verlust von rund 410 000 Franken. Dieser entstand durch die tiefere Bewertung der Hochdorf-Aktien und eine Auszahlung an die Bauern. Nach zwölfjähriger Tätigkeit im Vorstand, davon neun Jahre als Vizepräsident, erklärte Daniel Vetterli, Rheinklingen, seinen Rücktritt. Zu seinem Nachfolger wurde der Biobauer Roland Heuberger aus Gabris gewählt. Der Vorstand mit Präsident Ruedi Schnyder (Ellighausen), Jörg Schöni (Pfyn), Beat Schwager (Wängi), Hans Keller (Schocherswil), Ernst Felix (Braunau) und Fritz Stettler (Strass-Frauenfeld) wurde für eine vierjährige Amtszeit bestätigt.

 

Neue Ordnung im Milchmarkt

Im Anschluss an den geschäftlichen Teil sprach Daniel Gerber, Geschäftsführer BO Milch zum Thema «Die neue Ordnung auf dem Milchmarkt». Dabei stellte er das neue dreistufi ge Mengenmodell mit Vertragsmilch, Börsenmilch und Abräumungsmilch vor. Als Richtpreis gelte zur Zeit 62 Rappen je Kilogramm. In den Monaten April bis Juni 2010 soll eine Abräumung von insgesamt 62 000 Tonnen Milch erfolgen. Mit 24 Prozent im landwirtschaftlichen Produktionsbereich habe die Milch nach wie vor eine wichtige wirtschaftliche Bedeutung.

 

Mario Tosato